Reihe “Digitale Werkzeuge”: Abstimmungs-Tools für die Lehre

In dieser Reihe stellen wir digitale Hilfsmittel vor, die für die Arbeit an der Universität Erfurt nützlich sein können – für die Forschung, kollaboratives Arbeiten oder die (Selbst)Organisation. Bei Fragen rund um diese Themen steht Ihnen die Koordinatorin für Digital Humanities der Universität Erfurt zur Verfügung, deren Büro in der Universitätsbibliothek angesiedelt ist (https://www.uni-erfurt.de/bibliothek/forschungsunterstuetzende-dienste/digital-humanities/).

Heute:

Abstimmungstools für die Lehre

Während einer Videokonferenz mit dem von der Universität Erfurt zur Verfügung gestellten Webkonferenzsystem Big Blue Button kann man ganz einfach eine Abstimmung starten – die allerdings nicht anonym ist, weil der/die VeranstalterIn die jeweils getätigten Optionen namentlich sehen kann; die TeilnehmerInnen sehen freilich nur die absoluten Zahlen und deren Prozentwerte pro Abstimmungsoption.

Für gänzlich anonyme Umfragen – nicht nur im Distance Learning, sondern perspektivisch auch im Blended Learning – kann man ein Abstimmungstool verwenden wie etwa kahoot! (https://kahoot.com/). Lediglich der/die VeranstalterIn muss sich (kostenlos) einloggen, die TeilnehmerInnen wählen sich über den Browser mithilfe eines Codes ein, so dass keine personenbezogenen Daten benötigt werden (Betreten mit Nickname/Pseudonym möglich); die Teilnahme ist einzeln oder in Teams möglich. Neben einfachen Textfragen können auch Bilder oder YouTube-Videos in einer Frage angezeigt werden, so dass das Tool nicht nur für einfache Abstimmungen, sondern auch für Quizzes, Wiederholungsfragen u.a. als interaktive Elemente in der Lehre verwendet werden kann; durch Zeitvorgaben kann ein spielerischer Wettbewerb entstehen. Auch Spiele können erstellt werden, für das Vorlagen und Soundtracks zur Verfügung stehen. Wikipedia beschreibt kahoot! als „spielorientierte Bildungswebsite“, das Motto lautet „Make Learning Awesome!“. Die Nutzung von kahoot! ist kostenlos, es gibt aber auch eine kostenpflichtige Premium-Version.

kahoot! VeranstalterInnnen-Ansicht

kahoot! TeilnehmerInnenansichthttps://kahoot.com/schools/how-it-works/ (2020-07-05): VeranstalterInnen- und TeilnehmerInnen-Ansicht

Kuriose Fundstücke – zeitlose Themen

Werbung in Zeitschriften – bei vielen Titeln kommt sie vor und ist für viele Leser*innen nur nervig.

Neu ist dieses Phänomen allerdings nicht. Bereits vor über 100 Jahren sorgten Anzeigen dafür, den Preis einer Zeitschrift zu senken. Wenn wir heute auf die Werbung von damals stoßen, finden wir sie aber weniger nervig, sondern eher unterhaltsam und zum Schmunzeln – hier ein paar Beispiele.

So wurde 1913 eine „elektrische Heißluftdusche“ beworben (Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens 1913,4). Dass man einen Fön zum Trocknen der Haare verwendet, ist ja auch heute noch üblich. Doch wer nutzt ihn zum Kräuseln von Federboas oder zum schnellen Vorwärmen der Badewäsche?

Nahrungsergänzungsmittel sind heute besonders bei Sportlern verbreitet. Auch das ist nicht neu: Schon 1913 (Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens 1913,7) wurde „gebrauchsfertige Kraftnahrung für Sporttreibende, Theaterbesucher und alle diejenigen, welche nicht regelmäßig zu ihren üblichen Mahlzeiten kommen“ beworben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Täglich ¼ Stündchen Sanax-Massage“ im Jahr 1913 wird heute durch die Anwendung einer Faszienrolle ersetzt.

