Semesterapparate für das Sommersemester 2026

Lehrende der Universität können wie gewohnt Semesterapparate für das kommende Sommersemester 2026 anlegen und auf Wunsch bestehende Apparate über aktuelle Semester hinaus verlängern. Für das Anlegen stehen zwei Optionen zur Verfügung:

1. Ein elektronischer Semesterapparat in Moodle

Die Aktivität „Semesterapparat“ kann im eigenen Kurs auf der Lernplattform Moodle über „Aktivität oder Material anlegen“ digital angelegt und selbst verwaltet werden. Hier können die Formen der Literaturbereitstellung für die Studierenden gemischt werden:

  • Digital: Die Mitarbeitenden der Bibliothek werden beauftragt, Seiten aus Werken zu scannen und diese als PDF-Datei in Moodle zu Verfügung zu stellen. Es sind Scans von bis zu 15 % eines Werkes und Zeitschriftenaufsätze komplett möglich (§ 60a UrhG).
  • Physisch: Die Werke werden von den Mitarbeitenden der Bibliothek auf der 2. Etage der UB zur Verfügung gestellt.
  • Als Link (Externes Dokument): Handelt es sich bei dem Werk um eine (ggf. im Uni-Netzwerk) frei zugängliche Quelle oder um eine bereits vorhandene PDF-Datei des Lehrenden, kann der Link zum Werk selbst einfügt werden.

Die Kurserstellung für Sommersemester 2026 und somit auch die Erstellung eines digitalen Semesterapparates ist in Moodle möglich. Eine detaillierte Bearbeitungsanleitung ist in der Aktivität „Semesterapparat“ verlinkt.

2. Ein klassischer Semesterapparat

Semesterapparate können ebenso per Formular in der Bibliothek beauftragt und damit ausschließlich in Form von gedruckten Büchern auf der 2. Etage der UB zur Verfügung gestellt werden.

Die Semesterapparate, sowohl elektronisch als auch per Formular beantragt, werden pünktlich zum Semesterbeginn von den Mitarbeitenden der Bibliothek bereitgestellt.

Fragen, Anregungen oder Wünsche gerne jederzeit an semapp.ub@uni-erfurt.de

 

TKFDM schreibt den 7. FAIRest Dataset Wettbewerb aus!

Das Thüringer Kompetenznetzwerk Forschungsdatenmanagement (TKFDM) veranstaltet zum siebten Mal in Folge den Wettbewerb „FAIRest Dataset“.

Gesucht wird: der FAIRste Datensatz in Thüringen

Sie oder Ihre Forschungsgruppe haben einen Datensatz publiziert, der den FAIR-Prinzipien entspricht? Dann beteiligen Sie sich am 7. FAIRest Dataset Award! Das Thüringer Kompetenznetzwerk Forschungsdatenmanagement (TKFDM) prämiert den Datensatz, der die FAIR-Prinzipien am besten umsetzt mit einem Preisgeld von bis zu 2000 Euro. Die FAIR-Prinzipien wurden 2016 veröffentlicht und sollen dazu beitragen, die Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten zu verbessern.

Die Gewinner bekommen Gelegenheit, ihre Institution und ihr Projekt im Rahmen der Preisverleihung im Juni 2026 zu präsentieren.

Teilnahmebedingungen

Vom 15. Februar bis zum 15. April 2026 haben alle Wissenschaftler/innen an Thüringer Hochschulen die Möglichkeit ihre veröffentlichten Datensätze einzureichen, sofern diese nicht bereits in den Vorjahren prämiert wurden. Die eingereichten Datensätze werden von den Mitgliedern des Thüringer Kompetenznetzwerks Forschungsdatenmanagements anhand der FAIR-Prinzipien bewertet.

Nähere Informationen zum Wettbewerb und den Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

Dieser Beitrag wurde mit Erlaubnis von der Webseite https://forschungsdaten-thueringen.de/nachricht/fairest-dataset-wettbewerb-2026.html verwendet.

Vorgestellt: Eine alte merkwürdige Erfurtische Chronik

Nicht nur die Handschriften der Bibliotheca Amploniana wurden in einem DFG-Projekt gescannt, auch zahlreiche andere mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften aus den verschiedensten Provenienzen wurden vollständig gescannt und können nun in der DHB Erfurt/Gotha betrachtet werden.
Eine spannende Handschrift ist die Erfurter Chronik CE 2° 92 (Digitalisat), welche vermutlich im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts in Erfurt geschrieben worden ist. Laut Karl Hermanns „Bibliotheca Erfurtina“ handelt es sich wahrscheinlich um die überarbeitete Abschrift einer anderen Erfurter Stadtchronik. Sie wurde dem evangelischem Ratsgymnasium von einem ehemaligen Schüler geschenkt und gelangte später in den Bestand der Königlichen Bibliothek.

