Mittelalterliches Chirurgie-Lehrbuch im Stadtmuseum

In der Amploniana-Vitrine im Stadtmuseum stellen wir ab heute eine neue Handschrift aus: das Lehrbuch über die Chirurgie von Guy de Chauliac — einem berühmten französischen Arzt aus dem 14. Jahrhundert –, das bis in die Neuzeit immer wieder abgeschrieben und u.a. an der Universität Erfurt im Unterricht verwendet wurde. Bis Ende August zeigen wir die meisterhaft verzierte einleitende Seite, anschließend für 6 Wochen eine Initiale in kräftigen Deckfarben, die in den 600 Jahren seit ihrer Entstehung nichts von ihrer Leuchtkraft eingebüßt haben. Welch‘ furchterregende chirurgische Instrumente damals zum Einsatz kamen, kann man diesem Lehrbuch ebenfalls entnehmen.

UB Erfurt, Dep. Erf., CA 2° 283, Blatt 1r
UB Erfurt, Dep. Erf., CA 2° 283, Blatt 42v

Schauen Sie sich die kostbare Pergamenthandschrift aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts gerne im Original an:
„Haus zum Stockfisch“, Johannesstraße 169
Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr

Dr. Katrin Ott, Leiterin des Bereichs Sondersammlungen der Universitätsbibliothek Erfurt

Herzlichen Glückwunsch zur „Bibliothek des Jahres 2026“: ZB MED!

Mit diesem Blogbeitrag gratulieren wir ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften zur Auszeichnung als „Bibliothek des Jahres 2026“.

ZB MED, Gebäude
(c) ZB MED

Das Infrastruktur- und Forschungszentrum für lebenswissenschaftliche Daten und Informationen in Köln erhält den mit 20.000 Euro dotierten Preis, den der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) in diesem Jahr zum 27. Mal vergibt. Die Auszeichnung „Bibliothek des Jahres“ ist der einzige nationale Bibliothekspreis in Deutschland und würdigt innovative und zukunftsorientierte Bibliotheksarbeit.

Ausgezeichnet werden in diesem Jahr der Pioniergeist der Bibliothek beim Forschungsdatenmanagement, ihr Engagement für Open Science sowie der Einsatz für digitale Souveränität. Darüber hinaus würdigt die Jury die konsequente Weiterentwicklung der Bibliothek zu einer national und international vernetzten Forschungs- und Informationsinfrastruktur. In der Jurybegründung heißt es: „ZB MED verbindet klassische bibliothekarische Kernaufgaben mit Forschung, Digitalisierung und wissenschaftlichem Service und gestaltet damit den Wandel des Bibliothekswesens aktiv mit.“

Weitere Informationen:

Neue Angebote Forschungsportal osmikon

 

osmikon, das Forschungsportal zu Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, erweitert durch drei neue Projekte den Zugriff auf zahlreiche für die Forschung interessante Quellen und Dokumente:

Viele Materialien im Repositorium ostdok sind erstmals für die Wissenschaft elektronisch im Open Access zugänglich: über 10.000 urheberrechtlich geschützte Publikationen des 20. und 21. Jahrhunderts sowie eine Vielzahl gemeinfreier Titel hauptsächlich aus dem 18. und 19. Jahrhundert, aber auch älteren Datums.

ARTOS verzeichnet Fachartikel und Rezensionen aus rund 700 laufenden Zeitschriften und ausgewählten Sammelbänden im breiten Spektrum der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung aus dem östlichen und südöstlichen Europa und über die Region. In kleinerem Umfang werden auch historische Zeitschriften aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts berücksichtigt.

OstNet ist eine Datenbank für wissenschaftlich relevante Websites vor allem zur Geschichte, Kultur, Politik und Gesellschaft der Länder und Regionen Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas. Die Internetressourcen werden nach bibliothekarischen Standards formal und sachlich erschlossen. Derzeit umfasst OstNet rund 22.000 Einträge (Stand: Januar 2025).

Der Zugang zum Forschungsportal mit diesen und weiteren Dienstleistungen ist über das Datenbankinformationssystem DBIS möglich.

Quelle: https://www.osmikon.de/servicemenue/ueber-uns

Dringend gesucht: Hirschkäfer aka Feuerwurm!

