Blick hinter die Kulissen – Was macht eigentlich ein Fachreferent?

In loser Folge stellen wir im „Lesezeichen“ Bibliotheks-Mitarbeiter*innen und deren Arbeitsbereiche vor, die normalerweise hinter den Kulissen verborgen bleiben – heute ein Gespräch mit der Fachreferentin Sabine Ziebarth.

Welche Aufgaben haben Sie als Fachreferentin?

Ich betreue die Fächer Anglistik, Philosophie, Politik und Sozialwissenschaften. In Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen bin ich für die Auswahl der anzuschaffenden Medien verantwortlich. Wir versuchen für die aktuellen Lehr- und Forschungsgebiete – soweit finanziell möglich – die jeweils neue Literatur zu erwerben. Dies betrifft nicht nur gedruckte Bücher, sondern auch E-books, Zeitschriften (print und online) sowie Datenbanken. Diese Literatur wird dann inhaltlich für die Nutzung in der Bibliothek erschlossen. Neben den Neuanschaffungen kümmere ich mich auch um die sogenannte Bestandspflege (Aussonderungen veralteter Literatur, Lückenergänzungen, Erwerbung von Neuauflagen).

Grundsätzlich bin ich erste Ansprechpartnerin für Lehrende und Studierende in fachspezifischen Fragen. Dazu gehören spezielle Rechercheschulungen genauso wie direkte Hilfestellung bei Fragen rund um Literatur für Studium und Lehre.

Wer ist noch Fachreferent in der UB und wie finden Benutzer den richtigen Ansprechpartner für ihr Fachgebiet?

Insgesamt sind wir acht Kolleg*innen, die die Bereiche des an der Universität vertretenen Fächerspektrums betreuen. Auf unserer Webseite findet man eine Liste aller Fächer mit den dazugehörigen Referenten.

Haben Sie weitere Aufgaben in der Bibliothek?

Alle Fachreferenten der UB sind neben ihrer Fachreferatstätigkeit für weitere Aufgabengebiete verantwortlich. Das reicht von der Leitung von Abteilungen über allgemeine Verwaltungstätigkeiten und Diensten an den Informationstheken bis hin zu Querschnittsaufgaben in Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der Universität.

Als stellvertretende Leiterin der Abteilung Benutzung kümmere ich mich u.a. um die allgemeine Benutzerschulung, Fragen des Datenschutzes und Probleme zwischen Bibliothek und Benutzern.

Wie wird man Fachreferent?

Fachreferent*innen verfügen über ein abgeschlossenes Hochschulstudium beliebiger Fachrichtung. Danach haben sie in der Regel entweder ein 2-jähriges Referendariat oder einen Aufbaustudiengang (Master of Information and Library Science) jeweils mit einem umfangreichen Praxisanteil absolviert.

Wie lange sind Sie schon als Fachreferentin tätig?

Bereits seit 1996 arbeite ich in dieser Funktion an der UB Erfurt. In dieser Zeit habe ich verschiedene Fächer und Aufgabengebiete betreut.

Welchen Tipp haben Sie für die Benutzer?

Nutzen Sie die Möglichkeit der fachspezifischen Beratung und trauen Sie sich, die Fachreferenten anzusprechen (direkt oder durch Vermittlung der Kolleg*innen an den Informationstheken).

Vielen Dank für das Gespräch

Reisen oder lesen? Oder beides?

Über das (nicht)Verreisen wird in diesem Jahr viel gesprochen. Und wie bei jedem Thema lohnt sich ein Blick in die Literatur und in die Bibliothek. Unser Lektüretipp für diesen Sommer ist das Buch „Slow travel. Die Kunst des Reisens“ von Dan Kieran (in der UB vorhanden, Signatur 615218).

Mit Tiefgang und zum Nachdenken anregend weckt der Verfasser die Lust und die Neugier, das Reisen doch einmal anders zu versuchen: loslassen von gängigen Reisevorstellungen, Ungeplantes zulassen und annehmen, auch vor der eigenen Haustür Neues entdecken. All dies in Episoden und kleine Berichte über sein eigenes Unterwegssein eingebunden. Lassen Sie sich mitnehmen, es lohnt sich!

 

Cover: Verlag Rogner & Bernhard, 2013

Ausweiskopie an den Multifunktionsgeräten

Die neuen Multifunktionsgeräte in der Bibliothek bieten neben der Druckmöglichkeit von mobilen Endgeräten noch eine weitere Funktion, die die Arbeit mit den Geräten erleichtert. Mit dieser Funktion kann die Vorder- und Rückseite eines kleinen Dokuments, z.B. eines Führerscheins oder Ausweises, kombiniert auf eine Seite kopiert werden.

