DFG-Projekt "Absolute Armut und Globale Gerechtigkeit" -- eine systematische Aufarbeitung des Zusammenhangs aus Sozialethischer Perspektive
Gefördert von der DFG
Im Juli 2008:
„Absolute Poverty and Global Justice“
International research conference with a public evening lectureInternationales Forschungskolloquium mit öffentlichem Abendvortrag
July, 18-20th 2008. Coelicum, Domstrasse 10, Erfurt
>>Deutsche Informationen<< - >>English Information<<
Das Erfurter Manifest:
Der oben aufgeführte internationale Forschungsworkshop "Absolute Poverty and Global Justice", der Ende Juli 2008 in Erfurt stattfand, endete mit der Diskussion und anschließenden Formulierung einer gemeinsamen Deklaration, dem "Erfurter Manifest". Dieses steht hier zum Herunterladen bereit:
Zusammenfassung der Projektziele
Die Bekämpfung der absoluten Armut, verbunden mit Hunger, Krankheit und Tod einer enorm großen Anzahl von Menschen, ist das vermutlich wichtigste sozialethische Problem unserer Zeit. Jährlich sterben weltweit rund 18 Millionen Menschen an armutsbedingten Ursachen, darunter 11 Millionen Kinder. Wenn Wissenschaft dieses Problem angesichts des menschenrechtlichen Anspruchs der Betroffenen nicht nur beschreiben, sondern zu einer nachhaltigen Reduktion der absoluten Armut beitragen soll, erfordert das eine interdisziplinäre Anstrengung. Diese liegt sowohl in einer universalen normativen Begründung für die Veränderung von Normen, Institutionen und sozialen Systemen als auch in der Reflexion ihrer Implementierbarkeit. Dies fordert die Zuständigkeit der Christlichen Sozialethik heraus, die eine konkrete institutionenethische Ausrichtung besitzt. Im Hinblick auf die empirische Problemanalyse der Armuts- und Ungleichheitssituation ist die (vergleichende) Wohlfahrtsökonomik gefordert. Angesichts der Tatsache, dass rund ein Drittel der Weltbevölkerung dem Christentum angehören, ist zusätzlich eine vergleichende religionsökonomische Erforschung von Moralkulturen hinsichtlich der geeigneten Implementierung von Normen zu leisten, die durch die christliche Sozial- und Wirtschaftsethik durchgeführt werden kann. Inhaltlich wird der zentrale Gegenstand dieser drei Forschungsansätze sein, ihre Ergebnisse in eine systematische globale Gerechtigkeitstheorie zum Problem absoluter globaler Armut zusammenzuführen, die anwendungsrelevante Richtlinien zur Armutsbekämpfung für jeweils Verantwortliche entwickelt und einen systematischen Zusammenhang von ethischen Gerechtigkeitspostulaten und konkreter Armutsbekämpfung herstellt. Ziel ist es auf der Basis einer ethischen Argumentation zu beantworten, warum, aufgrund welcher sozialethischer Normen und mit welcher ökonomisch tragfähigen Implementierungsstrategie globale Armut zu bekämpfen ist.
Beteiligte Universitäten und Wissenschaftler
Unter der Federführung des Lehrstuhls für Christliche Sozialwissenschaft der Universität Erfurt sind außerdem beteiligt:
- Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, Prof. Ph.D Stephan Klasen, Universität Göttingen
- Lehrstuhl für Katholische Theologie und Wirtschaftsethik, Prof. Dr. Michael Schramm, Universität Stuttgart-Hohenheim
- ihre aktive Teilnahme haben außerdem zugesagt: Prof. Dr. phil. Peter Koller, Professor für Rechtsphilosophie, Universität Graz, Österreich, und Prof. Ph.D Thomas Pogge, Professor für Philosophie, Columbia University, New York, USA
Mitarbeiter der Projektgruppe in Erfurt
- Frau Prof. Dr. Elke Mack
- Wiss. Mitarbeiter Michael Hartlieb
- Wiss. Mitarbeiterin Julia Stabentheiner