﻿{"id":5254,"date":"2021-10-14T11:07:11","date_gmt":"2021-10-14T09:07:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/?p=5254"},"modified":"2022-04-07T09:15:04","modified_gmt":"2022-04-07T07:15:04","slug":"blick-hinter-die-kulissen-tiefenerschliessung-in-der-sondersammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/blick-hinter-die-kulissen-tiefenerschliessung-in-der-sondersammlung\/","title":{"rendered":"Blick hinter die Kulissen \u2013 Tiefenerschlie\u00dfung in der Sondersammlung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-5255 alignleft\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Brandt-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"257\" \/>In loser Folge stellen wir im \u201eLesezeichen\u201c Bibliotheks-Mitarbeiter*innen und deren Arbeitsbereiche vor, die normalerweise hinter den Kulissen verborgen bleiben \u2013 heute im Gespr\u00e4ch mit Sven-Philipp Brandt, der in der Sondersammlung mit Handschriften der Bibliotheca Amploniana arbeitet.<\/p>\n<p><em>Sie arbeiten innerhalb eines DFG-Projekts in der Sondersammlung der UB Erfurt. Was ist das f\u00fcr ein Projekt, was ist Ihre Aufgabe dabei?<\/em><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.uni-erfurt.de\/bibliothek\/suchen-und-finden\/handschriften-inkunabeln-alte-drucke\/bibliotheca-amploniana\/aktuelles-dfg-projekt\">Projekt<\/a> dient der Digitalisierung und Tiefenerschlie\u00dfung von Handschriften der <a href=\"https:\/\/www.uni-erfurt.de\/bibliothek\/suchen-und-finden\/handschriften-inkunabeln-alte-drucke\/bibliotheca-amploniana\">Bibliotheca Amploniana<\/a>, der Bibliothek des sp\u00e4tmittelalterlichen Gelehrten und B\u00fcchersammlers Amplonius. Mein Part ist es, einen Teil der digitalisierten Handschriften &#8211; genauer gesagt 118 mit medizinischen Inhalten \u2013 zusammen mit dem Leipziger Kollegen Dr. Marek Wejwoda tiefergehend zu beschreiben.<\/p>\n<p><em>Wie sieht ein typischer Arbeitstag f\u00fcr Sie aus?<\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss ich die Handschrift aus dem Tresorraum der Sondersammlung holen. Parallel dazu rufe ich die dazugeh\u00f6rigen Digitalisate am PC auf. Dann kann ich mit Hilfe beider Perspektiven die Erschlie\u00dfung beginnen. F\u00fcr manches eignet sich das Digitalisat besser, manche Dinge kann man nur am Original erkennen.<\/p>\n<p>Mit einer Handschrift besch\u00e4ftige ich mich \u00fcbrigens im Schnitt neun Tage.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig tausche ich mich auch mit den Kolleg*innen aus dem Leipziger Handschriftenzentrum aus, die am Projekt mitarbeiten; Stichwort \u201eSchwarmintelligenz\u201c.<\/p>\n<p><em>Was wird bei der Tiefenerschlie\u00dfung alles beschrieben, wie gehen Sie vor?<\/em><\/p>\n<p>Es geht nicht nur um die Frage, welchen Inhalt die Handschrift hat. Das Ziel ist es auch, ihre Geschichte zu rekonstruieren.<\/p>\n<p>Viele Handschriften, die uns vorliegen kommen aus Norditalien und S\u00fcdfrankreich. Indikatoren f\u00fcr die Zuordnung sind z.B. die Schrift und der Buchschmuck. In den Einb\u00e4nden finden sich oft Fragmente aus anderen (damals nicht mehr ben\u00f6tigten) Handschriften oder Urkunden, die Hinweise auf die verschiedenen Stationen des Buches auf dem Weg in die Sammlung des Amplonius geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei der Bearbeitung gehe ich von au\u00dfen nach innen vor. Das hei\u00dft zun\u00e4chst analysiere und beschreibe ich die Gr\u00f6\u00dfe, den Erhaltungszustand und \u00e4u\u00dfere Auff\u00e4lligkeiten der Handschrift. Au\u00dferdem versuche ich herauszufinden, ob es parallele Texte gibt. Hinweise dazu kann man z.B. in sp\u00e4teren Drucken finden.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich geh\u00f6rt es auch zu meinen Aufgaben, den Text bzw. den Anfang und das Ende zu transkribieren, also in unsere heutige Schrift zu \u00fcbertragen, um sie f\u00fcr die Forschung identifizierbar zu machen.<\/p>\n<p>Alle Ergebnisse der Untersuchung werden dann nach einem festen Schema in einem Textdokument zusammengefasst.<\/p>\n<p><em>Wo wird man die Arbeitsergebnisse des Projekts sehen k\u00f6nnen?<\/em><\/p>\n<p>Die Digitalisate der Handschriften sind \u00fcber die <a href=\"https:\/\/dhb.thulb.uni-jena.de\/servlets\/solr\/dhb_restricted?qry=Amploniana\">Digitale Historische Bibliothek Erfurt\/Gotha<\/a> open access zug\u00e4nglich. In der Handschriftendatenbank <a href=\"http:\/\/www.manuscripta-mediaevalia.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Manuscripta Mediaevalia<\/a> sowie sp\u00e4ter im <a href=\"https:\/\/handschriftenportal.de\/\">Handschriftenporta<\/a>l der deutschen Handschriftenzentren werden dann auch meine genauen Beschreibungen der jeweiligen Handschriften zu finden sein. Zus\u00e4tzlich ist eine Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse in gedruckter Form in einem so genannten Handschriftenkatalog geplant.<\/p>\n<p><em>Wie kommt man zu dieser doch eher ausgefallenen T\u00e4tigkeit, welche Qualifikation bringen Sie mit?<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die Handschriftenkunde gibt es keine spezifische Qualifikation. Die verschiedenen Wissenschaftler*innen, die sich mit Handschriften besch\u00e4ftigen, kommen aus unterschiedlichen Richtungen und k\u00f6nnen sich so sehr gut erg\u00e4nzen. Ich selbst habe Latein und Geschichte studiert. Schon w\u00e4hrend des Studiums war Medizingeschichte ein Forschungsthema f\u00fcr mich. Au\u00dferdem habe ich in dieser Zeit als Hilfskraft am <a href=\"https:\/\/www.ub.uni-leipzig.de\/forschungsbibliothek\/handschriftenzentrum\/\">Handschriften-Zentrum Leipzig<\/a> gearbeitet und so schon im Studium erste Erfahrungen mit Handschriftenbeschreibungen sammeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und den Einblick in Ihre \u201eDetektivarbeit\u201c.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In loser Folge stellen wir im \u201eLesezeichen\u201c Bibliotheks-Mitarbeiter*innen und deren Arbeitsbereiche vor, die normalerweise hinter den Kulissen verborgen bleiben \u2013 heute im Gespr\u00e4ch mit Sven-Philipp Brandt, der in der Sondersammlung mit Handschriften der Bibliotheca Amploniana arbeitet. 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