Nachruf der Theologischen Fakultät, des Bistums
und der Angehörigen
Nachruf der Universität Erfurt
Nachruf der Stadt Erfurt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Der Herr über Leben und Tod hat seinen Diener Wilhelm ErnstDr. theol. habil., den emeritierten o. Professor für Moraltheologie und Ethikzu sich gerufen.Der Verstorbene hat das Philosophisch-Theologische Studium, dem er bis zuletzt eng verbunden war, in besonderer Weise geprägt. Durch seinen hohen wissenschaftlichen Anspruch, sein Engagement für die Gestaltung der Hochschule und seine spirituell-kirchliche Prägung hat er für das Profil der Hochschule einen Beitrag geleistet, der über seinen Tod hinaus bleibt. Wir nehmen Abschied in tiefer Dankbarkeit und in der Hoffnung auf die Vollendung seines Lebens in der Auferstehung des Herrn. Für die Theologische Fakultät Erfurt
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Wilhelm Ernst wurde am 9. Oktober 1927 in Bonenburg, Krs. Höxter, geboren. Nach dem Studium der Katholischen Theologie in Paderborn und Erfurt entschied er sich bewußt für die mitteldeutsche Diaspora. 1955 wurde er in Magdeburg zum Priester geweiht. Es folgte die Vikarstätigkeit in Halle (Saale). Seit 1959 arbeitete Ernst als Assistent am Regional-Priesterseminar / Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt. In dieser Zeit promovierte er sich mit einer Arbeit über das Thema “Die Tugendlehre des Franz Suarez”. 1962 wurde er als Vikar nach Magdeburg-Buckau gerufen und wirkte in der Folgezeit als Studentenpfarrer ebenfalls in Magdeburg. In diese Zeit fällt seine moraltheologische Habilitation. 1963 nahm er seine Lehrtätigkeit als Dozent für Moraltheologie und Ethik in Erfurt auf. Ernst war Teilnehmer an der 4. Sessio des Zweiten Vatikanischen Konzils. 1971 erhielt er den Ruf zum ordentlichen Professor für Moraltheologie und Ethik am damaligen Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt. Mehrfach wurde er zum Rektor der Erfurter Hochschule gewählt.
Ein umfangreiches publizistisches Werk zeugt vom Schaffen des Wissenschaftlers Wilhelm Ernst. Sein Interesse galt vor allem Grundlagen und Problemen der heutigen Moraltheologie. Gastvorlesungen führten den angesehenen Wissenschaftler u.a an die Pontificia Universitas Gregoriana in Rom. Ernst war Mitglied zahlreicher Gremien und Arbeitsgruppen. Hervorzuheben ist seine Berufung in die Internationale Theologenkommission in Rom. Nach seiner Emeritierung 1992 nahm Ernst bis 1994/95 weiterhin die Obliegenheiten des Lehrstuhls wahr.
Ernst war weit über die Fakultät hinaus hoch geachtet. Für die Katholische Kirche in Deutschland hat er sich nicht nur als Berater und Mitarbeiter vieler Kommissionen, sondern vor allem als Mitautor und Gesamtredakteur des Katholischen Erwachsenenkatechismus II “Leben aus dem Glauben” verdient gemacht. In der Zeit der politischen Wende war sein Urteil bei der Neugestaltung staatlicher und politischer Instanzen und Einrichtungen sehr gefragt. Verdient machte er sich um die Gestaltung der Universität Erfurt, in deren Gründungssenat er Mitglied war. Sein besonderes Bemühen galt der Integration der Theologischen Fakultät in die Universität Erfurt.
Für sein Lebenswerk wurde Ernst mit zahlreichen kirchlichen Auszeichnungen und dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
Für die Theologische Fakultät
Prof. Dr. Andreas Wollbold
Für das Bistum Erfurt
Bischof Dr. Joachim Wanke
Für die Angehörigen
Familie Johannes Ernst
Familie Elisabeth Quere
Familie Anni Bruß
Familie Rita Suerkemper
Familie Gustel Bruns
Familie Robert Ernst
Maria Putz, Haushälterin
Das Requiem feiern wir am Montag, 6. August 2001, um 10.00 Uhr im Dom zu Erfurt (Parkmöglichkeit im Parkhaus am Domplatz). Die Beerdigung ist am gleichen Tag um 12.00 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Erfurt, Binderslebener Landstraße.
