Öffnungs- und Servicezeiten ab 26. September

Ab dem 26. September ist die Bibliothek Montag – Freitag von 09.00 Uhr – 20.00 Uhr für Sie geöffnet. Die Servicezeiten der Theken werden wieder auf 10.00 Uhr – 18.00 Uhr erweitert.

Bitte beachten Sie, dass die Bibliothek im Rahmen der Energieeinsparung auf dem Campus ab sofort bis voraussichtlich zum Ende des Jahres samstags und sonntags geschlossen ist.

From 26 September, the library will be open Monday – Friday from 09.00h  – 20.00h. Service hours of the information desks will be from 10.00h  – 18.00h.

Please note that the library will be closed on Saturdays and Sundays from now until probably the end of the year as part of the energy saving measures on campus.

 

Lew Tolstoj: lesens- und sehenswert

Am 9. September jährte sich der Geburtstag des russischen Schriftstellers Lew Nikolajewitsch Tolstoj zum 194. Mal. Tolstoj, 1828 in Jasnaja Poljana geboren, gilt bis heute als einer der bedeutendsten Vertreter der russischen Literatur. In seinem Leben und Schaffen beschäftigte er sich mit unterschiedlichsten philosophischen, politischen, pädagogischen und Glaubens-Fragen und erhielt für seine Ansichten bei Weitem nicht nur Zustimmung. So stellte sich Tolstoj beispielsweise an die Seite von Kriegsdienstverweigerern und sprach sich für den Verzicht auf Fleisch aus. – Er würde also auch heutzutage nicht überall auf Gegenliebe stoßen.

 

Wir wollen Sie auf Tolstojs großes Werk „Krieg und Frieden“ aufmerksam machen, das, obwohl es in einer anderen Zeit, in einem anderen Konflikt angesiedelt ist, viel Bezug zur Gegenwart hat.

Wenn man diesen mehrere Tausend Seiten umfassenden Roman nicht lesen möchte, lohnt es sich – z.B. in der nahenden dunklen Jahreszeit – eine Verfilmung von „Krieg und Frieden“ anzuschauen. Unsere Bibliothek verfügt über mehrere hervorragende davon: die des sowjetischen Regisseurs S. Bondartschuk aus den Jahren 1965 – 1967 (Signatur DVD AP 53000 K92 B7), die amerikanische Verfilmung von 1956, in der Audrey Hepburn und Henry Fonda die Hauptrollen spielten (Signatur DVD 1804), und über die BBC-Adaption aus dem Jahr 2011 mit Anthony Hopkins (Signatur DVD KI 6113 K92.2011).

Wir wünschen Ihnen ein beeindruckendes Film- und Leseerlebnis.

Valentina Tischer

 

Abbildung oben: P. Bassinski: Lew Tolstoi. Flucht aus dem Paradies. Bochum Projektverlag 2012, S. 529
Abbildung unten: Cover der DVD. Icestorm Enterntainment 2006

Pause

Die vorlesungsfreie Zeit ist noch in vollem Gange. Die Bibliothek ist stiller als üblich, weniger Plätze sind besetzt, weniger Bücher werden ausgeliehen.

Pause.

Pausen sind wichtig und ihr Nutzen ist vielfach wissenschaftlich belegt. Pausen schaffen die Möglichkeit, sich mit frischer Aufmerksamkeit einer nächsten Aufgabe zu widmen. Beim langfristigen Lernen und Wiederholen sind Pausen von besonderer Bedeutung, z.B. beim Lernen fremdsprachiger Vokabeln. Mit Pausen können neue Ideen entstehen und Probleme kreativ gelöst werden, da das Gehirn nicht hochkonzentriert arbeiten muss und damit Gedanken „springen“ lassen und weit entfernte Ideen miteinander verknüpfen kann. Längere Pausen zum Krafttanken wie in einem Urlaub erhöhen die Leistungsfähigkeit, fördern die Gesundheit und bauen Stress ab.

Genießen Sie Ihre Pause.

Signatur UB Erfurt: QB 300 G313 (3. OG)

Zum Weiterlesen: https://www.citavi.com/de/nuetzliche-irrtuemer/artikel/warum-die-wissenschaft-ihnen-eine-pause-empfiehlt

Katja Freudenberg

„Rosen, Tulpen, Nelken – alle Blumen welken …“

Abb. 1

Viele Leser unseres Blogs kennen Sprüche wie diesen noch aus der Zeit, als Poesiealben in der Klasse die Runde machten: MitschülerInnen und LehrerInnen, aber auch Mitglieder der Familie trugen Sprüche ein; gern wurden die Texte mit Stammversbildern oder Fotos verschönert. So kann man sich auch in späteren Jahren an weisen Zitaten und mehr oder weniger denkwürdigen Versen erfreuen. Nachfolger dieses Brauchs sind Freundschaftsbücher, wo auf schon vorgedruckte Einträge nur noch geantwortet werden muss („Meine Lieblingsspeise ist: …“)
Der Ursprung dieser Alben aber liegt schon weit zurück: bereits im 16. Jahrhundert sammelten Studierende Unterschriften Ihrer Dozenten in Stammbüchern, den alba amicorum (z.B. an der Universität Wittenberg); der Brauch wurde ebenfalls an Adelshöfen, in Handelsstädten und in Künstlerkreisen gepflegt. Die Stammbuchbesitzer sammelten handschriftliche Einträge befreundeter oder bekannter (oftmals höherrangiger) Personen zu Erinnerungs- und Dokumentationszwecken. Sie konnten sich gleichzeitig auch selbst darstellen – sei es mit der prächtigen Ausstattung des Stammbuchs oder mit den Einträgen einflussreicher und berühmter Persönlichkeiten, die dann durchaus auf der “Karriereleiter” behilflich waren.