Dieses Manuskript ist uns leider ohne Titelblatt und stark beschädigt hinterlassen worden. Es sind unbeschriebene Blätter jeweils vorn und nach dem Text und einige wesentlich kleinere Blätter eingebunden worden. Geschrieben wurde mit brauner und roter Tinte. Letztere wurde für Hervorhebungen im Text – Überschriften, kleine Zusammenfassungen, Jahreszahlen und Personen- und Ortsnamen – genommen. Überraschend ist der Gebrauch von ausgeschnittenen Buchstaben, ganzen Wörtern und Abbildungen, die dem Text beigefügt wurden. Daher wird vermutet, dass der Drucker Eobanus von Dolgen (welcher durch seine Tätigkeit Zugriff auf gedrucktes „Rohmaterial“ besaß) die Chronik abgeschrieben hat.

In kurzen, selten ausführlichen Absätzen werden herausragende Ereignisse (nicht nur) aus dem Erfurter Leben und das Schicksal bedeutender Persönlichkeiten geschildert. Auch kriegerische Händel und Verbrechen, Not und Elend finden sich auf den Seiten wieder.

Es wird berichtet von der Päpstin, welche ein Kind bekam und bei der Geburt starb, der Erfurter Latrinensturz wird kurz und bündig abgehandelt, vom „Tollen Jahr“ in Erfurt, dem großen Sterben der jüdischen Bevölkerung und dem Einzug der Bauernhaufen in Erfurt beim Bauernaufstand wird erzählt und im letzteren Fall sogar mit Ausschnitten einiger Anführer illustriert.

Wie Anfang des Jahres in verschiedenen Medien zu lesen und zu sehen war, sind vermutlich die Gräber vieler Pesttoter in der Nähe des Stadtteils Roter Berg gefunden worden – man hatte gezielt nach ihnen gesucht: Massengrab mit Pest-Toten in Erfurt entdeckt (MDR am 07.01.26)

 

Auch hierzu findet sich eine Schilderung in unserer Handschrift:
„Anno eodem, war ein gros Sterben in allen Landen, und sonderlich zu Erffurdt, Da starben 12000. Menschen, Die führte man auff Karren und Wagen gen Neusis unter den Rotenberg, Da worden XI. Gruben gemacht, welche alle voll worden, …“
In anderen zeitgenössischen Quellen wird ebenfalls auf die Beerdigung der Verstorbenen in der Gegend der Ortschaft Neuses, welche jetzt eine Wüstung ist, verwiesen.

Für Geschichtsinteressierte und Heimatforscher ist diese Quelle (neben anderen erhalten Chroniken) leichter zu erschließen, weil sie in Deutsch geschrieben ist und nicht wie früher oft üblich in Latein.

Andrea Langner

Einzug der Bauern: UB Erfurt, Dep. Erf., CE 2° 96, f. 111v
Pest in Erfurt 1350: UB Erfurt, Dep. Erf., CE 2°96, f.24v

 

 

Digitalisierung der Amploniana-Handschriften abgeschlossen

Das Team des Bereichs Sondersammlungen freut sich über einen besonderen Projekterfolg: Die knapp tausend Handschriften der Bibliotheca Amploniana sind digitalisiert! Mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurden innerhalb von 36 Monaten ca. 330.000 Scans von zwei Digitalisierungskräften in zwei Schichten angefertigt. Um sie herum ein Team von fünf Mitarbeiterinnen, das in einem fein ausgefeilten und eng verzahnten Workflow alles dafür tat, dass die Digitalisate der internationalen Forschung und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, und zwar in der durch die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) bereitgestellten Digitalen Historischen Bibliothek.

Der Workflow sah die folgenden Arbeitsschritte vor:

„Ausheben“ ist der bibliothekarische Fachbegriff dafür, dass man Bücher – in diesem Fall mittelalterliche Codices – aus dem Regal holt. Die konservatorische Sichtung führte in den meisten Fällen zu restauratorischen Maßnahmen, wie zum Beispiel der Trockenreinigung mit speziellen Pinseln, Schwämmen und Schmutzradierern an einer Absauganlage; vielfach mussten Blätter oder Fragmente geglättet, Blattteile gesichert und in früheren Zeiten auf Texte aufgeklebte Signaturschilder gelöst werden. 16 Handschriften mussten aufwendig durch externe Werkstätten restauriert werden; dafür wurden in der Projektlaufzeit Fördermittel in Höhe von 25.500 € beantragt und bewilligt. Die konkrete Vorbereitung für die Digitalisierung umfasste zunächst die Foliierung, was bedeutet, dass man vorhandene Blattzählungen (nicht Seitenzählungen) überprüfte, korrigierte oder ergänzte; sodann wurden auf einem Laufzettel die Parameter und die zu berücksichtigenden Besonderheiten für die Digitalisierung festgelegt. Nach dem Scannen erfolgte eine strenge Qualitätskontrolle, die ggf. zu einem Rescan führte. Erst nach der Freigabe durch die Qualitätskontrolle konnte der Upload in die Digitale Historische Bibliothek erfolgen, wo die Dateien strukturiert, mit weiteren Metadaten verknüpft, mit einem URN (einem persistenten Identifier) versehen und dann veröffentlicht wurden.

