﻿{"id":8207,"date":"2026-04-30T16:13:42","date_gmt":"2026-04-30T14:13:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/?p=8207"},"modified":"2026-04-30T16:15:49","modified_gmt":"2026-04-30T14:15:49","slug":"wortschatz-bibliothek-heute-inkunabel-die-n","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wortschatz-bibliothek-heute-inkunabel-die-n\/","title":{"rendered":"Wortschatz Bibliothek. Heute: Inkunabel, die; -n"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/wiegendruck_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-8210\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/wiegendruck_klein.jpg\" alt=\"\" width=\"592\" height=\"291\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unter Inkunabeln versteht man im Buch- und Bibliothekswesen die fr\u00fchesten Drucke nach Erfindung des Buchdrucks (ca. 1453) bis einschlie\u00dflich 1500. \u201eInkunabula\u201c bedeutet \u00fcbersetzt aus dem Lateinischen \u201eWiege, Windel, Geburtsort\u201c, benutzt wird auch der Begriff \u201eWiegendrucke\u201c f\u00fcr diese fr\u00fchen Erzeugnisse des Buchdrucks.<br \/>\nTypisch f\u00fcr Inkunabeln ist die noch starke Anlehnung an die bis dahin \u00fcbliche Gestaltung von Handschriften: es gibt kein Titelblatt bzw. es bildet sich langsam heraus; im Incipit werden die ersten Worte oder S\u00e4tze eines Werks genannt (oft hervorgehoben im Text); Ausk\u00fcnfte zum Erscheinungsort, Drucker oder dem Druckdatum befinden sich im Kolophon, einem Vermerk am Ende des Drucks, welches die eindeutige Identifikation des Werks erm\u00f6glicht; manchmal werden Initialen farbig per Hand nachgetragen und im Text selbst gibt es h\u00e4ufig Abk\u00fcrzungen, wie sie in Handschriften gebr\u00e4uchlich waren.<br \/>\nDie Auflagenh\u00f6he lag durchschnittlich bei 400 bis 500 Exemplaren, bei einzelnen &#8222;popul\u00e4ren&#8220; Titeln konnten es durchaus bis zu 1000 St\u00fcck sein.<\/p>\n<p>Die wohl bekannteste Inkunabel ist die 42-zeilige Gutenberg-Bibel, welche zwischen 1452 und 1454 gedruckt wurde. Bekannt als \u201eGutenberg-B42\u201c enth\u00e4lt sie das Alte und das Neue Testament, der Text ist zweispaltig mit 42 Zeilen gesetzt worden. Die Auflage betrug etwa 180 Exemplare, davon ca. 30 St\u00fcck auf Pergament gedruckt. Sie wurde in der Druckerei des <a href=\"https:\/\/www.gutenberg-gesellschaft.de\/johannes-gutenberg\">Johannes Gutenberg<\/a> mit Hilfe seines Mitarbeiters Peter Sch\u00f6ffer (und ca. 20 anderen in der Offizin angestellten Druckern) hergestellt, unterst\u00fctzt durch finanzielle Zuwendungen von Johannes Fust.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Erffurt-schedel.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8211 aligncenter\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Erffurt-schedel.jpg\" alt=\"\" width=\"471\" height=\"333\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine ebenfalls sehr ansehnliche Inkunabel ist die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schedelsche_Weltchronik\">Schedelsche Weltchronik<\/a> von 1493 (Zusammensteller <a href=\"https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/sfz78044.html#ndbcontent\">Hartmann Schedel<\/a>), deren deutschsprachige Ausgabe von 1493 sich auch im Bestand der Universit\u00e4tsbibliothek befindet.(UB Erfurt, Dep. Erf., I. 2\u00b0 232). Ausgestattet ist sie mit zahlreichen Holzschnitten der K\u00fcnstler Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff.<br \/>\nGeschildert wurde die Sch\u00f6pfungsgeschichte bis zum Zeitpunkt der Entstehung der Chronik. Neben historischen Begebenheiten sind biblische und mythologische Erz\u00e4hlungen, Naturkatastrophen wie Erdbeben, Fluten usw., kurze Portr\u00e4ts bedeutender Personen und zahlreiche St\u00e4dteansichten zu finden.<br \/>\nGezeigt wird eine doppelseitige Darstellung der Stadtansicht von Erfurt:<\/p>\n<p>Eine nachtr\u00e4glich kolorierte Abbildung der Sch\u00f6pfungsgeschichte finden wir in der Inkunabel UB Erfurt, Dep. Erf., I. 4\u00b0 336 (01): Die Bibel zu teutsch getrukt .., Teil 1.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/schoepfung.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-8209 aligncenter\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/schoepfung.jpg\" alt=\"\" width=\"307\" height=\"398\" \/><\/a><\/p>\n<p>Insgesamt befinden sich etwa 650 B\u00e4nde mit Inkunabeln im Bestand der UB Erfurt, welche aus zahlreichen Provenienzen &#8211; aus dem Collegium Amplonianum, aus der alten Universit\u00e4tsbibliothek, den ehemaligen kl\u00f6sterlichen Bibliotheken und der Boineburgschen Bibliothek stammen.<\/p>\n<p><em>Andrea Langner<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter Inkunabeln versteht man im Buch- und Bibliothekswesen die fr\u00fchesten Drucke nach Erfindung des Buchdrucks (ca. 1453) bis einschlie\u00dflich 1500. \u201eInkunabula\u201c bedeutet \u00fcbersetzt aus dem Lateinischen \u201eWiege, Windel, Geburtsort\u201c, benutzt wird auch der Begriff \u201eWiegendrucke\u201c f\u00fcr diese fr\u00fchen Erzeugnisse des <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wortschatz-bibliothek-heute-inkunabel-die-n\/\">weiterlesen  <span class=\"screen-reader-text\">  Wortschatz Bibliothek. Heute: Inkunabel, die; -n<\/span><span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[101],"tags":[181,309],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8207"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8207"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8207\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8216,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8207\/revisions\/8216"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8207"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8207"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8207"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}