Von Blattweisern und anderen Lesezeichen

Wer kennt das nicht – mitten im Lesevergnügen muss man das Buch aus der Hand legen und möchte gern eine Stelle im Text markieren, um ohne großes Suchen weiter zu lesen. Glück hat, wer auf ein mehr oder weniger stilvolles Lesezeichen zurückgreifen kann; notfalls tut es eine Postkarte, ein Notizzettel oder ähnliches.

Wer in einer Bibliothek arbeitet, kann ein Lied davon singen, was in entliehenen Büchern als Lesezeichen benutzt worden ist und hat schlimme Beispiele vor Augen. Auch unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sondersammlung konnten verschiedenste „Merkwürdigkeiten“ in den historischen Drucken entdecken und haben eine kleine Sammlung mit Fundstücken angelegt. Folgende Lesezeichen möchten wir zeigen: Rückgabequittungen, Buntpapierstücke, handschriftliche Vermerke, Werbeanzeigen, Fahrkarten und mit viel Sorgfalt und Fantasie gebastelte Objekte. Nicht gezeigt werden können gepresste Pflanzen, die schon zu fragil für Aufnahmen waren.

Aber auch in den historischen Drucken selbst wurden bei der Fertigstellung des Bandes oftmals sogenannte Blattweiser angebracht, meistens um bestimmte Abschnitte im Buch oder z.B. Bibelstellen dauerhaft zu markieren. Es handelt sich um Plättchen oder Kügelchen, sie bestanden aus Papier, Leder, Pergament oder auch Metall, wie man an dem Band „Sermones de aduẽtu …“ (Signatur: UB Erfurt, Dep. Erf., 6-Tp. 8° 2662) erkennen kann.

Während der Prüfungszeit sonntags geöffnet. Nutzung von Arbeitsräumen für Einzelpersonen

An vier Sonntagen im Februar – am 07.02., 14.02., 21.02. und 28.02. – hat die Bibliothek jeweils 10 – 16 Uhr geöffnet.

Außerdem stehen ab 1. Februar 3 Arbeitsräume im 2. OG der Bibliothek zur Einzelnutzung zur Verfügung. Die Nutzung ist Montag bis Freitag 10 – 16 Uhr möglich. Die Räume sind über das Reservierungssystem UB-Platz buchbar und z.B. für die Teilnahme an Online-Lehrveranstaltungen geeignet, wenn entsprechende Technik (Headset, Webcam etc.) mitgebracht wird.
Ab sofort ist auch der Eltern-Kind-Raum im 2. OG, ausschließlich für Eltern mit Kind, Montag bis Freitag 10 – 16 Uhr über UB-Platz reservierbar.

Wir freuen uns, dass wir mit diesen Angeboten dem Bedarf wieder ein Stück entgegenkommen können. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für die anstehenden Prüfungen!

Black Lives Matter

Die Bewegung ist nicht nur ein Ausdruck öffentlicher Empörung über die Polizeigewalt in den USA, die Farbige oft diskriminiert, sondern auch Teil eines globalen Dekolonisierungsdiskurses, der inzwischen auch Museen und  Bibliotheken in verschiedenen Erscheinungsformen erreicht hat: Im Sommer 2020 ließ der Direktor des British Museum die Büste seines Stifters Hans Sloane (1660-1753) vom Sockel nehmen, in eine Ausstellungsvitrine verbringen und  mit einer Beschriftung versehen, die unübersehbar auf seine auf der Basis von Sklavenarbeit erzielten Einkünfte hinweist.

Ein aktuell angebotenes Online-Austauschtreffen zum Thema „Decolonize the Library“ ruft Bibliothekar*innen dazu auf, sich dem anglo-amerikanischen Vorbild folgend mit „strukturellen Rassismen“ in  Bibliotheken auseinanderzusetzen und best practice-Beispiele dieser Auseinandersetzung kennenzulernen.

Der angesprochene globale Dekolonisierungsdiskurs hält jedoch auch auf natürlichem  Weg, demjenigen der Bestandsentwicklung, Einzug in Bibliotheken.  Eine gute Gelegenheit, um hier auf diese Neuanschaffung der Universitätsbibliothek Erfurt hinzuweisen:

Öffnung der UB ab 11. Januar mit geänderten Öffnungszeiten

Ab 11. Januar ist die Universitätsbibliothek Montag bis Freitag 9 – 20 Uhr und Samstag 10 – 16 Uhr für Sie geöffnet.

