Startseite Universität Erfurt

Forschungsprojekte in den Bereichen

Sportpädagogik:

A Abgeschlossene Projekte

1. Wilhelm Benary (1888–1955) – Leben und Werk

Die Monographie, die als Ergebnis des Projektes erschienen ist, beschäftigt sich im Rahmen der gegenwärtigen Konjunktur wissenschaftsgeschichtlicher Arbeiten mit dem Erfurter Psychologen Wilhelm Benary (1888–1955). Der erste Teil der Arbeit hat zum Gegenstand Benarys vielfältiges Leben als Student, Wissenschaftler (erste sportpsychologische Dissertation in Deutschland 1913), Verleger und Kaufmann. Es ist eingebettet in die Geschichte einer der reichsten jüdischen Familien Erfurts. Der zweite Teil enthält eine Zusammenfassung und eine Analyse von Benarys Forschungen, wobei ein besonderer Schwerpunkt in einer Bewertung seiner Arbeiten unter der Perspektive heutiger Wissenschaft liegt. Der dritte Teil bietet eine Bibliographie sowohl seiner eigenen schriftstellerischen wie seiner verlegerischen Tätigkeit und der vierte Teil einen dokumentarischen Anhang mit dem Abdruck bisher unbekannter Briefe u. a. an Wolfgang Köhler und Max Wertheimer.

Literatur: J. Court/J.-P. Janssen: Wilhelm Benary (1888–1955) – Leben und Werk. Pabst Science Publishers: Lengerich u. a.. 2003.

Bearbeiter: Prof. Jürgen Court

2. Theoretiker der Sportwissenschaft

Ziel ist die Edition eines Sammelbandes über wichtige Aufsätze und Bücher, die die Sportwissenschaft von 1900 bis ca. 1980 beeinflußt haben. Ein einheitlicher Aufbau wird durch folgende Kapiteleinteilungen angestrebt: a) kurze Biographie b) Inhalt des zu besprechenden Werks c) Wirkungsgeschichte d) Literaturverzeichnis.

Literatur: J. Court/E. Meinberg (Hrsg.): Klassiker und Wegbereiter der Sportwissenschaft. Kohlhammer: Stuttgart. 2006.

Bearbeiter: Prof. Jürgen Court

 

B Laufendes Projekt

Geschichte der Sportwissenschaft in Deutschland von 1900–1945

Ziel dieses Langzeitprojekts ist eine Gesamtdarstellung der Sportwissenschaft von 1900–1945. Im Zentrum der Überlegungen steht die im Mai 1920 eröffnete Deutsche Hochschule für Leibesübungen in Berlin, welche 1936 durch die Reichsakademie für Leibesübungen abgelöst wurde. Erstens steht die Beurteilung der Wissenschaftlichkeit der DHfL zwischen der Konstatierung eines wissenschaftlichen Defizits einerseits und ihrem Ruf als eine weltweit anerkannte Institution andererseits. Zweitens erlaubt sie, im Vergleich ihres kulturellen, historischen und wissenschaftlichen Selbstverständnisses und dessen Kritik, ihrer Personen und Institutionen in zwei unterschiedlichen Gesellschaftssystemen in besonderem Maße, das für die Sporthistoriographie als zentral erkannte Problem der Beziehung ihrer Kontinuitäten und Diskontinuitäten vor und nach 1933 aufzuzeigen. Eingebettet ist dieses Projekt in Tagungen und interdisziplinäre Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene. Erschienen ist inzwischen der erste Band.

Literatur: J. Court: Deutsche Sportwissenschaft in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus. Bd. 1: Die Vorgeschichte 1900–1918. LIT: Berlin 2008.

Bearbeiter: Prof. Jürgen Court

 

Betreuung eines Themenheftes für die Zeitschrift "sportpädagogik" / Friedrich Verlag GmbH in Seelze zum "Kämpfen" (Arbeitstitel)

Die Zeitschrift "sportpädagogik" aus dem Friedrich – Verlag ist eines der führenden Publikationsorgane für Sportlehrer und auch für die Sportwissenschaft im deutschsprachigen Raum. Die Zeitschrift erscheint quartalsmäßig und stellt im Hauptteil Themen des Sportes vor. Der Friedrich Verlag hat ein Projekt zur Bearbeitung eines Themenheftes zum "Kämpfen" (im Schulsport) vergeben. Dieser Auftrag ging an den Kollegen Dr. U. Mosebach / Bereich Sportwissenschaft der Uni Erfurt. Damit verbunden ist die Akquirierung eines Kollegenkreises aus den Bereichen der Sportwissenschaft und des Schulsports, die dazu Beiträge verfassen.

Im Vorfeld werden Abstracts erstellt, die der Themenbetreuer zu einem Expose´ zusammenführt. Dazu sollen mit dem Verlag Vorabsprachen getroffen werden. Im Anschluss wird der Hauptbeitrag vom Betreuer erstellt und von den Kollegen die Themenbeiträge beigefügt. In einer weiteren Zusammenkunft wird der gesamte Entwurf vor einem Redaktionskollegium verteidigt. Das Themenheft soll 2011 erscheinen.

