Odyssee oder Nach langer Irrfahrt wieder zu Hause

Ein seit dem Kriegsende 1945 als Verlust aufgeführter Druck aus dem 16. Jahrhundert ist wieder in seine “Heimatbibliothek“, die Staatsbibliothek zu Berlin, zurückgekehrt.
Mit einer Mail aus Flörsheim begann die spannende Rückführung. Eine Spende für das Sozialkaufhaus „Tisch und Teller“ enthielt diesen alten Druck, der sich in einem erstaunlich guten Zustand befand, wie Sozialarbeiter Florian Barthel und Betriebsleiterin Heike Rosa feststellen konnten. Dem Hinweis eines Historikers folgend, der den Stempel „Königl(iche) Pr(eußische) Bibliothek zu Erfurt“ im Buch entdeckte, wandte sich Florian Barthel an die Universitätsbibliothek Erfurt.Und wir konnten helfen!
Der Band mit dem Titel „IVLII PAVLI PATAVINI SENTENTIARVM RECEPTARVM AD FILIVM…“ stammt aus der Feder des Juristen Julius Paulus (2. oder 3 Jh.) und wurde von Konrad Rittershausen im Jahr 1594 herausgegeben. Der Stempel der Königlichen Bibliothek befindet sich in vielen Drucken unseres Altbestands, welcher als Depositum der Stadtbibliothek von der Sondersammlung der UB Erfurt betreut wird. Hinzu kamen noch neben anderen vermutlichen Autogrammen der Namenszug von Robert Königsmann und ein Exlibris von Philipp Wilhelm zu Boineburg.


Johann Christian von Boineburg, ein kurmainzischer Staatsmann, Diplomat, Gelehrter und Büchersammler hatte nach dem Tod des Straßburger Professors Königsmann dessen Bibliothek aufgekauft und sie als Bestandteil seiner äußerst umfangreichen Sammlung an seinen Sohn Philipp Wilhelm von Boineburg vererbt. Dieser wiederum schenkte sie 1716 der Erfurter Universität.
Nach Auflösung der Universität Erfurt im Jahr 1816 wurde die Bibliothek in die Königlich Preußische Bibliothek Erfurt überführt und eine Vielzahl von Handschriften und Drucken fast 100 Jahre später, nämlich 1908/09, der Königlichen Bibliothek in Berlin übergeben.
Die bekannten Stempel, Namenszug und Exlibris führten in der UB Erfurt zur weiteren Recherche und ein Katalogeintrag im Katalog der Staatsbibliothek Berlin bestätigte unsere Vermutung: dieser Druck wird als Kriegsverlust aufgeführt.
Seit 1918 als Preußische Staatsbibliothek agierend, lagerte die Bibliothek in Berlin während des 2. Weltkriegs Bestände aus und der wiedergefundene Band wurde mit vielen anderen Bänden der Signaturengruppe G in einem Kalisalz-Bergwerk im Landkreis Göttingen aufbewahrt, wo er in den Wirren des Krieges und der Nachkriegsjahre „verschwand“.
Umso mehr freuen wir uns über das Wiederauftauchen und sind dankbar für die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter der Sozialkaufhauses in Flörsheim.

Andrea Langner

Die Fotos wurden uns von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt, Fotografin ist Friederike Willasch/SBB PK.

Berichte in
https://www.tisch-teller.de/
https://www.stern.de/gesellschaft/regional/berlin-brandenburg/band-galt-als-kriegsverlust–waehrend-krieg-verlorenes-buch-in-sozialkaufhaus-entdeckt-38209338.html
https://www.zeit.de/news/2026-09/04/waehrend-krieg-verlorenes-buch-in-sozialkaufhaus-entdeckt
https://archivalia.hypotheses.org/267177
https://www.deutschlandfunkkultur.de/verschollener-druck-von-1594-kehrt-in-staatsbibliothek-berlin-zurueck-100.html

Dringend gesucht: Hirschkäfer aka Feuerwurm!

