Ausstellung in der UB Erfurt: “Neue Typografie – funktionales Grafik-Design in der Zwischenkriegszeit”

In der aktuellen Ausstellung der Universitätsbibliothek Erfurt “Neue Typografie – funktionales Grafik-Design in der Zwischenkriegszeit” zeigt Prof. Patrick Rössler, Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt, anhand seltener Exponate die Entwicklung der “Neuen Typografie”, die seit 100 Jahren bis heute unsere Sehgewohnheit prägt.

In den 1920er Jahren veränderte sich das Erscheinungsbild von Drucksachen fundamental: Mit dem funktionalen Grafik-Design der „Neuen Typographie“ setzte sich eine gestalterische Bewegung durch, die sich klassischen Layout-Prinzipien verweigerte. Ziel war eine Optimierung der Drucksachen hinsichtlich ihrer Lesbarkeit, die Standardisierung in Schrifttypen wie Blattformaten und insgesamt eine Orientierung an der Deutschen Industrienorm (DIN). Die anachsiale Satzanordnung von bevorzugt serifenlosen Schrifttypen in größtmöglicher Klarheit, ohne ablenkenden Zierrat und mit der neusachlichen Fotografie als auffälligem Bildelement setzte sich bei der werbetreibenden Wirtschaft durch und bestimmt unsere visuelle Sozialisation bis heute.

Die „Neuen Typographie“ hat in Deutschland u.a. mit Willi Baumeister und Kurt Schwitters, Max Burchartz und Walter Dexel, den Geschwistern Leistikow oder Herbert Bayer und Joost Schmidt vom Bauhaus eine eindrucksvolle Reihe bedeutender Grafik-Designer des 20. Jahrhunderts hervorgebracht. Diese Bewegung fand auch international große Wertschätzung und wird nun in einer Ausstellung gewürdigt. Es sind gut 100 originale Druckbelege der Zwischenkriegszeit zu sehen, darunter neben Buch- und Zeitschriftenumschlägen auch Prospekte, Werbefaltblätter und Fotografien, die aufgrund ihres ephemeren Charakters in den einschlägigen Bibliotheken und Archiven nur kaum überliefert sind. Die Präsentation gibt Gelegenheit, dieses selten gezeigte Material in seiner Vielfalt zu besichtigen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Februar 2018 im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek im 2. OG von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr – 17.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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