﻿{"id":7553,"date":"2025-02-18T16:36:58","date_gmt":"2025-02-18T15:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/?p=7553"},"modified":"2025-02-18T16:36:58","modified_gmt":"2025-02-18T15:36:58","slug":"vorsicht-gauner-schurken-und-ganoven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/vorsicht-gauner-schurken-und-ganoven\/","title":{"rendered":"Vorsicht: Gauner, Schurken und Ganoven!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wenn Ganoven mogeln oder etwas mopsen, werden sie von den Bullen der Polente verfolgt und eingebuchtet.<a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/ganove.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-7557 alignright\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/ganove.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"189\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Wer versteht, wovon bzw. von wem hier die Rede ist, kennt einige W\u00f6rter des \u201eRotwelschen\u201c ohne sich dessen vermutlich bewusst zu sein.<br \/>\nAls Rotwelsch wird keine eigene Sprache bezeichnet, vielmehr ist es eine Sprachvariet\u00e4t (auch Jargon oder Slang). Der Bestandteil <em>rot <\/em>soll sich aus dem rotwelschen Begriff Rot f\u00fcr <em>Bettler<\/em> herleiten und <em>welsch<\/em> f\u00fcr <em>fremd, unverst\u00e4ndlich <\/em>stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Sondersprache hat sich seit dem Mittelalter als eine Art Geheimsprache im fahrenden Volk, also unter Hausierern und Handeltreibenden, aber auch Bettlern und Gaunern etabliert zur Verst\u00e4ndigung untereinander und zum Ausschluss der des Rotwelschen nicht M\u00e4chtigen. Daher kommt die Gleichsetzung von Rotwelsch und Gaunersprache, ist aber zu eng gefasst. Die \u201ecodierten\u201c W\u00f6rter waren nur den Eingeweihten f\u00fcr ihre Lebensweise und Berufsaus\u00fcbung verst\u00e4ndig, auch wenn es immer wieder Versuche gab, die rotwelschen W\u00f6rter zu sammeln, zu verzeichnen und zu verstehen (z.B. durch die Polizei).<\/p>\n<p>Die Begriffe kommen oftmals aus dem Jiddischen, aus dem Romani, dem Niederl\u00e4ndischen und Franz\u00f6sischen; aber auch Lautmalereien, Silben vertauschen und Umdeutung und Neuzusammensetzung bekannter W\u00f6rter f\u00fchrten zu Neusch\u00f6pfungen.<br \/>\nAuf den Bildern dieses Beitrags sehen Sie Ausschnitte aus zwei Alten Drucken, die sich im Bestand der UB Erfurt befinden.<a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Woerterbuch_rotwelsch.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-7558 alignright\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Woerterbuch_rotwelsch.jpg\" alt=\"\" width=\"126\" height=\"165\" \/><\/a><br \/>\nDas <strong>\u201eW\u00f6rterbuch der in Teutschland \u00fcblichen Spitzbuben-Sprachen, \u2026\u201c<\/strong> von F. L. A. Grolman aus dem Jahr 1822 (Signatur 40-02735, <a href=\"https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/en\/details\/bsb10589392\">Digitalisat<\/a> ) enth\u00e4lt in Band 1 zwei &#8222;Abtheilungen&#8220;: Gaunerisch-Teutsch und Teutsch-Gaunerisch. Der geplante 2. Band zur \u201eZigeunersprache\u201c, so der Autor, wurde nicht fertig gestellt. Grolman schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>Von unverkennbarer Wichtigkeit ist daher die genaue Kenntnis dieser geheimen Sprache f\u00fcr jeden, der in dem Polizei-, Justiz- und Criminalfache angestellt ist. \u2026 Wer sie vorsichtig zu gebrauchen wei\u00df, wird manchen Gauner dadurch auslocken k\u00f6nnen, und selbst der Untersuchungs-Richter wird ihr \u2026 manches Gest\u00e4ndni\u00df verdanken, das er sonst nie erhalten h\u00e4tte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Druck<strong> \u201eListe Der von dem den 16. Junii 1747. zu Strelitz justificirten Diebe, Johann Heinrich Fromm, angegebene Spitzbuben.\u201c<\/strong> von wahrscheinlich 1747 (13-Hg. 4\u00b0 145 (1)) befindet sich auch noch eine \u201eErkl\u00e4rung Der rothwelschen W\u00f6rter, so die Spitzbuben unter sich gebrauchen.\u201c,\u00a0<a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Liste_rotwelsch.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-7556 alignleft\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Liste_rotwelsch.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"189\" \/><\/a> welche von mehreren Personen handschriftlich erg\u00e4nzt wurde um etliche Begriffe, wie man gut auf der Abbildung erkennen kann.<\/p>\n<p>Zum guten Schluss noch einige W\u00f6rter aus der Gaunersprache, die in ihren Platz in der Umgangssprache gefunden haben:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left; padding-left: 240px;\">ausbaldowern = auskundschaften<br \/>\nFleppen = Ausweis, Pass<br \/>\nLutscher = Zucker<br \/>\nKittchen = Gef\u00e4ngnis<br \/>\nKluft = Kleid, Kleidung<br \/>\nKnete = Geld<br \/>\nmalochen = arbeiten<br \/>\nMoos = Geld<br \/>\nMuff = Geruch, Gestank<br \/>\nPinke = Geld<br \/>\nSchlamassel = Ungl\u00fcck<br \/>\nStuss = Spa\u00df, Unsinn<br \/>\nZaster = Geld<\/p>\n<p><em>Andrea Langner<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Ganoven mogeln oder etwas mopsen, werden sie von den Bullen der Polente verfolgt und eingebuchtet. Wer versteht, wovon bzw. von wem hier die Rede ist, kennt einige W\u00f6rter des \u201eRotwelschen\u201c ohne sich dessen vermutlich bewusst zu sein. Als Rotwelsch <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/vorsicht-gauner-schurken-und-ganoven\/\">weiterlesen  <span class=\"screen-reader-text\">  Vorsicht: Gauner, Schurken und Ganoven!<\/span><span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[101],"tags":[177,464],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7553"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7553"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7651,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7553\/revisions\/7651"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}