Studieneinführungstage vom 7. bis 11. Oktober

Wie in jedem Jahr leistet die UB Erfurt auch in diesem Oktober ihren Beitrag zu den Studieneinführungstagen (STET) der Universität. Wir erwarten ca. 1200 Studienanfänger, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Einführung in die Bibliotheksbenutzung erhalten. Zudem stellt die Bibliothek ihre Gruppenarbeitsräume für Tutorenbesprechungen zur Verfügung.
Da es erfahrungsgemäß in diesen Tagen unruhiger als gewöhnlich in der Bibliothek ist, bitten wir alle Benutzerinnen und Benutzer um Verständnis.
Wir wünschen den Erstsemestern einen guten Start ins Studium.

 

Digitale Werkzeuge: Spracherkennungssoftware

In dieser Reihe stellen wir digitale Hilfsmittel vor, die für die Arbeit an der Universität Erfurt nützlich sein können – für die Forschung, kollaboratives Arbeiten oder die (Selbst)Organisation.
Anregungen für neue Beiträge nimmt gerne entgegen: Dr. Katrin Ott

Heute stellt Victoria Fischer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung, eines ihrer Arbeitsinstrumente vor:

Eine Spracherkennungssoftware

Kommunikation ist eine Schlüsselkompetenz in der heutigen Gesellschaft. Der Austausch von Informationen, das Formulieren und das Darlegen von Inhalten ist für viele Berufe der Grundstein. Dabei sitzt man, je nach Fingerfertigkeit, kürzer oder länger an einem Text und damit sehr oft am Schreibtisch.

Bei meiner Arbeit transkribiere ich wissenschaftliche Interviews. Dazu höre ich das gesprochene Wort aus dem Interview, welches ich Stück für Stück der Software diktiere. Gleichzeitig lese ich mit, korrigiere und formatiere händisch. Dieses Prozedere ist zwar sehr anstrengend, weil ich mehrere Sinne gleichzeitig gebrauche. Aber wenn das Tippen entfällt, spare ich etwa ein Drittel der Zeit. Populäre smarte Assistenten wie „Alexa“ oder „Cortana“ zeigen, dass Spracherkennung immer mehr in den Alltag integriert wird, aber heute möchte ich meine Arbeit mit der Spracherkennungssoftware DragonNaturally Speaking beschreiben.

Mit Hilfe dieser Software lassen sich in einem Textverarbeitungsprogramm o.ä. mittels eines Headsets Worte diktieren, die unmittelbar auf dem Bildschirm als Text erscheinen, wobei die Software die individuelle (Aus-)Sprache und die Formulierungsgewohnheiten ihrer Anwender lernt. Mit ein wenig Übung ist es sogar möglich, die Inhalte unterwegs in ein externes Aufnahmegerät zu sprechen und im Anschluss von der Software automatisch „transkribieren“, also niederschreiben zu lassen. Die Software bringt einige Befehle mit, die im ersten Moment gewöhnungsbedürftig erscheinen, aber mit ein wenig Übung immer selbstverständlicher werden. So kann man die Aufnahme des Mikrophons mit dem Befehl „Geh schlafen“ pausieren oder mit „Wach auf“ wieder aktivieren. Will man ein Fremdwort diktieren, lautet der Befehl „schreib >Fremdwort<“. Nach der Erstellung eines Textes lassen sich mit „Markiere …“, „Ersetze …“ oder „Lösche …“ mehr oder weniger gut Veränderungen vornehmen. Für diejenigen, die flink mit den Händen sind oder sich weniger auf die Software einlassen wollen, besteht jederzeit die Option, mit Maus und Tastatur in den Text einzugreifen.

Derartige Tools bieten also Zeitersparnis gegenüber oft mühsamer Verschriftlichung. Doch die Handhabung muss erprobt werden, und es braucht eine ruhige Umgebung. Dann kann sie aber Erleichterung schaffen für alle, die nicht gut tippen können. Das betrifft nicht nur Menschen mit Einschränkungen, sondern mitunter auch die prä-digitale Generation. Daher können Spracherkennungstools als inklusive Software nur empfohlen werden. Für Beschäftigte der Universität Erfurt bietet ein solches Tool gegebenenfalls eine Arbeitserleichterung in der Forschung oder Verwaltung.

Neue Auszubildende in der UB

Am 1. September begann für Jessica Tonn die dreijährige Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. Dies ist ein möglicher Weg für ein späteres „bibliothekarisches Leben“. Auch wenn ein häufiger Grund für die Berufswahl unserer Azubis die Liebe zum Lesen ist, kommen sie doch im Ausbildungsalltag selten dazu, in Büchern zu schmökern. Wie so vieles Andere hat auch dieses Berufsbild einen starken Wandel hin zur Technisierung erfahren.
Neben der praktischen Ausbildung in unserer Bibliothek erhält Frau Tonn das theoretische Wissen für ihren Beruf in der Berufsschule in Sondershausen. Während interessanter Praktika, so in einer Buchhandlung, in einer Stadtbibliothek oder in einem Archiv, wird sie viele zusätzliche Erfahrungen sammeln können.

Wir wünschen Frau Tonn und unseren anderen Auszubildenden einen guten Start in das neue Ausbildungsjahr und viel Freude an ihrem gewählten Beruf.

Alles Gute zum Schulanfang!

Seit vierzig Jahren sammelt und forscht der ehemalige Hamburger Lehrer Hans-Günter Löwe zum Thema Schulbeginn und zur Tradition der Schultüten. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen hat er vor einigen Jahren in einem Buch vorgestellt. Es befindet sich in zwei Exemplaren im Bestand der Universitätsbibliothek.

Die Schul- oder Zuckertüte, anfangs auch Ostertüte oder Osterkegel genannt, hat eine über zweihundertjährige Geschichte und stammt ursprünglich aus Mitteldeutschland. Heute ist sie ein unverzichtbares Geschenk zum Schulanfang, aber schon im alten Rom hat es ermutigende Gaben zum Beginn des Lernens gegeben.

Der Autor berichtet in seinem Buch unter anderem von einer Schultüten-Maschine und den Bestrebungen im Nationalsozialismus, eine Einheitstüte einzuführen. Ungewöhnliche Postkarten und Werbezettel sind in dem Buch ebenso zu finden wie Zeitzeugenberichte.

Ob mit oder ohne Zuckertüte: wir wünschen allen Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern einen guten Start ins neue Schuljahr!