In Thüringen ruft der NABU Thüringen gemeinsam mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) zur Suche dieser leider inzwischen in Deutschland seltenen Käferart auf; Hirschkäfer (Lucanus cervus) sind nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa geschützt.
Noch bis Ende Juli/Anfang August kann man mit viel Glück die imponierenden Käfer (meistens die Männchen) in ihren Verbreitungsgebieten in der Dämmerung beim Flug beobachten.
Da für die Larven morsches Totholz lebenswichtig ist, aber Baumstümpfe der bevorzugten Eichen und auch anderer Laubbäume oftmals entfernt bzw. bei Winterfällung gebildete ungeeignete Gerbsäuren die Zersetzung des Totholzes verhindern, fehlt der Überlebensraum und die Nahrungsgrundlage für die Larven. In den letzten Jahren lebten Hirschkäfer nicht mehr nur in Wäldern, sondern zunehmend als Kulturfolger auch in Parks und Gärten – wenn man Baumstümpfe nicht rodet und Totholz an Ort und Stelle belässt. Von Menschen angelegte Hirschkäferwiegen können bei Beachtung aller wichtigen Umstände eine zusätzliche Überlebenshilfe sein.
Also: bei Sichtung gern mit Foto melden, weitere Informationen findet man auf der Website des NABU Thüringen.
Die beeindruckende Darstellung des hier gezeigten Hirschkäfermännchens stammt aus dem Band „ Natursystem aller bekannten in- und ausländischen Insekten als eine Fortsetzung der von Büffonschen Naturgeschichte/Fortgesetzt von Johann Friedrich Wilhelm Herbst. [2], Der Käfer dritter Theil“. Tafel XXXIII (13-Nz. 4° 1221 (Ill.,3). Auch die Entwicklung vom Ei über die Larve und Puppe, die bis zu 8 Jahren dauern kann, wird abgebildet auf Tafel E.


Die weitere Beschreibung des Hirschkäfers erfolgt im Textband zu o.g. Band mit gleichem Titel und der Signatur 13-Nz. 8° 1221a (2,1).

Und woher kommt nun der Name Feuerwurm? Früher glaubte man, dass der Hirschkäfer in seinen rötlichen Zangen glühende Kohle aus dem Feuer stielt und damit Brände legt.

Andrea Langner

Wortschatz Bibliothek. Heute: Inkunabel, die; -n

Unter Inkunabeln versteht man im Buch- und Bibliothekswesen die frühesten Drucke nach Erfindung des Buchdrucks (ca. 1453) bis einschließlich 1500. „Inkunabula“ bedeutet übersetzt aus dem Lateinischen „Wiege, Windel, Geburtsort“, benutzt wird auch der Begriff „Wiegendrucke“ für diese frühen Erzeugnisse des Buchdrucks.
Typisch für Inkunabeln ist die noch starke Anlehnung an die bis dahin übliche Gestaltung von Handschriften: es gibt kein Titelblatt bzw. es bildet sich langsam heraus; im Incipit werden die ersten Worte oder Sätze eines Werks genannt (oft hervorgehoben im Text); Auskünfte zum Erscheinungsort, Drucker oder dem Druckdatum befinden sich im Kolophon, einem Vermerk am Ende des Drucks, welches die eindeutige Identifikation des Werks ermöglicht; manchmal werden Initialen farbig per Hand nachgetragen und im Text selbst gibt es häufig Abkürzungen, wie sie in Handschriften gebräuchlich waren.
Die Auflagenhöhe lag durchschnittlich bei 400 bis 500 Exemplaren, bei einzelnen „populären“ Titeln konnten es durchaus bis zu 1000 Stück sein.

Die wohl bekannteste Inkunabel ist die 42-zeilige Gutenberg-Bibel, welche zwischen 1452 und 1454 gedruckt wurde. Bekannt als „Gutenberg-B42“ enthält sie das Alte und das Neue Testament, der Text ist zweispaltig mit 42 Zeilen gesetzt worden. Die Auflage betrug etwa 180 Exemplare, davon ca. 30 Stück auf Pergament gedruckt. Sie wurde in der Druckerei des Johannes Gutenberg mit Hilfe seines Mitarbeiters Peter Schöffer (und ca. 20 anderen in der Offizin angestellten Druckern) hergestellt, unterstützt durch finanzielle Zuwendungen von Johannes Fust.

