Universität Erfurt

Afrika im Blickpunkt der 3. "Gothaer Kartenwochen": Pressemitteilung Nr.: 145/2012 - 04.10.2012

Plakat Kartenwochen 2012

Zu den inzwischen 3. „Gothaer Kartenwochen“ laden das Forschungszentrum für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien und die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt in diesem Jahr in der Zeit vom 15. Oktober bis 25. November in die Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein in Gotha ein. Den Festvortrag zur feierlichen Eröffnung hält der Geograf und Kunsthistoriker Bernd Wiese am Montag, 15. Oktober, um 18.15 Uhr, im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek. Mit Vorträgen, einer Lesung und einem Film geht es dann in den kommenden Wochen weiter.

Den Rahmen der facettenreichen Veranstaltungsreihe, die seit dem Jahr 2010 inzwischen regelmäßig stattfindet, bildet die Ausstellung „Ex Africa semper aliquid novi – Aus Afrika immer etwas Neues. Innovationen und Umbrüche der Afrikaforschung im Spiegel der Überlieferungen der Sammlung Perthes Gotha“, die vom 16. Oktober bis zum 25. November jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek zu sehen sein wird: Plinius‘ d. Ä. Wort, dass Afrika immer etwas Neues zu bieten habe, trifft wie kein anderes für die Erforschung Afrikas seit dem 19. Jahrhundert zu. In dieser letzten Phase des Entdeckungszeitalters rückt Afrika endgültig in das europäische Bewusstsein und gerät in den Fokus globaler Interessen. Die in Zusammenarbeit zwischen der Forschungsbibliothek Gotha und dem Afrika-Forscher Bernd Wiese konzipierte Ausstellung wird im Spiegel der vielfältigen Überlieferungen der Sammlung Perthes Leistungen und Denkansätze der frühen, vor allem auch durch den Justus Perthes Verlag initiierten Afrika-Forschung thematisieren und ihre langfristigen Folgen bis in die Gegenwart nachzeichnen.

Die 3. „Gothaer Kartenwochen“ bieten aber auch Vorträge zu französischen Afrika-Kartografen der Frühen Neuzeit, zu Karl May, der seine literarische Phantasie an den Gothaer Publikationen schärfte, und zur kolonialen Kartografie Afrikas. Weitere Höhepunkte sind eine Lesung zeitgenössischer Reiseberichte und moderner Prosatexte zu Petermanns Afrika und eine Filmvorführung, die zahlreiche, seit den 1950er-Jahren entstandene Filmdokumente zur Geschichte des Justus Perthes Verlages und des VEB Hermann Haack Gotha präsentiert. Ein Vortrag zur Kartografie des Heiligen Landes wird schließlich einen Ausblick auf die 4. „Gothaer Kartenwochen“ im kommenden Jahr geben.

Mit der Veranstaltungsreihe erinnern das Forschungszentrum und die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt an die Gründung des Verlagshauses Justus Perthes Gotha. Der Verlag prägte die deutsche und europäische Kartografie maßgeblich. Seine umfangreichen historischen Sammlungen, darunter 185.000 Karten, 800 Meter Archiv-Material, 120.000 Bände Bibliothek, befinden sich seit 2003 im Bestand der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha.

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