Universität Erfurt

Vortrag: "Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma": Pressemitteilung Nr.: 88/2012 - 05.06.2012

„Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma, dessen Rezeption und seine Auswirkungen bis heute“ lautet der Titel eines öffentlichen Vortrags von Silvio Peritore, zu dem das Historische Seminar der Universität Erfurt am Dienstag, 12. Juni, herzlich einlädt. Beginn ist um 18 Uhr im Kapitelsaal des Erfurter Predigerklosters, Meister-Eckehart-Straße 1. Der Eintritt ist frei.

In seiner öffentlichen Vortragsreihe im Sommersemester 2012 beschäftigt sich das Historische Seminar der Universität Erfurt mit dem Thema „Public History: Geschichte, Erinnerung, Öffentlichkeit“. Dabei werden historische Themen aus der Antike bis ins 20. Jahrhundert behandelt. Im vierten Vortrag dieser Reihe wird nun Silvio Peritore, Leiter des Bereichs Dokumentation im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg, über den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma referieren. Sein Vortrag behandelt neben dem eigentlichen Verbrechen, das lange Zeit verdrängt und verharmlost wurde, auch die unterschiedliche Behandlung von Opfergruppen in Erinnerungsarbeit und Wissenschaft. Ferner kommen die vielfältigen gesellschaftspolitischen Auswirkungen dieses Genozids sowie die persönlichen Folgen für die Überlebenden und ihre Angehörigen zur Sprache. Eine zentrale Bedeutung für den Umgang mit den Sinti und Roma besitzt die Konstruktion des Feindbildes „Zigeuner“, das als „als bürgerlicher Gegenentwurf“ entwickelt wurde. Aufgrund der Täterkontinuitäten wurde der Völkermord an den Sinti und Roma mit Hilfe dieses Feindbildes aus Politik und Öffentlichkeit verdrängt, mit seiner Beibehaltung wird die fortgesetzte Diskriminierung der Sinti und Roma zum Teil bis heute gerechtfertigt. Damit spannt der Vortrag einen Bogen bis zu heutigen Erscheinungsformen und Gefahren des Antiziganismus.

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Reiner Prass

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