Neue Geräte zum Kopieren, Drucken und Scannen

Multifunktionsgerät der UB Erfurt

Am 12. Juni 2020 wurden in der UB Erfurt die Multifunktionsgeräte zum Kopieren, Drucken und Scannen durch neue, leistungsfähigere ersetzt. Grundsätzlich hat sich an der Bedienung der Geräte nichts geändert, eine erfreuliche Neuerung gibt es jedoch: es ist nun möglich, Druckaufträge auch von mobilen Endgeräten wie Laptops oder Smartphones an die Geräte zu senden. Das mobile Drucken funktioniert treiberlos und wird über das campusweit zugängliche Verwaltungsportal QPilot (https://qpilot.uni-erfurt.de) gesteuert.

Vorgang:

  • Loggen Sie sich (von einem mobilen Endgerät) auf https://qpilot.uni-erfurt.de ein und wählen „mobilePrint“.
  • Folgen Sie den Bildschirmanweisungen und laden die gewünschte Datei (ein Office- oder PDF-Dokument) hoch.
  • Sie können Ihren Druckauftrag anschließend an jedem Multifunktionsgerät der Universität wie gewohnt abholen.

QPilot mobile Print

Abschließend noch zwei Hinweise zum Drucken:

  • Alle Thoskas, mit denen in den letzten 12 Monaten gedruckt wurde, sind bereits zum Drucken und Scannen an den neuen Geräten registriert. Alle anderen Thoskas müssen vor dem erstmaligen Drucken an einem Terminal in der UB oder im KIZ registriert werden.
  • Farbige Ausdrucke müssen als solche in den Druckereigenschaften der jeweiligen Anwendung gekennzeichnet werden und können an den Geräten mit Farbfunktion abgeholt werden.

 Weitere Informationen auf unserer Homepage: https://www.uni-erfurt.de/bibliothek/lernen-und-arbeiten/arbeiten-mit-geraeten/kopieren-drucken-scannen

Neues DFG-Projekt “Bibliotheca Amploniana” in der Universitätsbibliothek Erfurt

Die 889 mittelalterlichen Handschriften der Bibliotheca Amploniana, der Bibliothek des Collegium Porta Coeli der alten Universität Erfurt – seit 2002 als Depositum der Landeshauptstadt Erfurt in der Universitätsbibliothek Erfurt als Depositum verwahrt – sind ein einzigartiges Dokument zur Geistes- und Wissenschaftsgeschichte des Spätmittelalters. Ihren Kern bildet eine Schenkung von 633 Handschriften durch den kurkölnischen Leibarzt Amplonius Rating de Berka (gest. 1435), darunter ein besonders bedeutendes Konvolut medizinischer Schriften. Diese Codices aus dem 9.–15. Jahrhundert bilden nicht nur die umfangreichste geschlossen erhaltene Büchersammlung eines mittelalterlichen Gelehrten, sondern auch den reichsten Bestand einer Kollegienbibliothek dieser Zeit. Ihre Bedeutung liegt nicht nur in den (teils unikal) überlieferten Texten, sondern auch in den Handschriften selbst, die einzigartige Zeugnisse aus dem frühen Universitätsbetrieb in Frankreich, Italien, England und Deutschland sind und über ihre Besitzgeschichten Einblick in die internationalen Wissensnetzwerke des Spätmittelalters geben.

Da ein 1887 von Wilhelm Schum erstellter Bestandskatalog nicht mehr heutigen wissenschaftlichen Anforderungen entspricht, wurden zwischen 2008 und 2013 mit DFG-Förderung zunächst für 324 v.a. medizinisch-naturphilosophische Handschriften die inhaltlichen Erschließungsdaten in Manuscripta Mediaevalia vervollständigt und mit Normdaten versehen sowie eine Forschungsdokumentation mit über 3.000 Titeln im OPAC der UB Erfurt aufgebaut.

Das anhaltend starke Interesse der Wissenschaft an der Sammlung sowie bedeutende Funde aus jüngster Zeit (z.B. unbekannte Texte des Kirchenvaters Augustinus im Jahr 2008) machen es unabdingbar, die Amploniana nun nach den Maßstäben des 21. Jahrhunderts, also durch vollständige Digitalisierung und eine wissenschaftliche Erschließung (sog. Tiefenerschließung), zu bearbeiten.

