﻿{"id":4032,"date":"2020-02-19T09:51:13","date_gmt":"2020-02-19T08:51:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/?p=4032"},"modified":"2020-02-19T09:51:13","modified_gmt":"2020-02-19T08:51:13","slug":"bislang-nur-in-der-ub-erfurt-jetzt-auch-im-www","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/bislang-nur-in-der-ub-erfurt-jetzt-auch-im-www\/","title":{"rendered":"Bislang nur in der UB Erfurt &#8211; jetzt auch im WWW"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Ausschnitt_Titelblatt_I-8-A-00234cui-15.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-4027\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Ausschnitt_Titelblatt_I-8-A-00234cui-15.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"164\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Universit\u00e4tsbibliothek Erfurt besitzt etwa 5.000 deutsche Drucke des 16. Jahrhunderts, \u00fcberwiegend B\u00e4nde aus dem Besitz der Landeshauptstadt Erfurt, die seit 2001 als Depositum an der UB aufbewahrt werden. Da einige deutsche Bibliotheken bereits in den 1990er Jahren begannen, ihre historischen Best\u00e4nde zu digitalisieren und im Internet zug\u00e4nglich zu machen, enth\u00e4lt das <a href=\"https:\/\/www.bsb-muenchen.de\/sammlungen\/historische-drucke\/recherche\/vd-16\/\">Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen deutschen Drucke des 16. Jahrhunderts<\/a> (VD16) zu den meisten dieser Werke bereits einen Link zu einem Digitalisat. Bei etwa 900 Ausgaben aus dem 16. Jahrhundert ist das aber noch nicht der Fall \u2013 viele von ihnen existieren nur mehr in einem einzigen Exemplar, das sich in der Universit\u00e4tsbibliothek Erfurt befindet.<\/p>\n<p>Um diese einzigartigen Werke zug\u00e4nglich zu machen, wurden in den letzten Monaten an der Universit\u00e4tsbibliothek Erfurt die meisten bisher noch nirgends digital vorliegenden B\u00e4nde bis zum Erscheinungsjahr 1530, insgesamt 58 Drucke, digitalisiert. Sie sind jetzt \u00fcber die <a href=\"https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/templates\/master\/template_ufb2\/index.xml\">Digitale Historische Bibliothek Erfurt\/Gotha<\/a> abrufbar und werden in K\u00fcrze auch im VD16 erscheinen.<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um eine bunte Mischung von Texten, von denen hier einige vorgestellt werden sollen.<br \/>\nZuerst kommt ein d\u00fcnnes Heftchen, von den urspr\u00fcnglich 8 Bl\u00e4ttern fehlt das erste, ein vollst\u00e4ndiges Exemplar ist aber offenbar nirgends mehr erhalten. Es handelt sich hier um eine <a href=\"https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/rsc\/viewer\/ufb_derivate_00014114\/13-Ph-sac-8-00316h_0005.tif\">Fibel<\/a>, also um ein Buch zum Lesenlernen: am Anfang ist jede Silbe eigens gedruckt, und ein Schr\u00e4gstrich markiert den Beginn eines neuen Worts. Wie \u00fcblich, wurde das Erlernen der Schrift mit dem Erlernen der wichtigsten Texte des christlichen Glaubens verbunden: auf dem verlorenen ersten Blatt stand wohl zuerst das ABC, gefolgt vom Vater Unser und Gegr\u00fc\u00dfet seist du Maria. Dessen Ende erscheint oben auf der jetzt ersten Seite, gefolgt vom Glaubensbekenntnis mit Erl\u00e4uterungen. Solche Fibeln waren nat\u00fcrlich in gro\u00dfer Zahl entstanden \u2013 doch wurden sie in den meisten F\u00e4llen nicht als \u201abibliotheksw\u00fcrdig\u2018 erachtet, so dass sie heute sehr selten sind.