Eine ebenfalls sehr ansehnliche Inkunabel ist die Schedelsche Weltchronik von 1493 (Zusammensteller Hartmann Schedel), deren deutschsprachige Ausgabe von 1493 sich auch im Bestand der Universitätsbibliothek befindet.(UB Erfurt, Dep. Erf., I. 2° 232). Ausgestattet ist sie mit zahlreichen Holzschnitten der Künstler Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff.
Geschildert wurde die Schöpfungsgeschichte bis zum Zeitpunkt der Entstehung der Chronik. Neben historischen Begebenheiten sind biblische und mythologische Erzählungen, Naturkatastrophen wie Erdbeben, Fluten usw., kurze Porträts bedeutender Personen und zahlreiche Städteansichten zu finden.
Gezeigt wird eine doppelseitige Darstellung der Stadtansicht von Erfurt:

Eine nachträglich kolorierte Abbildung der Schöpfungsgeschichte finden wir in der Inkunabel UB Erfurt, Dep. Erf., I. 4° 336 (01): Die Bibel zu teutsch getrukt .., Teil 1.

Insgesamt befinden sich etwa 650 Bände mit Inkunabeln im Bestand der UB Erfurt, welche aus zahlreichen Provenienzen – aus dem Collegium Amplonianum, aus der alten Universitätsbibliothek, den ehemaligen klösterlichen Bibliotheken und der Boineburgschen Bibliothek stammen.

Andrea Langner

„Nun will der Lenz uns grüßen“

Mit Abbildungen von Frühblühern aus Alten Drucken der Universitätsbibliothek Erfurt möchten wir auf die Gattung „Kräuter- oder Pflanzenbücher“ im Altbestand aufmerksam machen.
Wieso werden nun aber Schneeglöckchen, Hyazinthen oder Narzissen in Kräuterbüchern abgebildet?
Die Kräuterbücher des 15. und 16. Jahrhunderts fungierten als „Pflanzenbestimmungsbücher“ für alle bekannten Pflanzen, also auch Bäume, Sträucher, Nutz- und Zierpflanzen. Ihr Habitus wurde möglichst genau beschrieben, um die Pflanze in ihrer natürlichen Umgebung eindeutig erkennen zu können.
Noch wichtiger war allerdings die Schilderung ihres Nutzens bei der Behandlung bzw. in der Vermeidung von Krankheiten. Die Anwendung botanischer Kenntnisse als Teil medizinischer Behandlungen wurde schon von Ärzten der griechischen und römischen Antike beschrieben; diese Beschreibungen in Handschriften waren aber oftmals nur in Fragmenten vorhanden und wenigen Kundigen zugänglich.
Mit der weiteren Verbreitung in gedruckten Büchern erschienen die Werke der antiken Autoren wie Krateuas oder Dioskurides in ihrer Originalsprache, später auch in Übersetzung. Während sich die antiken Autoren besonders mit der Pflanzenwelt ihres mediterranen Lebensraumes befasst hatten, erweiterten die Wissenschaftler und Ärzte ab dem 15. Jahrhundert die Beschreibungen um die Pflanzen ihrer eigenen Heimat und setzten sich durchaus kritisch mit den Beschreibungen der antiken Autoren auseinander.

Die Kräuterbücher der frühen Neuzeit orientierten sich im Aufbau an den antiken Vorbildern, indem Bilder der Pflanzen (Holzschnitte, manchmal koloriert) gezeigt wurden, gefolgt vom Aufbau der Pflanzen, ihrer Herkunft und Nutzen bzw. Anwendung. Um die Suche nach Pflanzen oder Krankheiten für den Leser zu erleichtern, wurden in den gedruckten Büchern nun häufig Register eingefügt.
Im Lauf der Jahre wurde auch mehr Wert auf die eindeutige Identifizierung der dargestellten Pflanzen gelegt.

