Universität Erfurt

BMBF fördert neues Forschungsprojekt über Seekarten: Pressemitteilung Nr.: 49/2018 - 05.07.2018

Geografiezimmer in der Forschungsbibliothek Gotha

Mit einem Gesamtvolumen von 1,1 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung in den kommenden vier Jahren das objektgeschichtliche Forschungsprojekt „Karten – Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“. Der Großteil der Förderung – knapp 720.000 Euro – geht an die Universität Erfurt, die das Forschungsvorhaben gemeinsam mit der Universität Bremen und dem Deutschen Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven realisiert.

„Karten führen in der Geschichte der Globalisierung bislang eine Randexistenz. Noch weniger Aufmerksamkeit finden See- und Meereskarten, und das, obwohl sie wie kaum ein anderes Medium maritime Räume mitsamt den dazugehörigen globalen Verknüpfungen veranschaulichen“, sagt Prof. Dr. Iris Schröder, Professorin für Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts an der Universität Erfurt und Koordinatorin des Verbundprojektes. „Deshalb wollen wir mithilfe von See- und Meereskarten eine bislang kaum bekannte Geschichte der Umbruchszeit von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erzählen. Diese Geschichte wird einen neuen Blick auf die Genese der heutigen globalen Welt eröffnen.“

Zwei bedeutende Sammlungen bilden die materielle Grundlage des Projektes: zum einen die Sammlung Perthes, die in der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt bewahrt wird und eines von zwei in Europa noch erhaltenen Kartenverlagsarchiven ist. Zum anderen die Karten- und Navigationssammlung des Deutschen Schifffahrtsmuseums – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven.

Der transdisziplinär ausgerichtete Forschungsverbund soll die See- und Meereskartenbestände exemplarisch erschließen, erforschen und die Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Im Verbund arbeiten mit Prof. Dr. Iris Schröder (Universität Erfurt/Forschungszentrum Gotha), Prof. Dr. Ruth Schilling (Universität Bremen) und Prof. Dr. Wolfgang Struck (Universität Erfurt) nicht nur Geschichts- und Literaturwissenschaften zusammen. Mit Dr. Petra Weigel (Forschungsbibliothek Gotha/Sammlung Perthes) und Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner (Deutsches Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Bremerhaven) sind auch ausstellungserfahrene Praxispartner am Projekt beteiligt, das die Materialität von Karten in ein neues Licht rücken und greifbar machen will. Gezeigt werden soll, wie Karten als Objekte wirken und wie sie bis heute unseren Blick auf die Meere prägen. Damit versteht sich das Projekt als ein Beitrag zu einer historisch vermittelten Erforschung der Relation von Mensch und Meer.

Weitere Informationen / Kontakt:

Prof. Dr. Iris Schröder

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