Bearbeiter: Dr. Uwe Mosebach

 

Bewegungslehre:

In der experimentellen und empirischen Bewegungsforschung werden Modelle der Motorik entwickelt, die am Zielbezug bzw. an der subjektiven Bedeutung von Bewegungs- und Lernhandlungen ansetzen. Klassische Forschungsrichtungen (z.B. Gestalt- und Ganzheitstheorie) wie auch moderne Ansätze (z.B. Synergetik und Chaostheorie) werden für die Beschreibung und Erklärung menschlicher Bewegungsleistungen gleichermaßen herangezogen. Es werden Projekte im Grundlagenbereich und im Anwendungsbereich zur Optimierung koordinativer Prozesse im Hochleistungssport und bei Berufsmusikern realisiert.

1. Forschungsprojekt Bobsport

Die Unterstützung der Leistungssports war seit jeher Anliegen und Aufgabe des Fachgebietes, obgleich die personellen und finanziellen Mittel zunehmend enger geworden sind. Aktuell werden in Kooperation mit anderen Einrichtungen Materialprüfungen und -optimierungen im Bobsport realisiert.

Bearbeiter am Fachgebiet: Prof. E. Loosch
Laufzeit: 2006 - 2010
Abschluss: mit den Olympischen Winterspielen 2010

2. Otto Klemm (1884-1939): Biographie

Klemm zählt in Deutschland zu den innovativsten Wissenschaftlern im Bereich der Motorikforschung. Er war ein Schüler Wilhelm Wundts und wirkte im Rahmen der Leipziger Ganzheitspsychologie. 1923 wurde er der erste Inhaber einer Professur für Angewandte Psychologie an einer deutschen Universität. In den letzten Jahren hat sich die Rezeption seiner Arbeiten zur menschlichen Bewegung intensiviert, so dass sich die überfällige Biographie anmahnt. Viele Details aus Klemms Leben und Wirken sind noch weitgehend unbekannt und sollen in diesem Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Biographie erschien im Frühjahr 2008.

Bearbeiter: Prof. E. Loosch
Laufzeit: 2005 - 2008
Abschluss: Monographie 2008

3. Wahrnehmung in und außerhalb des Handelns

Experimente zur sogenannten Asynchronie haben ergeben, dass die Wahrnehmung im Bewegungshandeln, zumindest was den auditiven Bereich betrifft, sich gegenüber der Wahrnehmung außerhalb desselben verändert. Im Bereich Bewegungslehre wird dieser Sachverhalt detaillierter untersucht, weil in vielen theoretischen Ansätzen wie auch experimentellen Designs die Auffassung ihrer Einheit unabhängig vom Handlungskontext herrscht. Das Projekt läuft im Rahmen eines Promotionsvorhabens.

Bearbeiter: Claudia Böger
Laufzeit: 2000-2006
Abschluss: Promotion C. Böger (Prädikat: magna cum laude)

4. Variabilität und Stabilität in zielgerichteten Bewegungen

Dieser Bereich umfasst eine Reihe von kleineren Projekten mit Grundlagencharakter sowie Untersuchungen im Hochleistungssport. In der Disziplin Weitsprung wurde über mehrere Jahre ein Spitzenathlet wissenschaftlich und trainingsmethodisch begleitet, um die Variabilitäten am Absprungbrett zu untersuchen und effektive Methoden der Kontrolle der Differenzen zu entwickeln. Hierbei konnte der praktische Nutzeffekt der theoretisch-konzeptionellen Überlegungen nachgewiesen werden. Ebenso liegen Untersuchungen aus dem Dart-Sport vor. Ein weiterer Fokus lag auf dem Umfang und der Bedeutung von Variabilitäten beim Instrumentenspiel.

Bearbeiter: Prof. Eberhard Loosch/ Claudia Böger
Laufzeit: 1995 - 2002

5. Interventionen bei Musikern mit koordinativen Störungen und Fokaler Dystonie

Fokale Dystonien zählen zu den außerordentlich problematischen Formen koordinativer Störungen bei Berufsmusikern. Häufig führen sie zur Berufsunfähigkeit und zum Karriereabbruch. Eine Behandlung ist oft sehr kompliziert, komplex und langwierig. Im Rahmen der Betreuung einzelner Musiker wurden Übungsmaterialien für alle leistungsrelevanten Bereiche erarbeitet und mit Erfolg in der Praxis eingesetzt. Die Bereiche tangieren die Wahrnehmung, speziell die Propriozeption und Kinästhesie, die koordinativen Prozesse, spezifische Entspannungsverfahren, Methoden der tonlichen Kompromissbildung und Techniken zum Neulernen ausgefallener oder problematischer Wechsel.

Bearbeiter: Prof. Eberhard Loosch/ Claudia Böger
Laufzeit: 1999 -2002
Abschluss: diverse Publikationen & Vorträge

6. Forschungsprojekt Fallen

Messungen zu Fallkräften und Untersuchungen zu Fallhäufigkeiten in ausgewählten Sportarten ergaben einen bemerkenswerten Stellenwert des Themas in der empirischen Forschung im Fachbereich Sportwissenschaft. Es wurden daraufhin weitergehende empirische Untersuchungen im Schulsport mit einem Gruppenvergleich vorgelegt. Aus den bereits veröffentlichen Ergebnissen ließen sich didaktisch-methodische Ableitungen für den Bereich des Sportunterrichts und darüber hinaus für den Vereinssport treffen. Die verstärkte Aufmerksamkeit wurde auf den Bereich der Ausbildung für den Schulsport gelegt. Das Projekt ist mit zahlreichen Veröffentlichungen dokumentiert.

Bearbeiter: Dr. Uwe Mosebach
Laufzeit: 1996 – 2002
Abschluss: u.a. Sammelband 1997 & Monographie 2002