Anstelle freundlich zugedachter Kranz- oder Blumenspenden bitten wir um eine Spende zugunsten der Deutschen Krebshilfe Konto Wilhelm Ernst bei der Postbank Leipzig Konto-Nr. 55332907 BLZ 860 100 90.
Er war Vorsitzender des Kuratoriums der Pädagogischen Hochschule und hatte maßgeblichen Anteil an deren erfolgreicher Integration in die Universität. Die Integration der Theologischen Fakultät Erfurt, seiner langjährigen wissenschaftlichen Wirkungsstätte, sollte er nicht mehr erleben. Die Universität Erfurt verliert mit Professor ernst einen hervorragenden Ratgeber und guten Freund. Sein Wirken für den Aufbau der Universität wird unvergessen bleiben und ist uns Verpflichtung für die Zukunft.
Dr. Wolfgang Bergsdorf, Präsident der Universität Erfurt
Prof. Dr. Dieter Langewiesche, Vorsitzender des Kuratoriums der Universität
Erfurt
Quelle: Thüringer Allgemeine vom 4. August 2001
1927 in Bonenburg, Kreis Höxter, geboren, studierte Ernst in Paderborn und Erfurt katholische Theologie. 1955 zum Priester geweiht, entschied er sich bewusst für den Dienst in der mitteldeutschen Diaspora. 1962 Vikar und Studentenseelsorger in Magdeburg lehrt er bereits 1963 als Dozent und erhielt 1971 den Ruf zum ordentlichen Professor für Moraltheologie und Ethik am damaligen Philosophisch-Theologischen Studium und war mehrfach Rektor der Erfurter Hochschule.
In dieser Eigenschaft nahm Prof. Ernst an der 4. Sitzungsperiode des II. Vatikanischen Konzils teil und hielt Gastvorlesungen an der Päpstlichen Universität “Gregoriana”. Ganz wichtig für die katholische Familien- und Sexualpastoral - mindestens für den Bereich der DDR - waren seine Auslegungen der päpstlichen Enzyklika “Humanae vitae”.
Der hochgeschätzte Theologe war nach 1989 ein bedeutsamer Partner bei der Neuordnung staatlicher, gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Institutionen. Sein deutlich formulierter Anspruch einer hohen moralischen Qualität der politischen Ethik und dem Ethos des Politikers, am 27.10.90 vor christlichen Politikern vorgetragen, hat heute noch Gültigkeit.
Professor Wilhelm Ernst hat sich um die Stadt Erfurt verdient gemacht. Er engagierte sich für die Wiedergründung der Universität Erfurt und eine Umstrukturierung der Erfurter Hochschullandschaft.
Ernst vertrat als Mitglied der Strukturkommission und des Gründungssenats der Universität Erfurt die Interessen Erfurts und genoss als eines der Gründungsmitglieder der Universitätsgesellschaft Erfurt hohes Ansehen. Er machte sich um die Gestaltung der Universität verdient und setzte sich sehr für die Integration der Katholischen Theologischen Fakultät in die Universität Erfurt ein. Seine Verdienste in Wissenschaft und Gesellschaft wurden mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Auch für den Kommunalpolitiker war er ein gesuchter, ein kluger, guter und zugleich kritischer Ratgeber. Der Tod des integren Theologen ist ein Verlust für Kirche und Gesellschaft. Ich gedenke seiner mit großem Respekt und großer Dankbarkeit.
Manfred O. Ruge, Oberbürgermeister der Stadt Erfurt
Quelle: Amtsblatt Landeshauptstadt Erfurt Nr. 14 vom 10. August 2001
Quelle: FAZ vom 3.8.2001
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