Graphic Novel und Comic – das andere Leseerlebnis

Comic und Graphic Novel bedienen sich des Zusammenspiels von Text und Bild. In Abgrenzung zum Comic erzählt eine Graphic Novel zumeist eine abgeschlossene Geschichte mit komplexer Handlung in Buchformat. Begriffe wie Comicroman oder grafischer Roman haben sich nicht durchgesetzt.

Im Bibliothekskatalog / Discovery können Sie neben den bekannten Rechercheeinstiegen über Titel, Person oder Schlagwort zusätzlich über das Sachgebiet EC 7120 suchen oder zu dieser Stelle am Bibliotheksregal gehen. Hier sind Bände über das Thema Comic und Graphic Novel versammelt. Ist bei einem bereits im Katalog gefundenen Titel unter Art des Inhalts der verlinkte Eintrag „Comic“ vermerkt, können Sie darüber weitere Bücher aufrufen, die mit diesem Begriff verknüpft sind.

Werke, die als Graphic Novel oder Comic erschienen sind, finden Sie in der Bibliothek an verschiedenen Standorten. Aufgestellt sind diese vor allem im Bereich Jugendliteratur (DX 4090): beispielsweise George Orwells dystopischer Roman „1984“, eine Biografie über Sophie Scholl oder die Erzählung „drüben!“, die eine Familiengeschichte zwischen Ost- und Westdeutschland in den 1980er Jahren thematisiert. Der Titel „Verwandelt“, der das Leben und Werk von Franz Kafka behandelt, ist der Notation zur Literatur über den Autor (GM 4004) zugeordnet. Eine biografische Graphic Novel über Dietrich Bonhoeffer ist in der Evangelischen Theologie (BW 43277) einsortiert.

Die genauen Signaturen zu den genannten Büchern finden Sie im Discovery – bitte auf das Bild klicken.

An der Universität Erfurt werden Graphic Novels in der Literatur- und Geschichtsdidaktik besprochen. So fand letztes Jahr im Rahmen des Seminars „Zeitgeschichte im Comic“ an der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik ein gleichnamiger Workshop statt. Und in dem Projekt Pragmatik und junge Fremdsprachenlernende an der Professur für Angewandte Sprachwissenschaft mit Schwerpunkt Englisch bilden Graphic Novels für Kinder und Jugendliche einen Forschungsschwerpunkt. Auch im Deutschunterricht findet diese lesemotivierende Buchform zunehmend Beachtung, da sie Kindern und Jugendlichen einen anderen Zugang zu Literatur ermöglicht.

Ulrike Trenkmann

Friedrich Fröbel (1782 – 1852)

In dieser Woche findet in der Universität die 11. Konferenz der International Froebel Society (IFS) statt; aus diesem Anlass ist vom 30. Juli bis 30. Oktober in der Bibliothek eine kleine Ausstellung zu sehen.

Wer sich als Studierender oder Forschender mit erziehungswissenschaftlichen Themen beschäftigt und Quellenmaterial zu Fröbel sucht, wird im Bestand der Bibliothek ganz bestimmt fündig: im OPAC und im Suchportal Discovery können zahlreiche Publikationen und Materialien von und über Fröbel recherchiert werden. Es bieten sich jedoch noch weitere Möglichkeiten, sich den Ideen Fröbels zu nähern:

Neben einigen größeren Schriften, die Friedrich Fröbel verfasste, gibt auch sein umfangreicher Briefwechsel Einblick in seinen für die damalige Zeit außergewöhnlichen pädagogischen Ansatz. Die gesamte Korrespondenz steht online und als Open Access für die Forschung und für Interessierte zur Verfügung: https://www.bildungsserver.de/onlineressource.html?onlineressourcen_id=41882

Erwähnt werden sollen die Publikationen des Fröbel-Forschers Matthias Brodbeck. Auf dessen Internetseite Froebelweb wiederum werden außer Informationen über Friedrich Fröbels Werk und Schaffen auch Fröbelorte in Thüringen samt (Themen)-Wanderwegen vorgestellt.

Weniger bekannt ist, dass Fröbels Vorstellungen von der Erziehung jüngerer Kinder auch von Frauen aus Thüringen in die Welt getragen wurden (vgl. die Beiträge zu Eleonore Heerwart, Thekla Naveau oder Ida Seele in Manfred Berger: Frauen in der Geschichte des Kindergartens. Ein Handbuch, Signatur DK 2100 B496 F8 bzw. zum Beispiel https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/geschichte-der-kinderbetreuung/manfred-berger-frauen-in-der-geschichte-des-kindergartens/eleonore-heerwart-1835-1911/). Eine interessante Lektüre.

Sie haben nun die Qual der Wahl, auf welchem Weg Sie Friedrich Fröbel (neu) entdecken möchten.

