Toni Morrison in der Bibliothek

Am 5. August verstarb in New York die amerikanische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison. Ihre Werke sowie umfangreiche Sekundärliteratur finden Sie im ersten Stock der Bibliothek unter der Signatur          HU 4570. Auch die Verfilmung von Beloved (Menschenkind) mit einer beeindruckenden Oprah Winfrey in der Hauptrolle kann entliehen werden. Zu den Themen, die im Werk von Toni Morrison immer wieder an zentraler Stelle stehen, hat die Bibliothek ebenfalls einen umfangreichen Bestand:

 

 

Die ruhige Semsterpause bietet sich an, um einmal direkt an den Regalen zu schauen, sich zu informieren und Interessantes auszuleihen.

Gestrandet vor 300 Jahren

Wer kennt sie nicht, die Figuren des Schiffbrüchigen Robinson Crusoe und seines Gefährten Freitag. Im Mai 1719 wurde der vermutlich erfolgreichste Roman der Welt erstmals veröffentlicht und machte seinen Autor schon damals schnell bekannt. Aus heutiger Perspektive müssen viele Ausführungen in The Life and Strange Surprising Adventures of Robinson Crusoe sicherlich aus einem historischen Blickwinkel betrachtet werden. Daniel Defoe (ca. 1660 – 1731) ist jedoch nicht zuletzt wegen seiner zahlreichen Schriften zu politischen, wirtschaftlichen und religiösen Fragen seiner Zeit als bedeutende Persönlichkeit und Quelle einzuordnen.

Neben zahlreichen gedruckten Werken bietet die Universitätsbibliothek auch Zugriff auf umfangreiche durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft als Nationallizenzen geförderte Datenbanken, die Quellen und Texte unterschiedlichster Art von und zu Daniel Defoe enthalten. Zu nennen wären hier z.B. Making of the Modern World, Corvey Digital Collection oder Eighteenth Century Collection Online. Die Inhalte sind auch direkt über den Bibliothekskatalog zugänglich.

Blick hinter die Kulissen – Volontariat in der UB

In loser Folge stellen wir im „Lesezeichen“ Bibliotheks-Mitarbeiter und deren Arbeitsbereiche vor, die normalerweise hinter den Kulissen verborgen bleiben – heute ein Gespräch mit Dr. Berthold Kreß, der seit 1. Oktober 2018 in der UB arbeitet.

Eine Ausbildung in der UB kann nicht nur die zum/r Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste sein, auch die Absolvierung eines wissenschaftlichen Volontariats ist möglich. Was ist Ihr Berufsziel und was müssen Sie dafür tun?
Nach einem Hochschulstudium der Kunstgeschichte ist mein Ziel ein Masterabschluss in Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Das Studium an der Humboldt-Universität in Berlin erfolgt über einen Zeitraum von zwei Jahren berufsbegleitend. Dort geht es vor allem um die Theorie des Bibliothekswesens, hier in der UB kann ich dies wunderbar mit dem Kennenlernen der Praxis ergänzen.

Wie läuft das Volontariat ab, welche Aufgaben haben Sie hier in der UB?
Mein Aufgabenspektrum ist zweigeteilt: zum einen erhalte ich im Lauf der Zeit einen Einblick in alle Arbeitsbereiche der Bibliothek. Zum anderen bin ich in der Sondersammlung, also den historischen Beständen tätig. Dort bin ich zurzeit vor allem mit der Vorbereitung eines Projekts zur Digitalisierung der Amploniana beschäftigt. Die Tätigkeit in der Sondersammlung hängt mit meiner bisherigen Berufserfahrung zusammen. Meistens sind Volontäre einem Fachreferenten zugeordnet und lernen intensiv dessen Tätigkeit kennen.

Welche Erfahrungen bringen Sie mit?
Als Kunsthistoriker sind meine Interessenschwerpunkte mittelalterliche Handschriften und alte Drucke, vor allem deren Illustrationen. Ich habe sieben Jahre am Warburg Institute (einer Abteilung der University of London) am Aufbau einer Bilddatenbank mitgewirkt. Sie dient unter anderem dazu, digitalisierte Bilder zu erschließen, die sonst in den Digitalisaten der Handschriften „untergehen“ würden. In ähnlicher Weise habe ich auch hier in Erfurt bereits begonnen, Bilder aus in Erfurt gedruckten Werken zu erfassen.

Ein erster Eindruck nach ein paar Monaten in der UB?
Als Neueinsteiger war ich doch zunächst von der Komplexität einer Bibliothek beeindruckt – in London waren wir nur zu dritt, und man konnte den ganzen ‚Geschäftsgang‘ eines Eintrags in wenigen Minuten selber erledigen.

Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?
Zu Beginn meines Studiums der Kunstgeschichte war ich mir sicher, dass ich einmal mit alten Handschriften in einer Bibliothek arbeiten wollte, und so ist meine jetzige Tätigkeit eine Rückkehr zu einem alten Wunschtraum. Ob ich später in einer Sammlung arbeiten werde, deren Bestände ich beschreiben und, was mir besondere Freude bereitet, der Öffentlichkeit vermitteln kann, oder das Bibliothekarische mit meiner früheren Arbeit an Bilddatenbanken verbinde, wird sich noch herausstellen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Zum 50. Todestag von Karl Barth

Am 10. Dezember 1968 verstarb der evangelisch-reformierte Theologe Karl Barth in Basel. Die Universitätsbibliothek verfügt über einen umfangreichen gedruckten Literaturbestand von und über diesen herausragenden Denker. Dank der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist darüber hinaus der deutschlandweite freie Zugriff auf die Digital Karl Barth Library möglich. Diese elektronische Volltextausgabe der Werke, Schriften, Gespräche und Briefe Karl Barths auf der Grundlage der im Theologischen Verlag Zürich (TVZ)  erscheinenden Gesamtausgabe (bisher 42 Bände, 1971 ff.) wird ergänzt durch das Karl Barth Literature Search Project, einer vom Princeton Theological Seminary erstellten elektronischen Bibliografie. Beide Datenbanken sind über das Datenbank-Infosystem (DBIS) der Bibliothek zugänglich.

Forschen im digitalen Zeitalter

„Digital Humanities – Forschen im digitalen Zeitalter“, so lautet das Thema der Coffee Lecture, die die neue Koordinatorin für Digital Humanities an der Universität Erfurt am Donnerstag um 14 Uhr im Campus Café Hilgenfeld anbietet. In kurzen, aber starken zehn Minuten erfährt man von Dr. Katrin Ott, wie die Digital Humanities die Geisteswissenschaften und die Informatik zusammenbringen, mit welchen Methoden heutzutage digital geforscht wird und welche erstaunlichen Ergebnisse dabei herauskommen. Eingeladen sind alle, die sich für das Thema interessieren – ohne Vorkenntnisse, mit einer Projektidee im Hinterkopf oder mit einem konkreten Projekt im Gepäck. Bei einem leckeren Kaffee können alle ins Gespräch miteinander kommen.

Seit dem 1. September ist Dr. Katrin Ott als neue Mitarbeiterin an der Uni Erfurt tätig, begleitet und koordiniert Projekte in den digitalen Geisteswissenschaften von der ersten Idee über die Antragsstellung bis zur Publikation. Dabei fungiert sie als Schnittstelle zwischen den Fachwissenschaften, der Universitätsbibliothek (wo sie im EG zu finden ist) und dem Universitätsrechen- und Medienzentrum. Auch mit dem Stabsbereich Pro Uni – Forschung und Nachwuchsförderung arbeitet sie eng zusammen, der neuerdings sogar ein spezielles Förderformat für Einzelvorhaben im Bereich Digital Humanities oder Digital Social Sciences anbietet.

Nutzen Sie die Kaffeepause für gratis Infohäppchen und interessante Gespräche!

Kontakt:
Dr. Katrin Ott
Wissenschaftliche Koordinatorin Digital Humanities
Universitätsbibliothek, Raum 055
Tel.: +49 (0)361 737-5705
E-Mail: katrin.ott@uni-erfurt.de
https://www.uni-erfurt.de/bibliothek/kontakt/
https://www.uni-erfurt.de/stabsstelle-forschung/team/

https://aktuell.uni-erfurt.de/2018/11/02/vorgestellt-katrin-ott-koordinatorin-digital-humanities/

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

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Quelle: https://pixabay.com/de/paulskirche-frankfurt-historisch-2785251/

In der Paulskirche in Frankfurt am Main findet seit 1951 alljährlich zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels statt. Der Preis wird gemäß Statut der Stiftung Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an eine Persönlichkeit verliehen, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat.“ Der Stiftungsrat wählt mit einfacher Stimmenmehrheit die Preisträgerin bzw. den Preisträger. Nicht so bekannt ist, dass der Stiftungsrat im Vorfeld begründete Vorschläge von jederfrau/mann entgegennimmt.

Wer einen Blick auf die bisherigen Preisträger und ihre Laudatoren wirft, trifft auf eine Vielzahl bekannter Personen des intellektuellen und öffentlichen Lebens, welche das Rednerpult in der Paulskirche für kritische Analysen und deutliche Mahnungen zu nutzen wussten. Zu den Friedenspreisträger/inne/n gehört auch die aus Erfurt stammende Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel.