„Nun will der Lenz uns grüßen“

Mit Abbildungen von Frühblühern aus Alten Drucken der Universitätsbibliothek Erfurt möchten wir auf die Gattung „Kräuter- oder Pflanzenbücher“ im Altbestand aufmerksam machen.
Wieso werden nun aber Schneeglöckchen, Hyazinthen oder Narzissen in Kräuterbüchern abgebildet?
Die Kräuterbücher des 15. und 16. Jahrhunderts fungierten als „Pflanzenbestimmungsbücher“ für alle bekannten Pflanzen, also auch Bäume, Sträucher, Nutz- und Zierpflanzen. Ihr Habitus wurde möglichst genau beschrieben, um die Pflanze in ihrer natürlichen Umgebung eindeutig erkennen zu können.
Noch wichtiger war allerdings die Schilderung ihres Nutzens bei der Behandlung bzw. in der Vermeidung von Krankheiten. Die Anwendung botanischer Kenntnisse als Teil medizinischer Behandlungen wurde schon von Ärzten der griechischen und römischen Antike beschrieben; diese Beschreibungen in Handschriften waren aber oftmals nur in Fragmenten vorhanden und wenigen Kundigen zugänglich.
Mit der weiteren Verbreitung in gedruckten Büchern erschienen die Werke der antiken Autoren wie Krateuas oder Dioskurides in ihrer Originalsprache, später auch in Übersetzung. Während sich die antiken Autoren besonders mit der Pflanzenwelt ihres mediterranen Lebensraumes befasst hatten, erweiterten die Wissenschaftler und Ärzte ab dem 15. Jahrhundert die Beschreibungen um die Pflanzen ihrer eigenen Heimat und setzten sich durchaus kritisch mit den Beschreibungen der antiken Autoren auseinander.

Die Kräuterbücher der frühen Neuzeit orientierten sich im Aufbau an den antiken Vorbildern, indem Bilder der Pflanzen (Holzschnitte, manchmal koloriert) gezeigt wurden, gefolgt vom Aufbau der Pflanzen, ihrer Herkunft und Nutzen bzw. Anwendung. Um die Suche nach Pflanzen oder Krankheiten für den Leser zu erleichtern, wurden in den gedruckten Büchern nun häufig Register eingefügt.
Im Lauf der Jahre wurde auch mehr Wert auf die eindeutige Identifizierung der dargestellten Pflanzen gelegt.

Narzisse im „Ortus Sanitatis“ (1497)

Während in der 1497 in Straßburg erschienenen Inkunabel „Ortus Sanitatis …“ (I. 4° 354) (Digitalisat) noch sehr phantasievolle Bilder (durchaus auch für unterschiedliche Pflanzen derselben Gattung, die sich ähnlich sahen) gezeigt wurden, legen später tätige Autoren mehr Wert auf Details.

„Kreutterbuch Deß Hochgelehrten und weitberühmbten Herrn D. Petri Andreae Matthioli …“ – ergänzte und erweiterte Ausgabe von 1611 mit verschiedenen Narzissen

So kann man mit den naturgetreuen Abbildungen in Pietro Mattiolis „Kreutterbuch“ (13-Ma. 2° 23t) (Digitalisat), welches drei Register enthält und durch Georg Handsch ins Deutsche übersetzt und von Joachim Camerarius ergänzt worden ist, auch heute in freier Natur ohne Schwierigkeiten Pflanzen identifizieren.
Dasselbe gilt für die großformatigen und detaillierten Illustrationen im „NEw Kreüterbůch …“ (13-Nb. 2° 1301e) von Leonhart Fuchs (Digitalisat), welches schon im Jahr 1543 in Basel erschien.

Schneeglöckchen aus dem „NEw Kreüterbůch …“ von 1543

Andrea Langner

Vorgestellt: Alte Sprichwortsammlungen

„Morgenstund hat Gold im Mund“, „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – diese oder andere Sprichwörter kriegt man häufig zu hören oder benutzt man gern, um eigene Erfahrungen oder Ratschläge „nett verpackt“ mitzuteilen, Moralvorstellungen weiter zu geben, Gemeinschaftsgefühle zu stiften oder Spannungen in Stresssituationen abzubauen. Oft kann man auch trösten und Mut machen, z.B. in trüben Lebenslagen oder unangenehmen Situationen.
Dabei handelt es ich in der Regel um einen kurzen und anschaulichen Satz, der ein Verhalten, eine Verhaltensfolge oder eine Tatsache veranschaulicht und eine praktische Lebensweisheit enthält.
Oftmals sind die Schöpfer unbekannt, allerdings gibt es auch Sprichwörter, welche als Zitate bekannten Werken entnommen wurden und deren Herkunft ignoriert wird, z.B. „Grau… ist alle Theorie“ aus Goethes „Faust“ oder „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ aus den „Sprüchen Salomos“.

Schon in Sprichwörtersammlungen des 16. oder 18. Jahrhunderts tauchen uns auch heute noch bekannte Sprichwörter auf. Beispielhaft dafür stehen zwei Werke aus dem Altbestand der Universitätsbibliothek Erfurt:
1. „Sprichwoerter Schoene Weise Klůgredenn. Darinnen Teutscher vñ anderer Spraachen Hoefflicheit Zier Hoehste Vernunfft vñ Klůgheit … begriffen …“ von Sebastian Franck, gedruckt 1555 in Frankfurt/Main (10-Lgp. 8° 828).
Franck war in jungen Jahren Theologe, später erfolgreich (aber auch umstritten) als Schriftsteller, Chronist, Übersetzer und Buchdrucker. Dieses Buch der Sprichwörter erschien erstmals 1541 und enthielt neben den Sprichwörtern wohl bekannte Redewendungen, teilweise in Latein. Es folgten im Text ähnliche Redensarten, manchmal Erläuterungen oder Beispiele, die durchaus kritisch hinterfragt wurden.Aus dem 18 Jahrhundert stammt eine weitere Sammlung:

2. „ Thesavrvs Paroemiarvm Germanico-Ivridicarvm,  …“ von Georg Tobias Pistorius (10-Lgp. 8° 827c (2)). Diese Sammlung juristischer deutscher Sprichwörter erschien in 6 Bänden zwischen 1715 und 1725; Pistorius war ein deutscher Jurist, Historiker und Sprichwörtersammler. Aus Band 2, der 1715 in Leipzig erschien, sehen wir das Titelblatt und einen Ausschnitt von S. 154.

Andrea Langner

Wortschatz Bibliothek. Heute: Konvolut, das; -e

Dieser im Bibliothekswesen häufig benutzte Begriff (von lat. convolvere, convolutum „zusammenrollen“) wurde ursprünglich für eine zusammengerollte Schriftrolle benutzt, ist aber auch in anderen Zusammenhängen bekannt: Konvolute gibt es z.B. im Archivwesen (eine Anzahl von zusammengehörenden Akten oder Schriften), bei Auktionen (eine Sammlung aus mehreren Objekten, ein Los) und sogar in der Medizin (ein Knäuel von verwachsenen oder verklebten Gefäßen oder Darmschlingen).

Dagegen ist die Nutzung des Konvolutbegriffs in Bibliotheken eher unspektakulär: es handelt sich um eine Zusammenstellung von verschiedenen Drucken in einem Sammelband. Diese einzelnen Drucke können thematisch oder inhaltlich zusammenhängen, müssen es aber nicht.

In unserem Altbestand haben wir z.B. Konvolute mit Dissertationen, Leichenpredigten und anderen Gelegenheitsschriften, aber auch mit verschiedenen Ratgebern oder Kalendern.

Zu sehen sind ein Alter Druck aus der Bibliotheca Boineburgica (Signatur: UB Erfurt, Dep. Erf., 3-T.ir. 4° 448), welche eine Schenkung des kurmainzischen Statthalters zu Erfurt Philipp Wilhelm von Boineburg war und ein Ratgeberbüchlein (Signatur: UB Erfurt, Dep. Erf.,13-A. 8° 841) mit verschiedenen Werken.

Der Sammelband aus der Bibliotheca Boineburgica (Provenienz 3) enthält 17 Einzelstücke, u.a. Dissertationen und theologische Streitschriften. Zu sehen ist das auf dem fliegenden Blatt von Hand notierte Inhaltsverzeichnis und die angeklebten Blattweiser aus festerem Papier.

Im anderen Band gibt es u.a. einen Ratgeber zur Metallgewinnung und -veredlung, ein „Probirbüchlin“ zu Feuerwerken und Edelsteinen, Adam Ries´ „Rechnung auff der Linihen vnd Federn ..“, ein Kochbüchlein und einen Kalender (Stück 10 im Konvolut).

Andrea Langner

Alte Bestände behüten und bewahren – aber wie?

Für die Alten Drucke, Handschriften und Karten, die in der Universitätsbibliothek Erfurt aufbewahrt werden und z.T. Jahrhunderte an Jahren alt sind, gilt es, eine Bestands wahrende Umgebung zu schaffen und erhaltende Maßnahmen zu ergreifen.

Wichtig ist zunächst eine Lagerung, bei der schädliche Umwelteinflüsse vermieden oder reduziert werden: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichteinfall müssen an die Bedürfnisse des alten Bestands angepasst werden.
Pergament- aber auch alte Papierseiten, Ledereinbände und Holzdeckel reagieren sehr sensibel auf zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit, die Temperatur sollte moderat sein. Große Schwankungen können zu zeitweiligen oder irreversiblen Schäden führen, eine konstante Überwachung mit Hygro- und Thermometern ist wichtig. Schimmelbefall muss vermieden, alte Schimmelschäden beobachtet, evtl. bestrahlt und anschließend sorgfältig und behutsam gesäubert werden.
Direktes Sonnenlicht ist schädlich, bei der Nutzung von Lichtquellen sollten LED-Leuchten eingesetzt werden, die keine zusätzliche Wärme abgeben und die Lichtstärke sollte 50 Lux z.B. bei Ausstellungen (für höchstens 6 Wochen!) nicht überschreiten.

Bei der Lagerung in Regalen sollten diese im Raum und nicht unmittelbar an einer Wand stehen, damit die Luft zirkulieren kann. Alle Bücher sollten im Regal geradestehen, gehalten durch Buchstützen; sehr große Bände evtl. gelegt werden, um Verformungen des Korpus zu vermeiden.
Beim Herausziehen der Bücher sollte man das Anfassen am oberen Buchende vermeiden, dies führt zu vermeidbaren Schäden am oberen Buchrücken und dem Kapital.

Oft gibt es Bilder historischer Büchersammlungen mit prächtigen Bänden zu bestaunen; der Altbestand in den Magazinen der UB Erfurt ist dagegen zum großen Teil in Kassetten (passgenau für das betreffende Buch), Schubern oder Mappen abgelegt. Diese Verpackungen aus säurefreiem Material sind nicht ansehnlich, schützen aber vor Staub und zu viel Licht und sind auch für eine ordentliche Aufstellung gut geeignet. Buchbänder aus Baumwolle mit Kordelstoppern halten die Bücher zusammen, damit kein Staub eindringt und der Buchblock nicht weit aufsperrt.

Müssen Bände – wie kürzlich vor der Digitalisierung der Amploniana-Handschriften nötig – gereinigt werden, geschieht dies Buch schonend mit weichem Pinsel und Schmutzradierer, bei Drucken auch mit besonderem Staubsauger, unter einer Absaughaube.

Bei der Benutzung im Sonderlesesaal der UB Erfurt wird darauf geachtet, dass Buchkeile aus Schaumstoff oder bewegliche Kissen zum Unterlegen und Buchschlangen zum Offenhalten benutzt werden; Tinte, Kugelschreiber, Getränke und schmutzige Hände haben hier nichts verloren.
Mit der Digitalisierung alter Bestände tragen wir auch zum Bestandschutz bei, da die Originale nicht unbedingt genutzt werden müssen, wenn die Digitalisate vorliegen.

