﻿{"id":6134,"date":"2022-09-27T16:26:29","date_gmt":"2022-09-27T14:26:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/?p=6134"},"modified":"2022-09-27T16:26:29","modified_gmt":"2022-09-27T14:26:29","slug":"vor-500-jahren-erschien-nach-michaelis-das-zweite-rechenbuch-von-adam-ries","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/vor-500-jahren-erschien-nach-michaelis-das-zweite-rechenbuch-von-adam-ries\/","title":{"rendered":"Vor 500 Jahren erschien nach Michaelis das zweite Rechenbuch von Adam Ries"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gratulationen_bunt.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6137\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gratulationen_bunt.png\" alt=\"\" width=\"1606\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gratulationen_bunt.png 1606w, https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gratulationen_bunt-768x67.png 768w, https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gratulationen_bunt-1536x134.png 1536w\" sizes=\"(max-width: 1606px) 100vw, 1606px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eDas macht nach Adam Ries(e) \u2026\u201c &#8212; diese Redewendung ist weit verbreitet und bekannt. Sie bedeutet, dass man ein korrektes Rechenergebnis vorweisen kann. Der Mensch hinter der Redewendung war ein bedeutsamer Rechenmeister, der auch in Erfurt lebte und arbeitete.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/figur_ries.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-6138 alignright\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/figur_ries.png\" alt=\"\" width=\"249\" height=\"208\" \/><\/a>Von Adam Ries (oder auch Adam Riese) wissen wir, dass er 1492 oder 1493 in Staffelstein geboren wurde als Sohn von Eva Kittler und Contz Ries. \u00dcber seine fr\u00fchen Lebensjahre ist wenig bekannt, zu Schul- oder Universit\u00e4tsbesuch gibt es keine Quellen.<br \/>\nIm Jahr 1517 wurde er in einem Streit, der vor dem Staffelsteiner Rat verhandelt wurde, erw\u00e4hnt.<br \/>\nWohl 1518 kam Ries nach Erfurt und war hier als Rechenmeister t\u00e4tig. Au\u00dferdem ver\u00f6ffentlichte er zwei Rechenb\u00fccher: 1518 stellte er das 1. Rechenbuch \u201eRechnung auff der linihen\u201c fertig, gedruckt wurde es von Mathes Maler. In ihm wurde das Rechnen mit Rechenbrett und Rechenpfennigen f\u00fcr Kinder erkl\u00e4rt. Weitere Auflagen erschienen in derselben Werkstatt 1525, 1527 und 1530. <a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rechenbrett.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-6140 alignleft\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rechenbrett.png\" alt=\"\" width=\"295\" height=\"237\" \/><\/a><br \/>\nAuch das 2. Rechenbuch \u201eRechenung auff der linihen vnd federn\u201c wird im Jahr 1522 von Mathes Maler gedruckt, gefolgt von weiteren Auflagen 1525, 1527 und wieder 1533 sowie diversen Auflagen gedruckt vom Erfurter Melchior Sachse d. \u00c4..<a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/tafel_ries.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-6141 alignright\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/tafel_ries.png\" alt=\"\" width=\"306\" height=\"242\" \/><\/a><br \/>\nIm selben Jahr verlie\u00df er Erfurt und zog ins Erzgebirge nach Annaberg, wo er die Arbeit an seinem Werk \u201eCo\u00df\u201c 1524 abschloss. Dieses Lehrbuch der Algebra wurde nicht gedruckt, Familienmitglieder und andere Interessierte konnten aber das Manuskript einsehen und damit arbeiten, ebenso mit einer zweiten Fassung. Erst 1992 (!) gab es einen Nachdruck dieser Handschrift.<br \/>\nRies heiratet 1525 Anna Leuber, er\u00f6ffnete eine private Rechenschule (heute <a href=\"http:\/\/www.adam-ries-museum.de\/\">Adam-Ries-Museum<\/a>) und arbeitete in den sp\u00e4teren Jahren als Rezessschreiber und Berggegenschreiber (Erstellen bzw. \u00dcberpr\u00fcfen von Abrechnungen im Erzabbau) und als Zehntner im Bergamtsrevier Geyer.