Abb. 2

Einige Stammbuchexemplare befinden sich im Handschriftenbestand der Universitätsbibliothek Erfurt, wobei das bekannteste das sogenannte „Stammbuch von Maximilian II.“ (UB Erfurt, Dep. Erf., CE 8° 28) ist. Allerdings ist es nicht das Stammbuch dieses Herrschers, sondern es enthält lediglich das Autograph Maximilians und das Wappen mit dem kaiserlichen Doppeladler (siehe Abbildung 2).

Stammbuchhalter war Johann Georg von Wartenberg, (?? bis 4.6.1647 Bamberg], ein Mundschenk Friedrichs V. von der Pfalz. Die Eintragungen datieren aus den Jahren 1602 bis 1647.

Abb. 3

Die Besonderheit dieses Stammbuches sind nicht die üblichen Eintragungen (manchmal nur in Form von Großbuchstaben als Abkürzung für einen damals üblichen Sinn- oder Bibelspruch) mit evtl. Federzeichnungen, sondern der Beschreibstoff: Buntpapiere der verschiedensten Art, z. B. Marmorpapier oder Silhouettenpapier, siehe Abbildung 3.

Auch Stammbücher aus späteren Jahren sind aufschlussreiche und schön anzuschauende Quellen ihrer Zeit: das Stammbuch des Johann Gottlieb Gerlach (UB Erfurt, Dep. Erf., CE 8° 28s), geführt von 1733 bis 1789 (Abbildungen 4 und 5), das Stammbuch des Johann Adam Hennig (UB Erfurt, Dep. Erf., CE 8° 30ac), geführt von 1794 bis 1804 (Abbildung 6) und das Tagebuch eines Mannes namens Wunder (UB Erfurt, Dep. Erf., CE 8° 28f) aus der Zeit Anfang 19 Jh., (Abbildung 1) seien hier genannt.

Abb. 4
Abb. 5
Abb. 6

Diese und noch einige andere Stammbücher sind nur einem kleinen Leserkreis bekannt, wobei das Stammbuch Maximilians II. als einziges in digitalisierter Form vorliegt (Digitalisat in der Digitalen Historischen Bibliothek Erfurt/Gotha). Um sie weiteren Interessenten zugänglich zu machen, wäre auch eine Digitalisierung der anderen Exemplare wünschenswert, so dass die Aufnahmen im Projekt „Repertorium Alborum Amicorum“ mit den Digitalisaten angereichert werden können.

Andrea Langner

Internet Encyclopedia of Philosophy

Die Internet Encyclopedia of Philosophy (IEP) wurde 1995 gegründet, um freien Zugang zu detaillierten, wissenschaftlichen, von Experten begutachteten Informationen über wichtige Themen und Personen aus allen Bereichen der Philosophie zu bieten. Sie wird regelmäßig aktualisiert, ist frei zugänglich und nicht gewinnorientiert.

Zielgruppe sind fortgeschrittene Studierende und (fachfremde) Forschende, die Artikel werden nach eigenen Angaben „von Experten, aber nicht für Experten“ verfasst.

Nach Angaben der Herausgeber ist das Einreichungs- und Begutachtungsverfahren dasselbe wie bei gedruckten Philosophiezeitschriften, Büchern und Nachschlagewerken. Alle Einträge zu Personen und Fachtermini werden von Fachwissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen erstellt und von weiteren Fachleuten nach strengen Kriterien gegengeprüft (Peer-Review).

Von der American Library Association (ALA) wurde die Enzyklopädie 2016 als eine der „Best Free Reference Web Sites“ ausgezeichnet.

Die Bibliothek ermöglicht den  Zugang zu dieser Enzyklopädie über das Datenbanksystem DBIS.

Sabine Ziebarth

 

Heute vor 100 Jahren

Dieses besondere Gimmick sowie digitalisierte historische Zeitungen aus den Jahren 1671 bis 1950 bietet das Deutsche Zeitungsportal. Ein ambitioniertes Projekt, das im Oktober 2021 an den Start ging und auf dem diesjährigen Bibliothekskongress auf sich aufmerksam gemacht hat. Ja, auch wir Bibliothekare veranstalten interessante Kongresse 🙂

Vier Projektpartner, darunter die Deutsche Nationalbibliothek und die SLUB Dresden, bauen dieses Portal gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit folgender Zielstellung auf:

 

„Das Deutsche Zeitungsportal ermöglicht freien Zugang zu digitalisierten historischen Zeitungen aus deutschen Kultur- und Wissenseinrichtungen. Es ist ein Sub-Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek und führt Zeitungsbestände und -sammlungen gebündelt zusammen, macht sie online sichtbar und kostenfrei zugänglich. […]

Der Mehrwert liegt darin, einen zentralen Zugriff auf Zeitungen zu ermöglichen, die in vielen unterschiedlichen Kultureinrichtungen und an verschieden Orten in ganz Deutschland aufbewahrt werden. Nutzer*innen müssen sich nun nicht mehr durch eine Vielzahl von Katalogen und Portalen klicken, sondern können über das Deutsche Zeitungsportal schnell und einfach Zeitungsbestände verschiedener Einrichtungen gleichzeitig durchsuchen.“

(https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/newspaper/ueber-uns)

 

Wir empfehlen, dieses spannende Recherche-Instrument einmal auszuprobieren und in Zukunft im Auge zu behalten: #Zeitungsportal

Kathrin Brinkmann