Kurz gesagt: Mit der richtigen Lagerung, Pflege und sorgsamen Benutzung können unsere wertvollen alten Bestände lange erhalten bleiben und auch zukünftigen Generationen zugänglich gemacht werden.

So bitte nicht! Über die grauenhafte Unterbringung der Handschriften der Bibliotheca Amploniana schreibt der Universitäts-Secretarius L. Cromhart Anfang des 18. Jahrhunderts:

„die andere ist die Amplonianische Bibliothec …so viel weiß ich, daß sie in dem dazu gewidmeten Gemache trefflich confus untereinander liege: … so wird ihrer doch ja wohl übel gehütet, … daß auf manchem Buch der Staub zwey Finger dick ruhe und niemand wisse, welches das oberste oder unterste Theil der Bibliothec bedeute.“

Aus: Weinrich, J. M.: Kurtz gefaßte und gründliche Nachricht Von den Vornehmsten Begebenheiten Der uhralten und berühmten Haupt Stadt Erffurt in Thüringen …, Frankfurt ; Leipzig : Martini, 1713, S. 297 (13-Ef. 8° 105gab)

Andrea Langner

Wir machen blau!

Mit der Redewendung „blaumachen“ dürfte jedermann vertraut sein. Sie wird benutzt, wenn die Schule geschwänzt wird oder man unentschuldigt dem Arbeitsplatz fernbleibt.
Ihren Ursprung hat die Redewendung im Mittelalter und hat mit einer gerade in Thüringen und besonders auch in Erfurt bekannten Pflanze, dem Waid (auch Färber-Waid Isatis Tinctoria) zu tun.

Foto: Dr. Katrin Ott

Angebaut wurde Waid im Erfurter Umland. Die Blätter wurden nach der Ernte in speziellen Waidmühlen zu einem Brei zerquetscht. Auf Haufen gekippt gärte das Gemisch etwa zwei Wochen lang, anschließend wurden daraus Kugeln geformt und getrocknet. Die Waidkugeln wurden von den Färbern gekauft, welche sie im Färbebad, der Küpe, mit abgestandenem Urin begossen und bei schönem und heißem Wetter vor sich hin gären ließen.
Wenn dieses Färbebad nach einigen Tagen eine gelblich-grüne Farbe mit strengem Geruch annahm, wurden die Stoffe hineingelegt und färbten sich ebenfalls gelb. Erst beim Herausnehmen und Trocknen an der Luft wurden sie blau.
Außer dem Aufhängen der Stoffe hatten die Färber an diesem Tag, meist einem Montag, nicht viel zu tun – sie machten blau. Einer anderen Erklärung nach beschleunigten die Färber den Färbeprozess durch Zugabe von durch Biergenuss „optimierten“ Urin, waren also selber „blau“.
Der Abbau von Waid und dessen weitere Verarbeitung bis hin zum Färben von Leinen brachte den Städten mit Waidanbau und -handel im Mittelalter Arbeitsplätze und Wohlstand, den erst die billigere Nutzung der Indigopflanze stoppte. Die Indigopflanze (Indigofera tinctoria) wurde ab dem frühen 17. Jahrhundert importiert und war wesentlich ergiebiger, bis auch sie durch die noch preiswertere industrielle synthetische Farbstoffgewinnung abgelöst wurde.

Die Blüte des Waids sehen wir hier auf in einem Druck aus unserem Altbestand: in „Johannis Hieronymi Kniphofs, … Botanica In Originali Pharmacevtica Das ist: Lebendig-Officinal-Kräuter-Buch …“ aus dem Jahr 1733 (UB Erfurt, Dep. Erf., 13-Ma. 4° 24b (1), Tafel 72).

Johann Hieronymus Kniphof druckte diesen Band in der Druckerei  von Johann Michael Funcke. Das Besondere war die die Verwendung des Naturselbstdrucks, bei dem die Pflanze selbst präpariert und dann als Druckform genutzt wurde. Diese Formen erlaubten nur wenige Druckgänge; über die genaue Vorbereitung der Formen und den Druckvorgang damit gibt es keine Notizen von Kniphof und Funcke, dies blieb ihr Geheimnis.