Unter der Menüauswahl „Kopieren“ gibt es den Button „Kopie ID Card“, mit dem die Funktion aktiviert wird. Legt man die Vorderseite des Ausweises auf das Vorlagenglas und startet den Vorgang, wird diese Vorlage zunächst eingescannt. Anschließend wird man aufgefordert, die Rückseite des Dokuments auf die gleiche Stelle aufzulegen – die Rückseite wird ebenfalls gescannt. Auf dem Papierausdruck werden schließlich Vorder- und Rückseite des Dokuments untereinander auf einer Seite dargestellt.

„Kopie ID Card“ ist an allen Multifunktionsgeräten verfügbar, die mit thoska zu bedienen sind (nicht am Münzer).

 

Neue Datenbank „Gender: Identity and Social Change“

Die Datenbank Gender: Identity and Social Change enthält Quellen aus dem 19. und 20. Jahrhundert zur Geschichte der Suffragetten und des Kampfes für das Frauenwahlrecht, zur Geschichte des Feminismus und darüber hinaus zu verschiedenen Themen der Geschlechtergeschichte. Sie ist für die Universität Erfurt im Rahmen einer Nationallizenz frei verfügbar.
Den inhaltlichen Schwerpunkt der Datenbank bilden Quellen aus dem angloamerikanischen Kulturraum, sie basiert auf den Sammlungen von neun Bibliotheken, unter anderem der Schlesinger Library on the History of Women in America. Die Sammlungen repräsentieren das vielfältige interdisziplinäre Feld der Geschlechtergeschichte und ermöglichen eine wissenschaftliche Untersuchung der Entwicklung in den Geschlechterrollen und -beziehungen.
Die Datenbank umfasst Nachweise von Organisationen und Interessengruppen, Ratgeberliteratur sowie persönliche Tagebücher und Korrespondenz, die sowohl historische Schlüsselfiguren und Pioniere der Geschlechtergeschichte als auch das Leben gewöhnlicher Männer und Frauen beleuchten. Außerdem gibt es eine reiche Auswahl an Bildmaterial, darunter Fotografien, Illustrationen, Poster und Objekte.

Zur Datenbank: Zugang über DBIS

Datenbank Gender, Nutzeroberfläche

UB Erfurt vom 17. bis 21. August wegen Bauarbeiten geschlossen

Nachdem im letzten Jahr – bei laufendem Betrieb – alle Freihandbestände der UB mit RFID-Etiketten ausgestattet wurden, steht in diesem Sommer der zweite Teil der Umrüstung auf die neue Technik zur Sicherung und Verbuchung der Medienbestände an. In diesem Zusammenhang wird nicht nur der Durchgang zum Lesebereich sowie der Selbstverbuchungsbereich umgebaut, sondern aus bisher zwei Theken im Eingangsbereich eine einzige, erweiterte Informations- und Ausleihtheke gemacht.

Auch die aktuellen Bauarbeiten finden größtenteils bei laufendem Betrieb statt. Aufgrund von Fußbodenarbeiten werden aber zentrale Bereiche und Laufwege im Foyer für eine Woche nicht zugänglich sein. Die Bibliothek muss deshalb vom 17. bis 21. August 2020 geschlossen bleiben. Wir bitten um Verständnis. Die Leihfristen ausgeliehener Medien werden entsprechend angepasst, Mahnungen werden ausgesetzt.

Über den „hochdeutschen Sprach-Tellerrand“ geschaut

Wissen Sie, was eine Bohle oder ein Nieselpriem ist, was Hutzelpflaumen sind oder einhullern/einhuscheln bedeutet? Nicht?

Dann hilft Ihnen das „Thüringische Wörterbuch“, dessen Idee und Bearbeitungsbeginn bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurückreicht. Die beiden Weltkriege brachten dann das Vorhaben, den thüringischen Wortschatz zu beschreiben, fast zum Scheitern, da ein erheblicher Teil von etwa 86.000 Originalzetteln (Fragebögen zum Gebrauch der Wörter) verloren ging. 2006 fand das Wörterbuch seinen Abschluss und umfasst nun 6 Bände und einen Beiband.

Für die Einträge wurden etwa 5,5 Millionen sprachliche Belege ausgewertet. Die etwa 100.000 erfassten Wörter werden u.a. in ihrer Bedeutung, in ihrer lautlichen und grammatischen Form und in ihrer räumlichen Verbreitung dargestellt. Der originale sprachliche Kontext zeigt die konkrete Verwendung im Alltag.  Das Wörterbuch ist damit nicht nur ein wichtiges Nachschlagewerk für Germanisten, sondern auch für Laien interessant und unterhaltsam.

Leider wird die Arbeit daran nicht fortgesetzt, das Wörterbuch steht ausschließlich in gedruckter Form zur Verfügung. Im Bestand unserer Bibliothek finden Sie es unter der Signatur GB 1526 S735.

 

Quelle/Ausschnitt aus: Thüringisches Wörterbuch, Berlin Akademie-Verlag, 2004, Bd. 2, Spalte 53/54