In einem seit Oktober 2019 laufenden, auf drei Jahre angelegten Kooperationsprojekt der UB Erfurt mit dem Handschriftenzentrum Leipzig, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, werden 317 der Handschriften durch die UB Erfurt digitalisiert und in der von der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) bereitgestellten „Digitalen Historischen Bibliothek Erfurt/Gotha“ zugänglich gemacht. Die Tiefenerschließung bezieht sich auf 118 medizinische Handschriften aus dem Digitalisierungsbestand. Sie stammen aus der Schenkung des Amplonius und deren nächstem Umfeld. Die Katalogisierungsarbeiten erfolgen nach den DFG-Richtlinien unter Leitung des Handschriftenzentrums Leipzig verteilt in Erfurt und Leipzig. Die Ergebnisse der Tiefenerschließung werden der Forschung über die Handschriftendatenbank „Manuscripta Mediaevalia“ kontinuierlich bereitgestellt und fließen später in ein gerade in der Entwicklung befindliches, neues Handschriftenportal ein.

Citavi kennenlernen? Jetzt erst recht.

Da in diesem Sommersemester sehr wahrscheinlich keine Veranstaltungen in der Bibliothek durchgeführt werden können, finden leider vorerst auch die Einführungskurse in die Literaturverwaltung mit Citavi nicht statt. Wer sich trotzdem mit dem Programm beschäftigen möchte und plant, die nächste wissenschaftliche Arbeit mit Citavi umzusetzen, dem möchten wir den sehr gut ausgebauten Support-Bereich und hier vor allem die offiziellen Video-Tutorials von Citavi empfehlen – als digitale und asynchrone Alternative zur Veranstaltung im Vortragsraum.

In professionellen und gut verständlichen Kurz-Videos werden sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene mit Informationen versorgt. Man kann sich einen Überblick zu den wesentlichen Funktionen des Programms verschaffen, aber auch kompetente Antworten auf Detailfragen erhalten. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus den Videos können direkt im eigenen Projekt nachvollzogen und getestet werden.

Wir informieren auf den Webseiten der Bibliothek, sobald wir wieder die Möglichkeit bekommen, die Einführungskurse für Citavi persönlich durchzuführen. Auch eine E-Learning-Variante via Moodle und BigBlueButton ist denkbar – wir prüfen aktuell die Realisierung dieser Idee.
Bis dahin stehen wir gern für fachliche Fragen zur Verfügung: per Mail an benutzerschulung.ub@uni-erfurt.de.

Weitere Informationen:
Citavi-Support: Gesamtübersicht inklusive Handbuch, Kurzanleitung und Forum
FAQ und alle Infos zu Citavi auf den Webseiten der Bibliothek

Das Universitätsrechen- und Medienzentrum der Universität Erfurt bietet für die Hochschulangehörigen eine Campuslizenz für Citavi an. Damit ist die kostenfreie Nutzung an allen persönlichen Endgeräten gestattet. Unter Angabe einer E-Mail-Adresse der Universität Erfurt können die Lizenzdaten für die Campuslizenz abgerufen werden: http://www.citavi.com/uni-erfurt

Bibliotheks-WERTE: neue Zahlen der UB

Im vergangenen Jahr haben wir bereits über unsere „besonderen Zahlen“ berichtet. Auch in diesem Jahr sind wir wieder stolz auf die „Leistungskennzahlen 2019“, die viele statistische Angaben zur Bibliothek umfassen, z.B. zu den Ausleihen, den Ausgaben für Literaturerwerb oder zu den aktiven Benutzerinnen und Benutzern.
Folgende Zahlen aus dem letzten Jahr finden sich nicht in dieser offiziellen Übersicht, zeigen aber trotzdem ebenfalls eindrucksvoll, wie gut die Bibliothek genutzt und akzeptiert wird. Wir freuen uns sehr über diese Resonanz:

614
Schließfächer haben wir für die Aufbewahrung persönlicher Arbeitsmaterialien im Lesesaal vergeben.

3.968
Mal wurden unsere Gruppenarbeitsräume im 2. OG der Bibliothek reserviert.

1.517.775
Suchanfragen gab es für den Online-Katalog und das Suchportal Discovery der Bibliothek.

434.054
elektronische Volltexte aus Zeitschriften und E-Books aus unserem Bestand sind genutzt worden.

1.092
StudienanfängerInnen haben wir während der STET 2019 durch die Bibliothek geführt und über die Grundlagen der Bibliotheksbenutzung bei uns informiert.