Anzeige des Forschungsprojektes:   Liebe, Kreativität und persönliche Verwandlung
Projektleitung: Nora Kreft
Projekttitel: Liebe, Kreativität und persönliche Verwandlung
Projekttitel(englisch):
Kurzbeschreibung des Projektes: Im Zuge des neu erweckten Interesses an der Rolle von Emotionen für menschliches Verhalten und Werten werden auch Gefühle wie Liebe und Verlangen in der Praktischen Philosophie, sowie der Philosophie des Geistes zunehmend thematisiert. Zeitgenössische Philosophen wie Harry Frankfurt, David Velleman, Martha Nussbaum u. a. fragen sich, ob Liebe Gründe haben kann, ob Liebe eine moralische Emotion ist, welchen Status Liebesbeziehungen haben sollten etc. Allerdings wurde ein, wie mir scheint, besonders auffälliges (und daher für die Philosophie der Liebe wichtiges)Phänomen seit der Antike bis jetzt meist übergangen, nämlich der Zusammenhang zwischen Liebe, Kreativität und Verwandlung. Wie nicht nur in der Literatur häufig beschrieben, sondern auch von psychologischen Studien suggeriert, inspirieren Liebe und Verliebtheit zur Kunst, zur Arbeit, zum Kinderkriegen und allgemein zur Veränderung des bisherigen Lebens. Gerade, wenn Liebesbeziehungen „gut“ gehen, kann man häufig eine regelrechte Persönlichkeitsentwicklung der Liebenden beobachten. Liebe scheint ein Bewusstwerden über die Weise, in der man sein Leben führen will, und einen Drang, diese Lebensart zu realisieren, mit sich zu bringen. Diese Beobachtung ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass liebende Gefühle eigentlich eine Art Selbstvergessenheit
und Konzentration auf eine andere (nicht die eigene) Person bedeuten: Warum sollten wir gerade dann in dieser Weise kreativ werden und uns verändern, wenn wir uns gar nicht vornehmlich mit uns selbst, sondern mit jemand anderem beschäftigen? Dagegen sind positive Veränderungen von Geliebten vielleicht einleuchtender: Es scheint einfacher, zu begreifen, dass es gute Auswirkungen auf eine Person haben kann, wenn sie im Mittelpunkt des Verlangens eines anderen und der dazugehörenden Fürsorge steht. Trotzdem möchte ich auch die Veränderungen der Empfänger von Liebe näher beleuchten und hinterfragen, was in der Emotion „Liebe“ enthalten sein muss, wenn sie ihre Objekte in solcher Art beeinflusst. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Philosophin Amelie Rorty zurückgreifen, die die spezielle Beachtung („attention“), mit der Liebende ihre Geliebten bedenken und betrachten, dafür verantwortlich macht, dass sich Geliebte verändern und „florieren“. Des Weiteren sollen Max Schelers Analysen über Liebe genau betrachtet werden, da er auch gerade das Phänomen der liebenden Konzentration eingehend behandelt.
Mein Thema würde bereits vorhandene (und oben kurz erwähnte) Arbeit in den einzelnen Bereichen der Philosophie der Liebe erweitern und ergänzen. Wenn sich Personen durch
Liebe verändern, dann hat das Auswirkungen auf Fragen nach dem moralischen Wert von zwischenmenschlichen Beziehungen, aber auch auf Überlegungen, ob die Gründe für Liebe vielleicht genau in den Veränderungen liegen, die sich Liebende durch die Liebe zu einer bestimmten Person erhoffen. Außerdem wird ein Schwerpunkt meiner Forschung
in dem Verständnis und der Interpretation von Platons Liebestheorie liegen: Im Symposium nämlich vertritt Diotima, Sokrates‘ Lehrerin, meiner Ansicht nach den Standpunkt, dass Liebe bedeutet, sich verwandeln zu wollen.
Kurzbeschreibung des Projektes(englisch):
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Fakultät: Max-Weber-Kolleg
Fach: Max-Weber-Professur und Fellows
Professur: Max-Weber-Professur und Fellows
Projektmitarbeiter/ -innen:
Kooperationspartner:
Projektbeginn: 10/2006
Projektende: 00/00
Projekttyp: Dissertationsprojekt
Titel des Oberprogramms:
Förderinstitutionen:
Projektstellen:
Personalmittel: 0,00 €
Sachmittel: 0,00 €
Fördersumme: 0,00 €