Narzisse im „Ortus Sanitatis“ (1497)

Während in der 1497 in Straßburg erschienenen Inkunabel „Ortus Sanitatis …“ (I. 4° 354) (Digitalisat) noch sehr phantasievolle Bilder (durchaus auch für unterschiedliche Pflanzen derselben Gattung, die sich ähnlich sahen) gezeigt wurden, legen später tätige Autoren mehr Wert auf Details.

„Kreutterbuch Deß Hochgelehrten und weitberühmbten Herrn D. Petri Andreae Matthioli …“ – ergänzte und erweiterte Ausgabe von 1611 mit verschiedenen Narzissen

So kann man mit den naturgetreuen Abbildungen in Pietro Mattiolis „Kreutterbuch“ (13-Ma. 2° 23t) (Digitalisat), welches drei Register enthält und durch Georg Handsch ins Deutsche übersetzt und von Joachim Camerarius ergänzt worden ist, auch heute in freier Natur ohne Schwierigkeiten Pflanzen identifizieren.
Dasselbe gilt für die großformatigen und detaillierten Illustrationen im „NEw Kreüterbůch …“ (13-Nb. 2° 1301e) von Leonhart Fuchs (Digitalisat), welches schon im Jahr 1543 in Basel erschien.

Schneeglöckchen aus dem „NEw Kreüterbůch …“ von 1543

Andrea Langner

Vorgestellt: Eine alte merkwürdige Erfurtische Chronik

Nicht nur die Handschriften der Bibliotheca Amploniana wurden in einem DFG-Projekt gescannt, auch zahlreiche andere mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften aus den verschiedensten Provenienzen wurden vollständig gescannt und können nun in der DHB Erfurt/Gotha betrachtet werden.
Eine spannende Handschrift ist die Erfurter Chronik CE 2° 92 (Digitalisat), welche vermutlich im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts in Erfurt geschrieben worden ist. Laut Karl Hermanns „Bibliotheca Erfurtina“ handelt es sich wahrscheinlich um die überarbeitete Abschrift einer anderen Erfurter Stadtchronik. Sie wurde dem evangelischem Ratsgymnasium von einem ehemaligen Schüler geschenkt und gelangte später in den Bestand der Königlichen Bibliothek.

Dieses Manuskript ist uns leider ohne Titelblatt und stark beschädigt hinterlassen worden. Es sind unbeschriebene Blätter jeweils vorn und nach dem Text und einige wesentlich kleinere Blätter eingebunden worden. Geschrieben wurde mit brauner und roter Tinte. Letztere wurde für Hervorhebungen im Text – Überschriften, kleine Zusammenfassungen, Jahreszahlen und Personen- und Ortsnamen – genommen. Überraschend ist der Gebrauch von ausgeschnittenen Buchstaben, ganzen Wörtern und Abbildungen, die dem Text beigefügt wurden. Daher wird vermutet, dass der Drucker Eobanus von Dolgen (welcher durch seine Tätigkeit Zugriff auf gedrucktes „Rohmaterial“ besaß) die Chronik abgeschrieben hat.

In kurzen, selten ausführlichen Absätzen werden herausragende Ereignisse (nicht nur) aus dem Erfurter Leben und das Schicksal bedeutender Persönlichkeiten geschildert. Auch kriegerische Händel und Verbrechen, Not und Elend finden sich auf den Seiten wieder.

Es wird berichtet von der Päpstin, welche ein Kind bekam und bei der Geburt starb, der Erfurter Latrinensturz wird kurz und bündig abgehandelt, vom „Tollen Jahr“ in Erfurt, dem großen Sterben der jüdischen Bevölkerung und dem Einzug der Bauernhaufen in Erfurt beim Bauernaufstand wird erzählt und im letzteren Fall sogar mit Ausschnitten einiger Anführer illustriert.

