Universität Erfurt

Universität Erfurt begrüßt neue Gastwissenschaftler am Max-Weber-Kolleg: Pressemitteilung Nr.: 56/2013 - 10.05.2013

Außenansicht Forschungsgebäude 1 der Universität Erfurt

Das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt freut sich, auch im Sommersemester 2013 wieder mehrere Wissenschaftler am Kolleg begrüßen zu können, die sich interdisziplinären Forschungsvorhaben widmen und unter anderem in der Kolleg-Forschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“ mitwirken werden.

Prof. Dr. Clifford Ando von der University of Chicago (Professor of Classics and History) wird zur Historisierung römischer Religionen von Varro bis ins fünfte Jahrhundert forschen und dabei besonders die komplexen Verknüpfungen zwischen der kaiserzeitlichen und spätantiken Religionsgeschichte mit der Politik- und Verwaltungsgeschichte des römischen Reiches betrachten. Gemeinsam mit Professor Jörg Rüpke wird er im Juli eine Tagung zum Öffentlichen und privaten Recht in der antiken Mittelmeerwelt durchführen. Sein Aufenthalt wird durch ein Preisgeld der Alexander von Humboldt-Stiftung finanziert.

Von der Vancouver School of Theology at University of British Columbia in Kanada kommt Prof. Dr. Harry Maier zum zweiten Mal an das Max-Weber-Kolleg und wird im Rahmen der Kolleg-Forschergruppe ein Projekt zu „Secret Places and Hidden Practices: Polemic. Imagination, and Deindividualisation in Early Christianity” bearbeiten. Ihm geht es dabei um den Zusammenhang zwischen Individualität und spezifischen Räumen im Frühen Christentum.

Von der University of London kommt Prof. Dr. Peter Flügel, ein Spezialist für Jainismus, einer in Indien beheimateten Religion, der anhand von Biografien über die Soziologie von Jaina Klöstern forscht. Dieses Projekt bindet sich in den Schwerpunkt zur indischen Religionsgeschichte im Rahmen der Kolleg-Forschergruppe ein.

Den weiten Weg aus Neuseeland auf sich genommen hat Prof. Dr. Aditya Malik von der University of Canterbury, der Individualisierungsprozesse im Kontext von Ritualen und Erzählungen in Südasien untersucht. Dabei geht es speziell um die Rituale und Erzählungen, die den „mächtigen Gott der Gerechtigkeit“ Golodev involvieren. Die Studie basiert auf ethnografischem Materialien, die Professor Malik in den vergangenen drei Jahren im zentralen Himalaya gesammelt hat.

Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt von der Universität Tübingen bereichert als Systematische Theologin die Kolleg-Forschergruppe mit einem Projekt zu Schleiermacher. In diesem untersucht sie Schleiermachers Bedeutung für die neuere Emotionsforschung sowie im Verhältnis zu neueren politik- und sozialtheoretischen Ansätzen und stellt damit den Beitrag theologischer Forschung für interdisziplinäre Fragestellungen unter Beweis.

Die Frühneuzeithistorikerin Dr. Nicole Reinhardt von der University of Durham nutzt ein Forschungsfreisemester, um ein zweites Mal an das Max-Weber-Kolleg kommen zu können und ihr Projekt zum Gewissen in der Frühen Neuzeit anhand der Untersuchung von königlichen Beichtvätern abzuschließen.

Auch Prof. Dr. Markus Vinzent vom King’s College in London kommt ein zweites Mal als Fellow an die Kolleg-Forschergruppe. Er verfolgt zwei unterschiedliche Projekte, denen gemeinsam ist, dass es sich dabei um religiöse Individuen handelt, die in spezifischer Weise Gesellschaft und Religion ihrer Zeit geprägt haben, nämlich Markion und Meister Eckhart.

Schließlich ist im Sommersemester der Religionswissenschaftler Prof. Kocku von Stuckrad von der Universität Groningen am Kolleg, der die Verwissenschaftlichung von Religion in der Zeit von 1850 bis 2000 in einer individualisierungstheoretischen Perspektive untersucht.

Neben den Fellows, die ein Semester – zum Teil länger – am Kolleg tätig sind, kommen auch Gäste für kürzere Zeiträume an das Kolleg. In diesem Semester begrüßt das Max-Weber-Kolleg Daniela Bonanno (Universität Palermo) mit einem Projekt zur Nemesis in der griechischen Religion; Charles Cahill (University of Wisconsin) mit einem Vorhaben zur Kierkegaard Renaissance in Weimar; Andreas Buß (Universität Ottawa) der zur Ethik der Weltreligionen bei Max Weber forscht; Shunfu Shen (Shandong University, Jinan, China) der Individualismus und menschliche Natur im Kontext des Konfuzianismus analysiert. Den Konzepten von Raum in der Kunst und in der sozialen Welt in den 30er-Jahren widmet sich Jutta Vinzent von der University of Birmingham. Jula Wildberger von der American University of Paris arbeitet am stoischen Konzept des Schönen als Lösung für das Dilemma des ethischen Prinzips der Selbsterweiterung und schließlich wird Sarbeswar Sahoo vom Indian Institute of Technology in Delhi zu „Poverty, Religious Violence and the ‚Developmental State‘ in India” arbeiten.

Einen neuen Mitarbeiter kann die Kolleg-Forschergruppe ebenfalls begrüßen: Privatdozent Dr. Andrés Quero-Sánchez wird die Meister-Eckhart-Forschung um Meister Eckharts Verhältnis zum deutschen Idealismus bereichern.

Weitere Informationen / Kontakt:

Dr. Bettina Hollstein

Navigation

Werkzeugkiste