Die Digitalisierung selbst fand am sog. Grazer Buchtisch statt, einer von einem Österreichischen Buchrestaurator eigens für Handschriften entwickelten Buchwippe, die bestandschonendes Scannen ermöglicht. Die Digitalisierung war eine reine Image-Digitalisierung, das heißt, dass mit einer professionellen Kameraausrüstung (Canon EOS 5DSR mit einem Zeiss Milvus 2/50 mm-Objektiv) Fotos von den einzelnen Handschriftenseiten gemacht wurden. Es wurden zuerst alle rechten Seiten, dann alle linken Seiten gescannt, die Software MultiDotScan brachte die 70 bis 120 MB großen TIFF-Dateien anschließend in die richtige Reihenfolge.

Dass dieses Großprojekt mit allen fein aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten so reibungslos und terminlich im geforderten Rahmen durchgeführt werden konnte, ist ein großartiger Erfolg!

Dr. Katrin Ott, Leiterin des Bereichs Sondersammlungen

Carrels in der Bibliothek

In anderen Bibliotheken werden Einzelarbeitskabinen für das Schreiben von Abschlussarbeiten verlost (s. UB der HU Berlin oder SLUB Dresden). In der Universitätsbibliothek ist das glücklicherweise (noch) nicht nötig, aber die insgesamt 18 Arbeitskabinen oder Carrels im 1. und 2. Obergeschoss der Bibliothek werden gern zum ruhigen und konzentrierten Arbeiten genutzt. Sie alle haben ein Fenster mit Blick auf den Campus. Es gibt einen ausreichend großen Arbeitsplatz mit Tischsteckdose – teils mit PC, teils mit LAN-Anschlussmöglichkeit für ein Notebook – und ein Ablageregal für private und ausgeliehene Literatur. Der Raum ist abschließbar. Den Schlüssel kann man für einen festgelegten Zeitraum von 1 bzw. 2 Monaten mieten. Voraussetzung dafür ist, dass man an der Universität Erfurt studiert und eine Bachelor- bzw. Masterarbeit schreibt.

Interessiert?

Füllen Sie das Formular „Vereinbarung Carrelnutzung“ (pdf) aus, geben Sie hier u.a. den gewünschten Nutzungszeitraum an und wenden sich damit an das Bibliothekspersonal an der Informationstheke im 2. Obergeschoss (Mo-Fr, 10.00-18.00 Uhr). Wir benötigen zur Vorlage einen passenden Nachweis, z.B. die schriftliche Bestätigung des Themas oder den entsprechenden Eintrag in E.L.V.I.S.

Wir empfehlen, ein Carrel einige Wochen vor dem eigentlichen Starttermin zu beantragen, um nicht in Zeitverzug zu kommen. Sobald ein Carrel zum gewünschten Termin zur Verfügung steht, verschicken wir eine Benachrichtigung per E-Mail an den/die Antragsteller:in.

Viel Erfolg!

Neue Webinare bei Juris ab Januar 2026

Ab Januar bietet das Rechtsportal Juris wieder kostenlose Webinare für verschiedene Zielgruppen an. Neben allgemeinen Angeboten für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt es auch spezielle Kurse für Studierende und Hochschulangehörige.

Vermittelt werden Tipps und Tricks zur effektiven Suche und zum Umgang mit der Rechercheoberfläche. Im virtuellen Seminarraum besuchen Sie eine Online-Schulung bequem vom eigenen Schreibtisch aus. Sie sehen den Bildschirm des Referenten und verfolgen seine Präsentation in Echtzeit. Es besteht die Möglichkeit, über verschiedene Wege in direktem Kontakt mit dem Seminarleiter und anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu kommunizieren.

Eine Übersicht der Schulungstermine finden Sie auf der Homepage des Portals.

Zugriff auf das Portal ist im Campusnetz der Universität über das Datenbank-Infosystem DBIS möglich.

Sabine Ziebarth