Wie Anfang des Jahres in verschiedenen Medien zu lesen und zu sehen war, sind vermutlich die Gräber vieler Pesttoter in der Nähe des Stadtteils Roter Berg gefunden worden – man hatte gezielt nach ihnen gesucht: Massengrab mit Pest-Toten in Erfurt entdeckt (MDR am 07.01.26)

 

Auch hierzu findet sich eine Schilderung in unserer Handschrift:
„Anno eodem, war ein gros Sterben in allen Landen, und sonderlich zu Erffurdt, Da starben 12000. Menschen, Die führte man auff Karren und Wagen gen Neusis unter den Rotenberg, Da worden XI. Gruben gemacht, welche alle voll worden, …“
In anderen zeitgenössischen Quellen wird ebenfalls auf die Beerdigung der Verstorbenen in der Gegend der Ortschaft Neuses, welche jetzt eine Wüstung ist, verwiesen.

Für Geschichtsinteressierte und Heimatforscher ist diese Quelle (neben anderen erhalten Chroniken) leichter zu erschließen, weil sie in Deutsch geschrieben ist und nicht wie früher oft üblich in Latein.

Andrea Langner

Einzug der Bauern: UB Erfurt, Dep. Erf., CE 2° 96, f. 111v
Pest in Erfurt 1350: UB Erfurt, Dep. Erf., CE 2°96, f.24v

 

 

Vorgestellt: Alte Sprichwortsammlungen

„Morgenstund hat Gold im Mund“, „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – diese oder andere Sprichwörter kriegt man häufig zu hören oder benutzt man gern, um eigene Erfahrungen oder Ratschläge „nett verpackt“ mitzuteilen, Moralvorstellungen weiter zu geben, Gemeinschaftsgefühle zu stiften oder Spannungen in Stresssituationen abzubauen. Oft kann man auch trösten und Mut machen, z.B. in trüben Lebenslagen oder unangenehmen Situationen.
Dabei handelt es ich in der Regel um einen kurzen und anschaulichen Satz, der ein Verhalten, eine Verhaltensfolge oder eine Tatsache veranschaulicht und eine praktische Lebensweisheit enthält.
Oftmals sind die Schöpfer unbekannt, allerdings gibt es auch Sprichwörter, welche als Zitate bekannten Werken entnommen wurden und deren Herkunft ignoriert wird, z.B. „Grau… ist alle Theorie“ aus Goethes „Faust“ oder „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ aus den „Sprüchen Salomos“.

Schon in Sprichwörtersammlungen des 16. oder 18. Jahrhunderts tauchen uns auch heute noch bekannte Sprichwörter auf. Beispielhaft dafür stehen zwei Werke aus dem Altbestand der Universitätsbibliothek Erfurt:
1. „Sprichwoerter Schoene Weise Klůgredenn. Darinnen Teutscher vñ anderer Spraachen Hoefflicheit Zier Hoehste Vernunfft vñ Klůgheit … begriffen …“ von Sebastian Franck, gedruckt 1555 in Frankfurt/Main (10-Lgp. 8° 828).
Franck war in jungen Jahren Theologe, später erfolgreich (aber auch umstritten) als Schriftsteller, Chronist, Übersetzer und Buchdrucker. Dieses Buch der Sprichwörter erschien erstmals 1541 und enthielt neben den Sprichwörtern wohl bekannte Redewendungen, teilweise in Latein. Es folgten im Text ähnliche Redensarten, manchmal Erläuterungen oder Beispiele, die durchaus kritisch hinterfragt wurden.Aus dem 18 Jahrhundert stammt eine weitere Sammlung:

2. „ Thesavrvs Paroemiarvm Germanico-Ivridicarvm,  …“ von Georg Tobias Pistorius (10-Lgp. 8° 827c (2)). Diese Sammlung juristischer deutscher Sprichwörter erschien in 6 Bänden zwischen 1715 und 1725; Pistorius war ein deutscher Jurist, Historiker und Sprichwörtersammler. Aus Band 2, der 1715 in Leipzig erschien, sehen wir das Titelblatt und einen Ausschnitt von S. 154.

Andrea Langner