<br \/>\nIm Jahr 1533 schrieb er eine Brotordnung f\u00fcr Annaberg, mit welcher die Preise f\u00fcr Brot und Br\u00f6tchen errechnet wurden; diese Ordnung wurde 1536 gedruckt und von anderen St\u00e4dten \u00fcbernommen.<br \/>\nSein 3. Rechenbuch \u201eRechenung nach der lenge auff den Linihen vnd Feder \u2026\u201c (genannt die \u201ePractica\u201c, erschien im Jahr 1550 in Leipzig, welches erstmals ein zeitgen\u00f6ssisches Portr\u00e4t von Adam Ries zeigt &#8212; mit Hinweis auf sein Alter in der Umschrift).<br \/>\nAdam Ries starb Ende M\u00e4rz\/Anfang April 1559 in Annaberg oder Wiesa und hinterlie\u00df mindestens 8 Kinder.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6142\" aria-describedby=\"caption-attachment-6142\" style=\"width: 397px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/13-A-8-841-3-Titelblatt.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-6142\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/13-A-8-841-3-Titelblatt.png\" alt=\"\" width=\"397\" height=\"307\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6142\" class=\"wp-caption-text\">2. Rechenbuch von Adam Ries, erschienen 1532 bei M. Sachse d. \u00c4.: Rechnung auf der Linihen vnd Federn. UB Erfurt, Dep. Erf. , 13-A. 8\u00b0 841 (3), Titelblatt mit Notizen auf der gegen\u00fcberliegenden Seite (mit Worten ausgeschriebene Zahl)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das 2. Rechenbuch, welches jetzt das 500j\u00e4hrige Jubil\u00e4um seines Erstdrucks feiert, wendet sich an Lehrlinge kaufm\u00e4nnischer und handwerklicher Berufe. Es wird neben dem Rechnen mit Rechenbrett auch das neuartige schriftliche Rechnen erkl\u00e4rt und Ries verwendet hierf\u00fcr die damals noch nicht so gebr\u00e4uchlichen arabischen Ziffern. Mit vielen Anwendungsaufgaben ist es praxisbezogen. Dieses erfolgreiche Rechenbuch wurde schon zu Lebzeiten Ries&#8216; vielfach wieder aufgelegt und erschien in weit \u00fcber 100 Auflagen insgesamt.<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><br \/>\nMichaelistag ist der 29. September.<br \/>\nDas abgebildete Ensemble bestehend aus Bronzeb\u00fcste, Rechenbrett und Tafel befindet sich am bzw. vorm Haus &#8222;Zum schwarzen Horn&#8220; in der Michaelisstra\u00dfe 48 in Erfurt.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><br \/>\nZahlreiche Ver\u00f6ffentlichungen zu Adam Ries, Nachdrucke und Originale der Rechenb\u00fccher und die &#8222;Annaberger Brotordnung&#8220; findet man im Bestand der UB Erfurt.<br \/>\n<em>Ab Mitte Oktober wird eine kleine Ausstellung in den Vitrinen vor dem Eingang zur Sondersammlung im 2. OG ein paar Einblicke erm\u00f6glichen.<\/em><\/p>\n<p>Dort unter anderem zu sehen: &#8222;Adam Ries(e) und Erfurt. Rechnung auf den Linien &#8212; nach Adam Ries&#8220;, anl\u00e4sslich des 500j\u00e4hrigen Erstdrucks herausgegeben von Manfred Weidauer<\/p>\n<p>&#8230; auf dessen Engagement ich besonders hinweisen m\u00f6chte: <a href=\"https:\/\/www.weidauer.de\/\">weidauer.de<\/a><\/p>\n<p><em>Andrea Langner<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas macht nach Adam Ries(e) \u2026\u201c &#8212; diese Redewendung ist weit verbreitet und bekannt. Sie bedeutet, dass man ein korrektes Rechenergebnis vorweisen kann. Der Mensch hinter der Redewendung war ein bedeutsamer Rechenmeister, der auch in Erfurt lebte und arbeitete. Von <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/vor-500-jahren-erschien-nach-michaelis-das-zweite-rechenbuch-von-adam-ries\/\">weiterlesen  <span class=\"screen-reader-text\">  Vor 500 Jahren erschien nach Michaelis das zweite Rechenbuch von Adam Ries<\/span><span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6134"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6134"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6134\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6159,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6134\/revisions\/6159"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6134"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6134"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6134"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}