Vor dem Hintergrund, dass Modernität in einer globalisierten Welt vielfältige Formen annehmen kann, zielt das Projekt auf die Untersuchung von Konfliktlinien in Europa und der Welt (Indien: politischer Hinduismus vs. säkularer Staat, Israel: politischer Judaismus vs. ziviler Nationalismus, Palästina: politischer Islam vs. zivile Demokratie, Türkei: politischer Islam vs. laizistischer Staat, Europa: politisches Christentum vs. säkularer Föderalismus). Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Konzept der „Identity Politics“, das insofern ein zweischneidiges Schwert ist, als es sowohl eine Quelle der Emanzipation als auch eine der Gewalt gegen eine vermeintliche Bedrohung sein kann. Das Projekt soll damit eine Hilfestellung zur besseren Bewältigung gegenwärtiger sowie zukünftiger Konflikte bieten.
Konfliktmanagement muss sich demzufolge mit der Tatsache auseinandersetzen, dass jede Konzeptualisierung eines Konfliktes als Kampf um und für Identität zu einer Essentialisierung der beteiligten Parteien beitragen kann, die den Konflikt letztlich intensiviert anstatt ihn zu lösen, da man zwar über weltlliche Dinge, nicht jedoch über heilige Werte verhandeln kann. In einem Europa, dessen muslimische Gemeinden beständig zunehmen, soll das Projekt langfristig zu einer offenen Debatte über religiöse Koexistenz beitragen, um dem Gefühl ständiger Bedrohung durch „das Andere“ entgegenzuwirken.