Valentina Tischer

Forschungsdaten finden – ein Angebot der Fachinformationsdienste

In gedruckten und elektronischen (Text-)Publikationen wird zumeist das Ergebnis eines Projektes und dazugehörige Daten in nur eingeschränkt nachnutzbarer Form veröffentlicht. Oder in einem Artikel wird auf die erhobenen Forschungsdaten über einen persistenten Identifier verlinkt, der zum Datensatz führt.

Einen weiteren Einstieg für die Recherche nach Daten bietet forschungsdaten.info, das deutschsprachige Informationsportal zu Forschungsdatenmanagement (FDM). Über diese Plattform gelangen Sie zu verschiedenen Fachinformationsdiensten (FID), die disziplinspezifische Services bieten. Nach Fachbereichen gegliedert, gelangen Sie komfortabel zu fachbezogenen Repositorien, in denen Sie nach geeigneten Datensätzen suchen können. In der Regel werden diese Interessierten nach den FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable and Reusable) zugänglich gemacht.

Beispielsweise gelangen Sie über die Sozial- und Rechtswissenschaften zu dem FID Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, der auf die Datenbestände im Fachportal Pädagogik und den Verbund Forschungsdaten Bildung verlinkt. Je nach Plattform können Sie unter anderem über Schlagwörter, Analyseeinheiten, datenhaltende Institution, Erhebungseinheiten, Erhebungsverfahren oder Datentyp filtern. Achten Sie bei den recherchierten Forschungsdaten auf verschiedene Qualitätsmerkmale, die für Ihre eigene Arbeit hilfreich sind und zu den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis zählen: persistente Identifikatoren, Metadaten, Download- und Exportmöglichkeiten, Beschreibung des Datensatzes, Zugriffsmöglichkeiten und Lizenzen.

Ergänzend sei auf das global angelegte Open-Science-Verzeichnis Re3data (Registry of Research Data Repositories) hingewiesen, über das fachbezogene Datenbanken recherchiert werden können.

Ulrike Trenkmann

EBSCO Schulungen

Seit Anfang des Jahres verfügt die Plattform EBSCO über eine neue Benutzeroberfläche (siehe unseren Blogbeitrag). Passend dazu werden im Juni deutschsprachige Online-Schulungen für Studierende, wissenschaftliche Fachkräfte und Forschende angeboten, um die Datenbanken optimal nutzen zu können. Die Schulungen sind kostenfrei und dauern ca. 60 Minuten.

Termine und Einschreibmöglichkeit: APA PsycINFO, EBSCOhost (Literaturrecherche auf der neuen Oberfläche).

 

Übrigens, alle von der Bibliothek angebotenen Datenbanken können Sie über das Datenbankinfosystem DBIS nutzen.

 

Digitalisierte Inhaltsverzeichnisse

Überlegen Sie manchmal bei Ihrer Literaturrecherche, ob es sich „lohnt“, dieses oder jenes Buch aus dem Regal zu nehmen? Eine gute Orientierung bei dieser Entscheidung geben digitalisierte Inhaltsverzeichnisse, die meist als Link unter den üblichen bibliografischen Angaben wie Titel, Autor, Erscheinungsjahr usw. zu finden sind. Digitalisierte Inhaltsverzeichnisse sind neben eingepflegten Abstracts, Abbildungen von Buchcovern, Rezensionen oder Inhaltsbeschreibungen eine Form der sogenannten Kataloganreicherung. Dies bietet die Möglichkeit, schon bei der Recherche mehr über den Inhalt eines Werks zu erfahren, und erleichtert die Auswahl von Literatur. Probieren Sie es aus!

 

Valentina Tischer

Search Smart: die richtige Datenbank finden

Für die Literaturrecherche zu einer wissenschaftlichen Arbeit ist neben der Suche in Bibliothekskatalogen die Verwendung von Datenbanken sehr sinnvoll. Vielleicht haben Sie für die Auswahl einer geeigneten Datenbank schon das Datenbank-Infosystem DBIS genutzt, in dem ca. 14.000 Datenbanken enthalten sind.

Eine Alternative für einen ersten Einstieg in die Recherche kann Search Smart sein. Das neue Vergleichsportal für wissenschaftliche Datenbanken wurde von Dr. Michael Gusenbauer, Mitarbeiter des Instituts für Innovationsmanagement der Johannes Kepler Universität Linz, entwickelt. Die Oberflächensprache ist Englisch. Enthalten sind mittlerweile 100 Datenbanken, darunter auch große Suchportale wie Google Scholar, Semantic Scholar und OpenAlex. Search Smart gibt eine erste Orientierungshilfe darüber, welche Datenbanken den jeweiligen Anforderungen an die Literaturrecherche am besten entsprechen.

Übersichtsblatt aus Search Smart für „Semantic Scholar“

Weitere Informationen:

Katja Freudenberg