<a href=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Ausschnitt_Titelblatt_13-O-8-02009l.png\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-4026 alignleft\" src=\"https:\/\/www2.uni-erfurt.de\/bibliothek\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Ausschnitt_Titelblatt_13-O-8-02009l.png\" alt=\"\" width=\"409\" height=\"394\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00c4hnlich selten wurde die reiche volkssprachliche Ratgeberliteratur gesammelt, die sich an Personen wandte, die zwar Lesen und Schreiben, aber kein Latein konnten. Die Bibliothek besitzt hier einige wenige Drucke, so ein <a href=\"https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/rsc\/viewer\/ufb_derivate_00014123\/13-O-8-02009l_0005.tif\">Handbuch der Rossarznei<\/a> (aus Tierschutzgr\u00fcnden wird davon abgeraten, diese Rosskuren tats\u00e4chlich auszuprobieren) oder eine <a href=\"https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/rsc\/viewer\/ufb_derivate_00014112\/13-A-8-00841-09_0019.tif?logicalDiv=log_ddf292-813e-b3ee-d49cd4ae8https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/rsc\/viewer\/ufb_derivate_00014123\/13-O-8-02009l_0005.tif\">Sammlung von Bauernregeln<\/a>, von der die UB Erfurt offenbar das einzige Exemplar besitzt.<\/p>\n<p>Zahlreiche andere Werke geh\u00f6ren dagegen in das Umfeld der Universit\u00e4t \u2013 etwa diese in Erfurt gedruckte, ebenfalls nur mehr hier vorhandene, Ausgabe einer Rede Ciceros, die mit anderen d\u00fcnnen B\u00e4nden zusammengebunden ist und noch einen sch\u00f6nen originalen <a href=\"https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/rsc\/viewer\/ufb_derivate_00013047\/05-Lr-8-02430-02_00000-Einband-vorne-r.tif\">Einband<\/a> besitzt.<br \/>\nIn der Bl\u00fctezeit der Universit\u00e4t um das Jahr 1500 bestand besonderes Interesse an der neulateinischen Dichtung der Humanisten, so dass viele sehr seltene Ausgaben aus dieser Zeit vertreten sind: diese <a href=\"https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/rsc\/viewer\/ufb_derivate_00013031\/I-8-A-00234cui-15_00002r.tif\">Lebensbeschreibung des Heiligen Dionysius Areopagita<\/a> in klassischen Versen ist noch mit sch\u00f6nen Buchmalereien versehen.<\/p>\n<p>Dieser Band lenkt schon zur letzten Gruppe von B\u00fcchern, die hier vorgestellt werden sollen, n\u00e4mlich religi\u00f6se Literatur. Dazu geh\u00f6rt das wohl sch\u00f6nste Werk, das digitalisiert werden konnte, das <a href=\"https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/rsc\/viewer\/ufb_derivate_00012903\/13-Hg-8-08370_0005.tif\">Hallische Heiltumsbuch<\/a>, das den Reliquienschatz Albrechts von Brandenburg in seiner Hofkirche in Halle zeigte \u2013 nur wenige Jahre sp\u00e4ter wurden diese Reliquiare von der nun protestantischen Obrigkeit eingeschmolzen.<\/p>\n<p>Ein Zeugnis der Erfurter Reformation ist das einzige bekannte Exemplar einer Erfurter<a href=\"https:\/\/archive.thulb.uni-jena.de\/ufb\/rsc\/viewer\/ufb_derivate_00013043\/LA-4-00111-11_00001.tif?logicalDiv=log_545589-a621-b8d2-e75cd2815\"> Ausgabe der Bannbulle gegen Luther<\/a>. Da die Stadt sich damals bereits der neuen Lehre zugewandt hatte, gab der Drucker zum Selbstschutz an, der Band sei in Rom gedruckt worden \u2013 doch wurde er als Hersteller erkannt (was keine Kunst war, da das Titelblatt seine Druckermarke, also sein Firmenzeichen, zeigt) und seine Werkstatt von Studenten gepl\u00fcndert.<\/p>\n<p>Auch von Drucken, die nach 1530 entstanden waren, besitzt die Bibliothek mehrere hundert Exemplare, die nur hier vorhanden sind; es ist zu hoffen, dass die Universit\u00e4t Erfurt weiterhin die Digitalisierung dieser einmaligen kulturellen Zeugnisse vorantreibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4tsbibliothek Erfurt besitzt etwa 5.000 deutsche Drucke des 16. Jahrhunderts, \u00fcberwiegend B\u00e4nde aus dem Besitz der Landeshauptstadt Erfurt, die seit 2001 als Depositum an der UB aufbewahrt werden. 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