Bücher sind Gärten, diese kann Frau und Mann nach Hause tragen*

Schon in der Antike haben Platon, Sokrates und Epikur zusammen mit ihren Schülern Schulgärten angelegt. Damals dienten diese Gärten vor allem der Inspiration. Später wurden unter der Obhut des persischen König Kyros II Gärten angelegt, die den Schülern den Garten- und Obstanbau erklärten.
Im Mittelalter wurde das Wissen über unsere Nutzpflanzen von Klostergärten bewahrt und weiterentwickelt. Deren Geschichte reicht bis zur Gründung der ersten Benediktinerklöster zurück. Die Gartenarbeit gehörte nach dem Heiligen Benedikt von Nursia zu einem wichtigen Bestandteil des klösterlichen Lebens. Der Klostergarten wurde in einen Nutz- und Kräutergarten sowie einen Obstgarten eingeteilt.

Die Klostergärten bildeten die Grundlage für die Klosterapotheken. Die Kräutergärten befanden sich häufig hinter dem Klosterhospital. Der Obstgarten wurde zugleich als Klosterfriedhof genutzt. Im Klostergarten sollten 16 verschiedene Pflanzen angebaut werden. Pro rechteckigem Beet wurde eine Pflanze angebaut. Die Anordnung der Beete war schachbrettartig. Später wurden die Beete häufig nach Krankheitsbildern geordnet angelegt. Aber nicht nur der Anbau der Heilpflanzen und die Selbstversorgung mit Gemüsepflanzen waren von Bedeutung. Eine ebenso große Rolle spielten die Ästhetik der Pflanzenanordnung und die Möglichkeiten zur Besinnung und inneren Einkehr in den Gärten.
Schon Ende des 17. Jahrhundert ließ August Hermann Francke in Halle einen Schulgarten anlegen. Diesem folgte um 1750 in Berlin ein durch den evangelischen Theologen und Pädagogen Johann Julius Hecker eingerichteter Schulgarten. Hecker verfolgte das pädagogische Ziel schulische und direkt berufsvorbereitende Lehrinhalte zu verbinden. Etwa zur gleichen Zeit entwickelten sich vor allem auch im süddeutschen Raum Schulgärten. Dort stand der praktische Unterricht im Obst- und Gartenbau im Vordergrund.
Bis heute übernimmt der Schulgarten die Verbindung theoretisches Wissen in der praktischen Arbeit im Garten anzuwenden.

Wer die Geschichte des Schulgartenunterrichts erkunden möchte, ist herzlich eingeladen, in den Beständen der Sondersammlung der UB Erfurt zu stöbern.

20.06.2017: Tag des Schulgartens in Deutschland

* (Arabisches Sprichwort)
Abbildungen: Universitätsbibliothek Erfurt, Dep. Erf. I. 2° 354

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