Universität Erfurt - Philosophische Fakultät - Sprachwissenschaft - Lehre/Studium - MA-Studiengang

Allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft


Die Wahl dieses Schwerpunkts bietet sich Studierenden an, die sich einerseits für die mannigfachen Erscheinungsformen der Sprache in den Sprachen der Welt, den Sprachvergleich und das Funktionieren von Sprache überhaupt, andererseits aber auch für wenig beachtete Sprachen und Kulturen interessieren.

Formale Voraussetzung sind Strukturkenntnisse einer nicht-indogermanischen Sprache. Die Wahl dieses Schwerpunkts impliziert die Wahl des Moduls M6 aus dem Studienplan.

Mit dem Schwerpunkt 'allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft' eröffnen sich Perspektiven für eine berufliche Tätigkeit in Verlagen, die Grammatiken und Wörterbücher herstellen, in sprachnormierenden Institutionen (Terminologiebildung usw.), in der Erwachsenenbildung und im Entwicklungsdienst.

Inhalte des Schwerpunkts

Grundbegriffe, Modelle und Methoden zur wissenschaftlichen Erfassung des Sprachsystems auf allen Ebenen werden anhand verschiedener Sprachen vermittelt.

Sprachbeschreibung und -dokumentation

Auf der Grundlage geeigneter Theorien werden Techniken der Analyse und Darstellung, insbesondere im lexiko- und grammatikographischen Bereich, behandelt. Besonderes Anliegen ist die Untersuchung von Sprachen der Dritten Welt, vor allem auch solcher, die vom Aussterben bedroht sind. Ziel ist ihre Beschreibung, ihr Ausbau (Sprachplanung, Alphabetisierung, Standardisierung, Funktionserweiterung) und die Dokumentation der in ihnen tradierten oralen Kulturen. Dazu wird auch Feldforschung durchgeführt. Die hierzu erforderlichen Methoden und Techniken werden überprüft und weiterentwickelt.
Näheres zur Sprachdokumentation

Sprachvergleich

Unter typologischem und historischem Gesichtspunkt werden Sprachen miteinander verglichen mit dem Ziel, im Kontrast die Besonderheit jeder Sprache herauszuarbeiten, die Möglichkeiten und Grenzen sprachlicher Variation aufzuzeigen, die Vielfalt der Sprachen der Welt zu systematisieren und zur empirischen Basis einer Theorie von Sprache und Grammatik beizutragen.

Sprach- und Grammatiktheorie

Der gegenwärtige Stand der Theorie- und Modellbildung in Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik, Pragmatik und Textkonstitution wird erarbeitet. Dazu gehören auch die theoretische Erfassung des Sprachwandels auf der Basis historisch-vergleichender Untersuchung von Sprachen sowie die Wissenschaftstheorie und Geschichte der Sprachwissenschaft. Die entwickelten Theorien und Methoden werden durch Sprachbeschreibung und Sprachvergleich empirisch überprüft.