Dass Bibliotheken heutzutage Orte der Medienvielfalt sind, erscheint uns als eine Selbstverständlichkeit. Dabei beginnt die Ergänzung des gedruckten Bestandes um audiovisuelle (AV-) und elektronische Medien erst vor 40 Jahren. Die Bereitstellung der damals vorhandenen Materialien wie Diaserien, 16mm-Filmen und Folien war bis zum Ende der 60er Jahre eine Aufgabe der Bildstellen, lediglich die Schallplatte war bereits vor dem 2. Weltkrieg in Musikbibliotheken zu finden
Zu Beginn der 70er Jahre wird über den Bestandsaufbau von audiovisuellen Medien in öffentlichen Bibliotheken diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt ging es um Schallplatten, Tonkassetten, Dias, Filme, aber auch bereits um Spiele, Mikroformen und Kunstwerke. Ein Gutachten aus dem Jahr 1973 bestätigt die wachsende Bedeutung dieser Materialien für die öffentlichen Bibliotheken: „Die audiovisuellen Medien sind ein wichtiger Teil des Bestandes, weil sie
- oft die einzige oder optimale Form sind, in der bestimmte Informationen übermittelt werden, […]
- für alle Wissensgebiete angeboten werden, […]
- neue Formen des Lehrens und Lernens eröffnen […]“
2 Jahre später kann der Bedarf an solchen Materialien auch für wissenschaftliche Bibliotheken konstatiert werden: „Man kann daher heute feststellen, dass die Hochschule in sehr spezifischer Weise auf AV-Medien als unverzichtbare Instrumente wie auch Objekte von Forschung und Lehre angewiesen ist.“
In den vergangenen Jahrzehnten ist das Angebotsspektrum in Bibliotheken durch eine Vielzahl verschiedener neuer Formate erweitert worden, im Bereich der AV-Medien z. B. um CD, DVD, Blu-ray und Blu-ray-Audio. Ergänzt wurde das Angebot um elektronische Medien auf Datenträgern (zunächst Disketten, dann CD-ROMs und DVD-ROMs).
In der Universitätsbibliothek Erfurt lässt sich die Entwicklung der Medien auch durch die Übernahme von Bibliotheksbeständen gut nachvollziehen. So wurde u.a. eine große Zahl an Sprachlernmaterialien (Sprachkurse mit Büchern und Tonkassetten) aus dem Bestand der Pädagogischen Hochschule Erfurt/Mühlhausen integriert, mehrere hundert Videokassetten mit Lehr- und Spielfilmen wurden in den Bestand übernommen, Spiele zum Fremdsprachenlernen lassen sich ebenso ausleihen wie CDs, DVDs oder Blu-ray Discs und ergänzen den Bedarf in Forschung und Lehre nach medialen Vermittlungsformen.
Mit der Planung des Neubaus hat man mit der Mediothek von Anfang an bewusst den Stellenwert der Medien in unserem Haus verdeutlicht. In der Mediothek lässt sich die heutige Vielfalt des Angebotes nutzen – vom Abspielen von Videokassetten, DVDs und Blu-ray Discs bis zur Aufnahme von Bild- und Filmmaterial mit einem DVD-Rekorder.