In Thüringen ruft der NABU Thüringen gemeinsam mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) zur Suche dieser leider inzwischen in Deutschland seltenen Käferart auf; Hirschkäfer (Lucanus cervus) sind nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa geschützt.
Noch bis Ende Juli/Anfang August kann man mit viel Glück die imponierenden Käfer (meistens die Männchen) in ihren Verbreitungsgebieten in der Dämmerung beim Flug beobachten.
Da für die Larven morsches Totholz lebenswichtig ist, aber Baumstümpfe der bevorzugten Eichen und auch anderer Laubbäume oftmals entfernt bzw. bei Winterfällung gebildete ungeeignete Gerbsäuren die Zersetzung des Totholzes verhindern, fehlt der Überlebensraum und die Nahrungsgrundlage für die Larven. In den letzten Jahren lebten Hirschkäfer nicht mehr nur in Wäldern, sondern zunehmend als Kulturfolger auch in Parks und Gärten – wenn man Baumstümpfe nicht rodet und Totholz an Ort und Stelle belässt. Von Menschen angelegte Hirschkäferwiegen können bei Beachtung aller wichtigen Umstände eine zusätzliche Überlebenshilfe sein.
Also: bei Sichtung gern mit Foto melden, weitere Informationen findet man auf der Website des NABU Thüringen.
Die beeindruckende Darstellung des hier gezeigten Hirschkäfermännchens stammt aus dem Band „ Natursystem aller bekannten in- und ausländischen Insekten als eine Fortsetzung der von Büffonschen Naturgeschichte/Fortgesetzt von Johann Friedrich Wilhelm Herbst. [2], Der Käfer dritter Theil“. Tafel XXXIII (13-Nz. 4° 1221 (Ill.,3). Auch die Entwicklung vom Ei über die Larve und Puppe, die bis zu 8 Jahren dauern kann, wird abgebildet auf Tafel E.


Die weitere Beschreibung des Hirschkäfers erfolgt im Textband zu o.g. Band mit gleichem Titel und der Signatur 13-Nz. 8° 1221a (2,1).

Und woher kommt nun der Name Feuerwurm? Früher glaubte man, dass der Hirschkäfer in seinen rötlichen Zangen glühende Kohle aus dem Feuer stielt und damit Brände legt.

Andrea Langner

Genealogie und Familienforschung

Die im privaten Interesse betriebene Ahnen- und Familienforschung findet schon seit langem großen Zulauf. Darüber hinaus versteht man unter der Genealogie eine wissenschaftliche Teildisziplin der Historischen Hilfswissenschaften, bei der auch Fragestellungen interessieren, die über reine verwandtschaftliche Beziehungen einzelner Personen hinaus gehen.

Zahlreiche Datenbanken ermöglichen nicht nur Forschenden, sondern auch interessierten Laien unter verschiedenen Aspekten die Suche nach lange verstorbenen oder nicht (mehr) bekannten Familienangehörigen.

Hier ein paar im Open Access zugängliche Beispiele, die vor allem in der persönlichen Familienforschung weiterhelfen können:

 

Im Lesesaal findet sich unter der Signaturengruppe ND 7240 – 7900 umfangreiche gedruckte Literatur zu Teilgebieten und wissenschaftlicher Methodik dieses Forschungsbereichs. Eine wichtige elektronische Ressource bietet die Bibliothek über die lizensierte Datenbank World Biographical Information System Online (WBIS) an.

 

 

 

 

 

 

Seit kurzem online und frei verfügbar sind die Records Relating to Membership in the Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei  der U.S. National Archives

 

Sabine Ziebarth

 

Discovery: Favoriten und Suchanfragen mit Struktur

Das Discovery-System der Bibliothek wird regelmäßig aktualisiert. Alle 2 Monate gibt es kleinere Änderungen, Neuerungen und Fehlerkorrekturen. Eine Übersicht der wesentlichen Veränderungen ist auf einer Webseite der Bibliothek zusammengestellt.

In diesem Beitrag soll eine neue Funktion im Bereich der Favoriten und des Suchverlaufs vorgestellt werden: das Anlegen von Profilen. Voraussetzung zur Nutzung dieser neuen Funktion ist, dass man in den Einstellungen das Speichern der Favoriten und des Suchverlaufs auf dem Gerät ausgewählt hat.

Sobald Sie einzelne Titel mit einem Stern markieren oder eine Suche beginnen, haben Sie die Möglichkeit, innerhalb der Favoritenliste oder des Suchverlaufs individuelle Unterordner anzulegen und zu benennen (Klick auf das graue Quadrat mit dem Plus neben „Profile“). Fügen Sie anschließend per Klick auf das graue Plus/Minus einzelne Titel aus der Favoritenliste oder eine Suche aus dem Suchverlauf einem Unterordner hinzu oder entfernen Sie sie wieder. Das Löschen ganzer Unterordner ist möglich.

Der Nutzen liegt auf der Hand: bei der inhaltlichen Strukturierung benötigter Literatur für bestimmte Seminare oder wissenschaftliche Arbeiten behält man den Überblick, vermeidet Doppelarbeit und bereitet den Boden für das spätere Schreiben der Arbeit. Die inhaltliche Sortierung von Suchanfragen, die man immer wieder stellt, verbessert die eigene Effizienz bei der Literaturrecherche.

Was halten Sie von dieser neuen Funktion und wofür würden Sie sie benutzen?

Die regelmäßigen Neuerungen am System betreffen selbstverständlich auch die Discovery App, verfügbar über die gängigen Stores.

Katja Freudenberg