 

Andrea  Langner

 

Foto der Waidpflanze: Dr. Katrin Ott

 

 

Vorsicht: Gauner, Schurken und Ganoven!

Wenn Ganoven mogeln oder etwas mopsen, werden sie von den Bullen der Polente verfolgt und eingebuchtet.

Wer versteht, wovon bzw. von wem hier die Rede ist, kennt einige Wörter des „Rotwelschen“ ohne sich dessen vermutlich bewusst zu sein.
Als Rotwelsch wird keine eigene Sprache bezeichnet, vielmehr ist es eine Sprachvarietät (auch Jargon oder Slang). Der Bestandteil rot soll sich aus dem rotwelschen Begriff Rot für Bettler herleiten und welsch für fremd, unverständlich stehen.

 

Diese Sondersprache hat sich seit dem Mittelalter als eine Art Geheimsprache im fahrenden Volk, also unter Hausierern und Handeltreibenden, aber auch Bettlern und Gaunern etabliert zur Verständigung untereinander und zum Ausschluss der des Rotwelschen nicht Mächtigen. Daher kommt die Gleichsetzung von Rotwelsch und Gaunersprache, ist aber zu eng gefasst. Die „codierten“ Wörter waren nur den Eingeweihten für ihre Lebensweise und Berufsausübung verständig, auch wenn es immer wieder Versuche gab, die rotwelschen Wörter zu sammeln, zu verzeichnen und zu verstehen (z.B. durch die Polizei).

Die Begriffe kommen oftmals aus dem Jiddischen, aus dem Romani, dem Niederländischen und Französischen; aber auch Lautmalereien, Silben vertauschen und Umdeutung und Neuzusammensetzung bekannter Wörter führten zu Neuschöpfungen.
Auf den Bildern dieses Beitrags sehen Sie Ausschnitte aus zwei Alten Drucken, die sich im Bestand der UB Erfurt befinden.
Das „Wörterbuch der in Teutschland üblichen Spitzbuben-Sprachen, …“ von F. L. A. Grolman aus dem Jahr 1822 (Signatur 40-02735, Digitalisat ) enthält in Band 1 zwei „Abtheilungen“: Gaunerisch-Teutsch und Teutsch-Gaunerisch. Der geplante 2. Band zur „Zigeunersprache“, so der Autor, wurde nicht fertig gestellt. Grolman schreibt:

Von unverkennbarer Wichtigkeit ist daher die genaue Kenntnis dieser geheimen Sprache für jeden, der in dem Polizei-, Justiz- und Criminalfache angestellt ist. … Wer sie vorsichtig zu gebrauchen weiß, wird manchen Gauner dadurch auslocken können, und selbst der Untersuchungs-Richter wird ihr … manches Geständniß verdanken, das er sonst nie erhalten hätte.

Im Druck „Liste Der von dem den 16. Junii 1747. zu Strelitz justificirten Diebe, Johann Heinrich Fromm, angegebene Spitzbuben.“ von wahrscheinlich 1747 (13-Hg. 4° 145 (1)) befindet sich auch noch eine „Erklärung Der rothwelschen Wörter, so die Spitzbuben unter sich gebrauchen.“,  welche von mehreren Personen handschriftlich ergänzt wurde um etliche Begriffe, wie man gut auf der Abbildung erkennen kann.

Zum guten Schluss noch einige Wörter aus der Gaunersprache, die in ihren Platz in der Umgangssprache gefunden haben:

 

 

ausbaldowern = auskundschaften
Fleppen = Ausweis, Pass
Lutscher = Zucker
Kittchen = Gefängnis
Kluft = Kleid, Kleidung
Knete = Geld
malochen = arbeiten
Moos = Geld
Muff = Geruch, Gestank
Pinke = Geld
Schlamassel = Unglück
Stuss = Spaß, Unsinn
Zaster = Geld

Andrea Langner