Ausleihe und Information sind Montag bis Freitag 10 – 16 Uhr besetzt. Die Selbstausleihe und die Rückgabe von Medien sind bis 20 Uhr möglich.

Zur Nutzung von Arbeitsplätzen im Lesesaal verwenden Sie bitte unser Reservierungssystem UB-Platz. Die bekannten Regeln zum Infektionsschutz gelten auch weiterhin.

Mit der Wiederaufnahme des Benutzungsbetriebes besteht auch die Möglichkeit der Nutzung der Sondersammlung mit vorheriger Terminvereinbarung.

Wir freuen uns auf Sie und helfen Ihnen gern wieder persönlich und vor Ort mit Informationen und Antworten auf Ihre Fragen. Selbstverständlich erreichen Sie uns auch weiterhin per E-Mail:

information.ub@uni-erfurt.de            ausleihe.ub@uni-erfurt.de

 

„Ich steh an deiner Krippen hier …“

Am 17. Februar 1483 wurde eine Bibel in der Nürnberger Werkstatt von Anton Koberger gedruckt, aus der wir Ihnen heute einen Holzschnitt mit der Darstellung von Jesu Christi Geburt zeigen möchten.

Evangelist mit seinem Wahrzeichen (Stier); Maria, Josef und das Jesuskind im Stall, Anbetung durch die Heiligen 3 Könige und die Beschneidung und Darstellung im Tempel

Diese Bibel ist aufgrund ihres Umgangs häufig in zwei Bänden erschienen und wird auch „Koberger-Bibel“ oder „Koburger-Bibel“ genannt. Bei ihr handelt es sich den neunten Bibeldruck in deutscher Sprache vor Luthers Bibelübersetzung.
Sie ist reich ausgeschmückt mit zahlreichen Holzschnitten, welche Koberger von den Kölner Druckern Heinrich Quentell und Bartholomäus von Unckel abgekauft hatte. Schon 1478 wurden diese Holzschnitte für zwei niederdeutsche Bibeldrucke verwendet. In Kobergers Druckerei wurde ein Teil der Auflage koloriert, vermutlich unter Einsatz von Schablonen.
Circa 270 Exemplare oder Fragmente werden in Bibliotheken oder öffentlichen Einrichtungen bewahrt, dazu befinden sich etwa 30 Exemplare dieser Bibel in privater Hand.


Im Bestand der UB Erfurt befindet sich ein leider nicht koloriertes unvollständiges Exemplar (Signatur: UB Erfurt, Dep. Erf., I.2° 218). Auch die Initialen, vermutlich farbig vorgesehen, wurden nicht eingefügt, wie man gut in der nächsten Abbildung aus dem Lukasevangelium sehen kann.

In der Forschungsbibliothek Gotha sind ein vollständiges und koloriertes Exemplar in 2 Bänden (Link zum Digitalisat des 1. Bandes in der DHB Erfurt/Gotha) und noch ein weiteres Exemplar vorhanden.

Im Vergleich zu dem schlicht wirkenden Holzschnitt im Erfurter Exemplar hier der Link zum Digitalisat der Bibel des Freiburger Exemplars, welches einen kolorierten Holzschnitt von der Geburt Christi, farbige Initialen und andere Ausschmückungen aufweist.

Wir wünschen Ihnen einen besinnlichen 4. Advent und ein frohes Weihnachtsfest!

Universitätsbibliothek bleibt vom 24. Dezember bis 10. Januar geschlossen

Aufgrund der aktuellen Infektionslage bleibt die Bibliothek über den Jahreswechsel hinaus bis zum 10. Januar 2021 geschlossen.

Rückgabefristen in der ersten Januarwoche (04. – 08.01.) werden in die Woche
ab 11. Januar verschoben.

Die elektronischen Angebote der Bibliothek können weiterhin genutzt werden.

Für Fragen aller Art erreichen Sie uns vom 4. bis zum 8. Januar unter den bekannten E-Mail-Adressen:

information.ub@uni-erfurt.de

ausleihe.ub@uni-erfurt.de

 

Due to the current infection situation, the library will remain closed from 24th  December 2020 until 10th  January 2021.

Return deadlines for media in the first week of January are postponed to the week starting on 11th January 2021.

All electronic services of the library are available during closing times.

You can contact us by e-mail:

information.ub@uni-erfurt.de

ausleihe.ub@uni-erfurt.de